Direkt zum Inhalt
Startseite
Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt

Hauptnavigation

  • Erhalternetzwerk
    • Aufgaben und Ziele
      • Prioritäten der Sortenerhaltung
      • Sortenechtheit
    • Bedeutung der Vielfalt
    • Ausgangssituation
    • Organisationsstruktur
    • Pomologische Kommission
    • Planungen
  • Sortenbörse
    • Abgabebedingungen
    • Edelreiser
      • Äpfel
      • Birnen
      • Süßkirschen
  • Erhalter-Sammlungen
    • Erhalter
  • Sortenportraits
    • Apfel
    • Birne
    • Süßkirsche
    • Suchliste verschollene Sorten
    • Apfel
  • Mitmachen
    • Was wir anbieten
    • Was wir erwarten
    • Mustervertrag
  • Suche
  • Kontakt
    • Koordinatoren

Pleiner Mostbirne

Verfasst von Richard Dahlem am 9 Februar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
ID: 206
Gefährungsgrad
Standardsorte
Regionalsorte
ja
Synonyme
Moselaner Trankbirne, Moseltrankbirne, Pleinerbirne.
Reifezeit
Ende September bis Mitte Oktober.
Herkunft
Die genaue Herkunft der Pleiner Mostbirne ist nicht bekannt. Sie ist vor 1873 entstanden und nach dem Ort Plein bei Wittlich benannt.
Verbreitung
In der Festschrift zum Pomologenkongress 1873 in Trier hebt Arnold (1874) die Pleiner Birne als sehr fruchtbare Mostbirne des Regierungsbezirkes Trier hervor. Bis dahin galt sie als noch nicht beschriebene Lokalsorte und gehörte in dieser Zeit zu den sechs wichtigsten Mostbirnen der Region.

Ähnlich der Sievenicher Mostbirne hat die Pleiner Mostbirne ihren Verbreitungsschwerpunkt in der Region Trier sowie im Saarland und in Luxemburg. Im westlichen Saarland ist sie nach Bosch (2006) als zweithäufigste Birnensorte erfasst worden. Auch in der Region Trier sowie in Luxemburg gehört sie zu den drei häufigsten Birnensorten.

Darüber hinaus kommt sie wohl nur vereinzelt vor. Das mag auch daran liegen, dass sie im Gegensatz zur Sievenicher Mostbirne in keiner überregionalen Pomologie des 20. Jahrhunderts beschrieben wurde.

Noch im Jahr 1949 wurde die Pleiner Mostbirne als eine von vier Mostbirnensorten für den Anbau im Regierungsbezirk Koblenz durch die Landwirtschaftskammer Rheinland-Hessen-Nassau empfohlen.
Frucht
Mit einem Fruchtgewicht zwischen meist 60 und 110 Gramm ist die Pleiner Mostbirne als mittelgroß einzustufen. Die meist hochkegelförmigen Früchte sind zum Stiel hin nur wenig einziehend. Oft sind sie etwas ungleichhälftig.

Die trübgrüne Grundfarbe hellt sich in der Reife in ein freundliches Zitronengelb. Gut besonnte Stellen der Frucht färben sich leicht verwaschen orange, ansonsten fehlt eine Deckfarbe. Vereinzelt finden sich Rostfiguren auf der Frucht. Die Schalenpunkte sind braun und zahlreich, insgesamt sehr auffällig.

Die Schale ist glatt. Die Frucht ist in der Reife sehr weich und wenig druckfest.

Die Kelchgrube ist mittelweit und eher flach, ohne ausgeprägte Kanten oder Höcker. Oftmals ist die Kelchgrube durch eine Rostkappe flächig berostet. Die Kelchblätter im meist halboffenen Kelch sind mittellang und mittelbreit, oft an der Basis hornartig verdickt.

Eine Stielgrube existiert nicht. Auch der Bereich um den Stiel ist oftmals flächig berostet. Der Stiel ist durch einen Fleischwulst oft seitlich verdrückt. In der Reife wird die Frucht im Stielbereich schnell rissig und welk. Das führt dazu, dass sich dieser Bereich durch Schalenpilze schwärzlich verfärbt und die Frucht dadurch einen ,,dreckigen Hals" bekommt. Der Stiel ist mit einer Länge von durchschnittlich 30 bis 40 mm im Verhältnis zur Fruchthöhe als mittellang einzustufen. Er ist, vor allem zur Frucht hin, überwiegend grün.

Die Kelchhöhle ist mittelgroß. Das Kernhaus ist in etwa mittig verortet. Die Achsenhöhle ist leicht geöffnet. Kerne mäßig zahlreich, leicht unförmig und in der Form etwas streuend, mit seitlicher stumpfer Nase auf der Kuppe.

Zusammenfassung und besondere Merkmale:
- Grundfarbige, hochgebaute Sorte mit überwiegend mittellangen Stielen.
- Früchte meist mittelgroß, selten groß und mit mittlerer (Mostbirnen-)Reifezeit.
- Schalenpunkte markant, gleichmäßig über die Frucht verteilt.
- Kelchgrube meist mit Rostkappe.
- Stielbereich mit schmutzig-brauner Rostkappe (,,dreckiger Hals").
- Kerne klein, in der Form etwas streuend.
Baum
Die Pleiner Mostbirne ist starkwachsend und formt hochkugelige bis breitpyramidale Kronen mit meist mehreren gleichrangigen Gerüstästen. Die Fruchtäste sind mitteldicht verzweigt und ausladend. Das Kronenbild ist dadurch locker und etwas hängend. Das Blatt ist fahl dunkelgrün und gibt dem Baum dadurch ein etwas düsteres Aussehen (Bosch in Aendekerk et al. 2016).
Verwechsler
Aufgrund ihrer prägnaten Merkmale kaum mit einer anderen Mostbirnensorte zu verwechseln.
Anbaueignung
Die Pleiner Mostbirne ist eine Hochstammsorte für den extensiven Streuobstanbau.

Sie ist vorwiegend eine Mostbirne, wird aber hin und wieder auch als Brennbirne genutzt. Die Früchte müssen nach der Ernte zügig verarbeitet werden, da sie ziemlich rasch teigig werden.

Die Pleiner Mostbirne ist nach wie vor interessant für die Herstellung guter Obstweine und -brände. Sie sollte darüber hinaus aus historischen und genetischen Gründen erhalten und weiterhin bei extensiven Streuobstpflanzungen berücksichtigt werden.
Fruchtfotos
IDs: 206, 364 & 365
ID: 364
ID: 365
ID: 366
IDs: 206 & 205_bis_206
Literatur
Aendekerk, R., Bannier, H.-J., Bauer, D., Bosch, H.-T., Dahlem, R. & Thiel, M. (2016): Äpfel und Birnen aus Luxemburg. Luxemburg, Verlag editions revue s. a., 2. Auflage, 224 Seiten.
Arnold (1874): Zusammenstellung der im Regierungsbezirke Trier häufig gebauten Obstsorten. In: Festschrift für den trierischen Pomologen- und Oenologenkongreß, S. 151 - 165. Trier, Verlag der Fr. Linz'schen Buchhandlung.
Bosch, H.-T. (2006): Rambur, Renette, Rotbirn. Eine Bestandsaufnahme der Apfel- und Birnensorten im Saarland und der Westpfalz. Hrsg.: Verband der Gartenbauvereine Saarland-Pfalz e. V. Broschüre, 66 Seiten.
Dahlem, R. (2014): Einteilung von Mostbirnen in Verwechslergruppen. Oder: Wie gewinne ich den Überblick in einer vielfältigen Sortengruppe. Unveröffentlichtes Manuskript, 8 Seiten.
Giershausen, E. (1949): Obstsorten-Verzeichnis mit Anleitung zum wirtschaftlichen Obstbau. Hrsg.: Landwirtschaftskammer Rheinland-Hessen-Nassau., Abt. Gartenbau. Koblenz, 54 Seiten.
Mertz, J. P. & Tonnar, J. (1933): Unsere anbauwürdigsten Obstsorten. Luxemburg, Druck Fr. Bourg-Bourger, 140 Seiten.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
B-1543 Dr. Norbert Clement Alte Kirchhofsgasse 10
35037 Marburg
Deutschland
norbert.clement@posteo.de

Gut zu wissen

  • Glossar
  • Autoren, Urheberrecht
  • Spende
  • Förderung Heidehof Stiftung

Neue Sorten

  • Forellenbirne
  • Coscia
  • Voruppaere
  • Beurre Chaboceau
  • Wilde Eierbirne
  • Sommereierbirne
  • Knausbirne
  • Leipziger Rettichbirne
  • Lange Grüne Herbstbirne
  • Schwanenhals
  • Moritzburger Bergamotte
  • Andenken an den Kongreß
  • Andre Desportes
  • Bergamotte Philippot
  • Baronsbirne

Seitennummerierung

  • Vorherige Seite
  • 7
  • Nächste Seite

Kennzeichnungen

Gefährungsgrade

Am Beispiel der Kirsche:

Standardsorte

gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

Regionalsorte

Das Angebot des Erhalternetzwerkes Obstsortenvielfalt ist ein Projekt des Pomologen-Verein e. V..

Bundesgeschäftsstelle
Ulrich Kubina, Husumer Straße 16, 20251 Hamburg
Telefon (040) 46 06 37 55, Telefax (040) 46 06 39 93
Impressum & Datenschutz

Benutzermenü

  • Anmelden