
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Hessle, Hazel
Reifezeit
Mitte bis Ende August erntereif, nur kurz lagerfähig.
Herkunft
Über die Herkunft dieser Sorte gibt es unterschiedlichste Angaben. Jahn schreibt in seiner ersten Beschreibung der Sorte, dass sie aus Schottland stammt, ohne weitere Angaben zu machen. In der zweiten Beschreibung bezieht er sich auf Downing mit dem Hinweis, dass Hazel aus den USA stammt. Hoog hingegen sagt, dass die Sorte aus dem englischen Ort Hessle in der Nähe von York stammt, was auch Morgan bestätigt. Leroy meint, dass es auch eine Variante aus den Niederlanden gibt.
Die jeweiligen Fruchtbeschreibungen sind sich aber so ähnlich, dass kein wesentlicher Unterschied feststellbar ist.
Die jeweiligen Fruchtbeschreibungen sind sich aber so ähnlich, dass kein wesentlicher Unterschied feststellbar ist.
Verbreitung
Wahrscheinlich in Deutschland kaum verbreitet, zumindest sind aktuell keine Altbäume bekannt. Da die Sorte auch in den europäischen Nachbarländern empfohlen wurde, ist aber davon auszugehen, dass sie auch bei uns verbreiteter war. Wird im Erhalternetzwerk erhalten.
Frucht
Mittelgroße, stumpfeiförmige bis kegelförmige Frucht, die sich regelmäßig verjüngt. Hälften ungleich, fast mittelbauchig, zum Stiel nur etwas mehr verjüngt als zum Kelch. Frucht steht, im Querschnitt fast rund bis leicht oval. Die Stielgrube ist leicht eingesenkt, wenn auch fast immer nur einseitig, da ein Wulst vorhanden ist, der auch den Stiel dann verdrückt. Etwas hellbrauner Rost bildet eine Rostzunge. Der Stiel ist schon am Ansatz braun, oft auch etwas fleischig, bis 3 cm lang, 3 mm dick. Die Kelchgrube ist weit und für eine Birne mitteltief, in der Grube etwas braun berostet. Der Kelch ist offen, hochstehend, verkümmert. Die Schale fühlt sich Richtung Kelch etwas rau an, da die deutlichen Lentizellen hier fließend in Rostpunkte und Flecken übergehen. Die Grundfarbe geht von grün schnell nach gelb, Deckfarbe findet sich max. bei besonnten Früchten als ein Hauch von Orange. Die Kernhausachse ist in der Regel geschlossen, die Kammern klein und anliegend mit oftmals auch schlecht entwickelten Kernen, 8,5 : 4 mm. Das Fruchtfleisch ist cremefarben, saftig, ist halbschmelzend, süßsäuerlich und leicht aromatisch.
Baum
Der Baum wächst mittelstark bis stark, zumindest in der Jugend. Da der Ertrag früh einsetzt und jedes Jahr reichhaltig ist, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Baum im Ertrag erschöpft, zumal die Früchte büschelig wachsen. Daher wäre eine Fruchtausdünnung auf eine Frucht je Knospe sinnvoll, auch für die Fruchtgröße. Etwas anfällig für die Weißfleckenkrankheit, sonst aber gesund. Die Blüte erscheint mittelspät bis spät mit acht einzelnen Blüten je Knospe.
Verwechsler
Durch die markante stumpfeiförmige Form und den kräftigen, braunen Stiel mit keiner der Standardsorten zu verwechseln.
Anbaueignung
Für die Streuobstwiese im Alter eventuell zu schwach wachsend. Regelmäßiger Schnitt und Fruchtausdünnung wären hier hilfreich. Für den Hausgarten empfehlenswerte Tafelbirne.
Originalname
Hessle
Fruchtfotos
Literatur
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1860): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Birnen. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr. 98
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1866): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 5. Birnen. Ravensburg, Deutschland; Dornsche Buchhandlung. Nr. 275
Downing, A.J. (1860): The Fruits and the Fruit trees of America, New York, USA. S. 575
Hogg, R. (1884): The Fruit Manual. Fifth Edition. London, Großbritannien. S. 593
Morgan, J. (2015): The New Book Of Pears. London, Großbritannien; Chelsea Green Puplishing. S. 227
Leroy, A. (1869): Dictionnaire de Pomologie. Tome II - Poires. Paris, Frankreich. S. 584
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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