
Synonyme
Margarete Marillat
Reifezeit
Pflückreife Mitte September, Genussreife Ende September bis Anfang Oktober.
Herkunft
Wurde von einem Gärtner Marillat aus Villeurbann bei Lyon (Frankreich) gezüchtet und ab 1874 auf den Markt gebracht.
Verbreitung
War in ganz Deutschland verbreitet. Heute finden sich noch gelegentlich Altbäume der Sorte, ansonsten in Sammlungen.
Frucht
Groß bis sehr groß, schwach birnen- bis stumpfkegelförmig, klobig, beulig, auch ungleichhälftig. Stiel fleischig oder zumindest sehr kräftig, geht direkt in Fleischwulst über, der ihn typisch bis 90° zur Seite drückt. Er kann bis zu 8 mm dick sein und ist umso fleischiger, je kürzer er ist. Der Stielberreich ist meist etwas dünn berostet. Kelchseits abgerundet und etwas abgeplattet, sodass de Frucht steht. Die Kelchgrube ist mittelweit und meistens tief mit kleinem Rostklecks, direkt um den Kelch mit Ringrost. Der kleine Kelch ist meist offen, die Kelchblätter kurz, hornartig am Grund getrennt. Grundfarbe hellgelblich, Deckfarbe verwaschen ziegelrot auf bis zu einem Viertel der Frucht. Kernhaus eng, klein, Fächer mit Nase. Kerne 8,5 : 4,5 mm, ohne Nase, oft schlecht ausgebildet. Fleisch körnig bis schmelzend, vorwiegend süß, laut Petzold in warmen Lagen auch mit Muskataroma.
Baum
Mittelstark- bis starkwüchsig, breitpyramidal, ziemlich unempfindlich gegen Schorf und Sonnenbrand. Blüte mittelspät bis spät, 7 Blüten pro Blütenstand, die Sorte ist diploid.
Verwechsler
Kongreßbirne: Deren Stiel kann auch durch einen Fleischwulst zur Seite gedrückt werden, jedoch ist der Stiel nicht so fleischig und wird auch nie um 180° umgebogen. Kerne 9,5 : 4,5 mm, mit Nasenansatz.
Mortillets Butterbirne ist ähnlich, Stiel sehr kurz, fleischig, die Hälfte der Früchte steht nicht. Ausgesprochen dicktriebig, verzweigt sich sehr schlecht. Kernmaße 8,5 : 4 mm.
Mortillets Butterbirne ist ähnlich, Stiel sehr kurz, fleischig, die Hälfte der Früchte steht nicht. Ausgesprochen dicktriebig, verzweigt sich sehr schlecht. Kernmaße 8,5 : 4 mm.
Anbaueignung
Gut für Streuobstwiesen geeignet, als Tafelfrucht und für Saft.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Burvenich, F, (1888): Poire Marguerite Marillat. Bullentins d’Arboriculture de Belgique.
Morel, F..(1883): La Poire Margaruite Marillat. Revue Horticole. Paris. S. 348
Anonym(1891): Margaruite Marillat. Pomologische Monatshefte. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. 25 (1879)
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung 13, Nr. 147
Petzold, H. (1982): Birnensorten. 3. Auflage. Leipzig, Radebeul, Deutschland; Neumann. S. 146
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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