
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
General Tottleben, Fontaine de Gheling
Reifezeit
Erntereif Ende September bis Anfang Oktober, genussfähig November bis Ende Dezember.
Herkunft
1839 machte in Mons (Belgien) ein Herr Fontaine de Gheling eine Kernaussaat, aus der diese Sorte hervorging. Nicht überliefert ist, wie diese Sorte dann zu ihrem heutigen Namen kam. Gut möglich, dass der Pomologe van Mons, der über seine Baumschule die Verbreitung der Sorte vorantrieb, dafür verantwortlich ist. Die deutsche Erstbeschreibung im ,,Illustrierten Handbuch der Obstkunde" machte Jahn 1866.
Verbreitung
In der freien Landschaft sehr selten geworden, findet sich diese Sorten fast nur noch in Sammlungen wie dem Erhalternetzwerk und der DGO
Frucht
Große bis sehr große, birnen- bis kegelförmige Frucht, kann etwas eingeschnürt sein, einen Rücken bilden, sich aber auch regelmäßig verjüngen. Frucht kelchbauchig, steht gut, im Querschnitt rund bis oval. Aus der spitz auslaufenden Frucht geht der Stiel ohne Grube hervor, meist mit einem Wulst, der den Stiel verdrücken kann. Der Stiel ist sehr lang, bis 4 cm und 3 mm dick, Ansatz und Ende kräftiger und immer stark gebogen, am fleischigen Ansatz noch grüngelb, dann braun werdend. Die Kelchgrube ist mitteltief und weit, fast eben und fein hellbraun berostet. Der Kelch ist sehr groß, weit offen, verwachsen, von verkümmert bis sternförmig aufliegend. Die Schale hellt von grün nach weißlichgelb auf, ohne jegliche Deckfarbe, die hellbraune Berostung zieht sich über die ganze Frucht, wenn auch meist nicht deckend sondern netzförmig. Die Kernhausachse ist geschlossen, Kammern etwas abstehend, hellbraune kleine Kerne enthaltend, 7 : 3,5 mm. Das Fruchtfleisch ist weißlich, sehr saftig, süß mit einer ganz leicht herben Note.
Baum
Der Baum wächst stark und geht bald in die Breite. Er verzweigt sich willig und kommt früh in den Ertrag, wenn es auch nicht jedes Jahr eine Vollernte gibt. Die Blätter können etwas Schorf und Weißflecken bekommen, sonst aber gesund. Die Blüte erscheint mittelspät bis spät, wodurch auch eventuell Spätfrostlagen geeignet für den Anbau sind. Es bilden sich 9 einzelne Blüten je Knospe.
Verwechsler
Die große, stark eingeschnürte Frucht in Kombination mit dem sehr langen, gebogenem Stiel macht General Totleben zu einer kaum verwechselbaren Sorte.
Anbaueignung
Für den extensiven Streuobstanbau wie für den Hausgarten empfehlenswerte Tafelbirne.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1866): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 5. Birnen. Ravensburg, Deutschland; Dornsche Buchhandlung. Nr. 502
Lauche, W. (1883): Deutsche Pomologie. Birnen, 2. Band. Berlin, Deutschland; Paul Parey. Nr. 78
Lucas, F. (1894): Die wertvollsten Tafelbirnen. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. Nr. 99
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung , Nr. 298
Zschocke, Th. (1925): Schweizerisches Obstbilderwerk. Wädenswil, Schweiz. Lieferung III , Nr. 6
Bivort, A. (1853-1860): Annales de Pomologie Belge et Etrangere. Brüssel. Reprint 1998, Turrier, Frankreich; Naturalia Publikation . S. 816
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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