
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Kleine lange Sommermuskateller, Große lange Sommermuskateller, Muskatellerbirne (was verwirrend ist, da es davon sehr viele gibt), Heubirne, Röslesbirne
Reifezeit
Erntereif ab Mitte August, je nach Standort bis Anfang September genussfähig.
Herkunft
Genau lässt sich heute die Herkunft der Sorten nicht festlegen. Nach Sickler, der wahrscheinlich 1798 die erste Beschreibung gemacht hat, liegt die Hauptverbreitung und wohl auch Entstehung der Sorte in Thüringen und/oder Sachsen. Er verbreitete sie unter dem Namen Kleine bzw. Große Lange Sommermuskateller, wie auch Jahn sie später bezeichnete. In ,,Deutschlands Obstsorten" steht sie unter dem Namen Muskateller und dann heute bei Hartmann als Sommermuskateller. Diesen Namen haben wir auch gewählt, da sich die beiden Sorten von Sickler schon damals als identisch erwiesen und somit eine Trennung in Kleine und Große Sommermuskateller nicht mehr nötig ist.
Da es sehr viel Muskatellerbirnen gab und auch noch gibt, war die genaue Zuordnung immer schwierig und die Verwirrungen groß. So ist z. B. die Kleine Muskateller eine ganz andere Sorte.
Da es sehr viel Muskatellerbirnen gab und auch noch gibt, war die genaue Zuordnung immer schwierig und die Verwirrungen groß. So ist z. B. die Kleine Muskateller eine ganz andere Sorte.
Verbreitung
Vereinzelt sind noch Altbäume der Sorte bekannt. In Sammlungen ist die Sommermuskateller gesichert, aber in Baumschulen kaum sicher erhältlich.
Frucht
Kleine bis mittelgroße, birnenförmige Frucht mit beidseitiger Einschnürung, manchmal aber auch nur einseitig. Die Hälften können ungleich sein, dann steht die Birne schief, der Bauch sitzt kelchnah, der Querschnitt ist fast rund. Der Stielbereich ist abgeplattet, aber oft mit einem Wulst, der den Stiel 45° drückt. Die Grube ist leicht eingesenkt und nur schwach hellbraun berostet. Der Stiel ist bis 3,5 cm lang, 2-3 mm dick, geschwungen, am Ende keulig verdickt. Der Ansatz ist hellgrün, dann braun werdend. Kelchgrube leicht eingesenkt und mittelweit, fast eben, auch hier kann etwas hellbrauner Rost sein. Der Kelch ist mittelgroß, halboffen, etwas geknautscht, die erhaltenen Blätter sind sehr lang, manche aber auch hornig verkümmert und verwachsen. Die Schale ist hellgrün und hell nicht wirklich ins Gelbe auf. Die hellrote Deckfarbe zeigt sich meist nur in der Umhöfung der Lentizellen (Forellenpunkte). In der Grundfarbe sind die Lentizellen unscheinbar. Die Kernhausachse ist halboffen, die Fächer klein und anliegend, Kerne dunkelbraun und meist gut ausgebildet, 8,5 : 4,5 mm. Das Fruchtfleisch ist cremefarben, etwas grobfleischig mit ausgeprägtem Mustkatton.
Baum
Der Baum der Sommermuskateller wächst, zumindest in der Jugend, stark bis sehr stark, verzweigt sich willig und bildet reichlich kurzes Fruchtholz. Die Blätter und Früchte sind gesund. Der Ertrag ist regelmäßig und setzt früh ein. Die Blüte erscheint mittelspät mit acht einzelnen Blüten je Knospe.
Verwechsler
Gute Luise ist wegen der rot umhöften Schalenpunkte (Forellenpunkte) ähnlich. Diese ist aber bedeutend größer, später reif und hat nicht das ausgeprägte Muskataroma.
Die Forellenbirne hat auch die Schalenpunktierung, ist aber wesentlich später reif und hat einen grünen Stiel.
Die Forellenbirne hat auch die Schalenpunktierung, ist aber wesentlich später reif und hat einen grünen Stiel.
Anbaueignung
Für die Streuobstwiese sehr gut geeignete Sorte aufgrund ihrer Vitalität und Baumgesundheit. Da die Früchte eher klein bleiben und in einem Zeitfenster reifen, wo es viele andere größere Sorten gibt, weniger als Einzelbaum für den Hausgarten geeignet.
Originalname
Kleine Lange Sommermuskateller
Fruchtfotos
Triebe
Literatur
Sickler, J. V. (1794-1804): Große Lange Sommermuskateller. Der Teutsche Obstgärtner. Band 9 (1798) S. 405
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1866): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 5. Birnen. Ravensburg, Deutschland; Dornsche Buchhandlung. Nr. 354
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung , Nr. 61
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. 6. Auflage, Stuttgart, Deutschland; Ulmer. S. 294
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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