
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Synonyme
Fischäckerin
Reifezeit
Anfang bis Mitte September erntereif und sollte dann bald verarbeitet werden.
Herkunft
Die genaue Herkunft der Sorte ist unbekannt. Die Erstbeschreibung erfolgte 1854 von Eduard Lucas. Erstaunlich ist, das diese Sorte trotz Lucas Beschreibung, nie Einzug in das Illustrierte Handbuch der Obstkunde gefunden hat und das bei den Qualitäten der Frucht.
Verbreitung
In Baden Württemberg noch in Altbeständen vorhanden, wenn auch nicht mehr häufig. In Sammlungen wird die Wilde Eierbirne erhalten, sie ist auch noch über Baumschulen erhältlich.
Frucht
Kleine bis Mittelgroße eiförmige Frucht die sich regelmäßig verjüngt und das zu beiden Seiten fast gleich, daher steht sie auch nicht, im Querschnitt etwas kantig. Die abgestumpfte Spitze hat eine kleine Stielgrube, mal mit mal ohne Wulst, kann etwas mehr berostet sein als der Rest der Frucht. Der Stiel ist bis 3 cm lang, 2-3 mm dick, am Ansatz grün und dann braun werdend, oft etwas gebogen. Der Kelchbereich läuft fast spitz aus, kann aber auch eine schwache Grube haben, von fast eben bis deutlich wulstig und kantig ist alles möglich, meist liegt schuppiger Rost um den Kelch. Der Kelch selber ist sehr groß, weit offen, meist verkümmert und ist rötlich in der Höhle. Die Schale ist beulig in der Struktur, anfangs grün und dann nach gelb aufhellend, Deckfarbe nur angedeutet orangerot, über die Früchte läuft ein schuppiges Rostnetz wodurch sich die Schale etwas rau anfühlt. Die Kernhausachse ist leicht geöffnet, die Kammern stehen noch unten deutlich ab und enthalten meist gut entwickelte Kerne die fast schwarz sind 10 x 5 mm. Das Fruchtfleisch ist grobzellig, sehr saftig und gerbstoffhaltig was aber mit zunehmender Reife immer mehr verschwindet.
Baum
Der Baum wächst stark und aufstrebend da sich die Äste willig aber steil verzweigen. Der Ertrag setzt früh ein, wenn auch büschlige, was auf Kosten der Fruchtgrösse geht. Das Laub ist sehr gesund und durch die ungewöhnliche dunkelgrüne Farbe sehr auffällig. Die Blüte erscheint mittelspät mit acht einzelnen Blüten je Knospe
Verwechsler
Woltmanns Eierbirne hat eine sehr ähnliche Fruchtform, ist aber etwas eher reif und hat keine Gerbstoffe.
Anbaueignung
Für die Streuobstwiese und den extensiven Anbau hervorragend geeignete Sorte die sich durch die hohe Vitalität und Gesundheit auszeichnet. Auch in Gegenden die bisher keine Obstbrandkultur haben interessant für die Saftherstellung. Zudem wurden früher aus dieser Sorte auch Kernaussaaten gemacht zur Gewinnung von Wurzelunterlagen. Die bisherigen Versuche des Autors dazu, fallen durchweg positive aus.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Lucas, E. (1854): Die Kernobstsorten Württembergs. Stuttgart, Deutschland; Franz Köhler. S. 223
Bach, Klein, (1906):Die empfehlenswertesten Obstsorten für das Großherzogtum Baden. 3 Auflage. Karlsruhe. S. 72
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. 6. Auflage, Stuttgart, Deutschland; Ulmer. S. 300
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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