
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Synonyme
Jefkenspeer. Die Synonyme Beurre Mauxion, Beurre Moxion, Mauxions Bergamotte, Poire de Joseph werden von Simirenko 1901 angegeben.
Reifezeit
Anfang September erntereif und dann drei Wochen lagerfähig.
Herkunft
1878 wird von Burvenich in Belgien die überlieferte Geschichte von Arthur de Deyn wiedergegeben. Danach gab es Bäume der Sorte Jefkenspeer, die schon Mitte des 18. Jahrhunderts vorhanden waren, auch im Garten seines Großvaters mit Namen Chaboceau in Ninove (Belgien). Dieser vermehrte die Jefkenspeer als erster, weswegen die Sorte nachträglich auch mit seinem Namen benannt wurde. Simirenko gibt an, dass die Sorten Beurre Mauxion bzw. Beurre Moxion damit identisch sind, was sich heute aber nicht mehr klären lässt.
Verbreitung
Vornehmlich in den Niederlanden und Belgien noch verbreitet, ohne genau zu wissen, wie häufig. In Westdeutschland vorkommend, wenn auch bisher selten, dafür aber öfter mal in Jungpflanzungen, die mit Lieferungen von Baumschulen aus Belgien zu uns gekommen sind. Wird im Erhalternetzwerk erhalten.
Frucht
Kleine bis mittelgroße, kreiselförmige Frucht, die sich zum Stiel etwas mehr verjüngt als zum Kelch. Die Frucht ist kelchbauchig, steht, im Querschnitt schwach kantig. Zum Stiel abgeplattet, ohne Grube, mit etwas mehr Rost als in der Gesamtfrucht. Der Stiel sitzt oben auf, ist bis 2,5 cm lang, 2-3 mm dick und am Ende etwas keulig, durchgehend dunkelbraun gefärbt, etwas gebogen. Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt, eher weit, mit deutlichen flachen Resthöckern, die in die Frucht laufen, mehr berostet als die Frucht selbst. Der Kelch ist offen, hornig verkümmert, hochstehend, nicht verwachsen. Die Schale hellt von grün nach gelb auf, wirkt aber bronzefarben durch die feine, netzförmige bis flächige Berostung, Deckfarbe fehlt. Die Achse ist geschlossen, Kammern anliegend mit fast nur tauben Samen, obwohl die Genetik sagt die Sorte sei diploid. Kerne fast schwarz, 7,5 : 4,5 mm. Das Fruchtfleisch wird schmelzend, süßsäuerlich mit feinem Aroma, sehr gute Tafelbirne.
Baum
Der Baum wächst in jedem Fall in der Jugendphase sehr stark. Ob sich die Sorte mit dem hohen Ertrag später erschöpft, kann noch nicht beurteilt werden. Die Blüte erscheint mittelspät mit acht einzelnen Blüten je Knospe. Bisher konnten keine Anfälligkeiten an den Blättern oder Früchten entdeckt werden.
Verwechsler
Präsident Heron: Diese ist aber etwas höher gebaut und nicht so deutlich kreiselförmig ist.
Durch die samtige Berostung ähnlich einer kleinen Pierre Corneille.
Durch die samtige Berostung ähnlich einer kleinen Pierre Corneille.
Anbaueignung
Für die Streuobstwiese wie auch für den Hausgarten als gesunde, vollschmelzende, aromatische Tafelbirne zu empfehlen.
Fruchtfotos
Literatur
Burvenich. (1887): Titel. Bullentins d’Arboriculture de Belgique.
Simirenko, L. P. (1972): Pomologija. Tom 2: Kiew, UDSSR. S. 137
Van Cauwenberghe, E. (1946): Pomologie Peer. Niederlande. Nr. 7
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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