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Coburger Maiherz - Typ Sahlis-Kohren

Verfasst von Carina Pfeffer am 13 Februar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Frucht 'Coburger Maiherz'-Typ Sahlis-Kohren
Gefährungsgrad
gefährdet
Synonyme
'Lahnsteiner', 'Altländer Hedelfinger', 'Witzenhäuser Frühe', 'Murgtalperle', 'Frühe Hedelfinger', 'Falsche Hedelfinger', 'Braune aus Buhlbronn', 'Harlemer'
Reifezeit
(1.) bis 2. Kirschwoche
Herkunft
Zwar hat bereits Oberdieck 1861 eine 'Coburger Maiherz' beschrieben, doch handelt es sich bei der heute verbreiteten 'Coburger Maiherz Typ Sahlis-Kohren' eindeutig nicht um diese. Anfang des 20sten Jahrhunderts existierten eine Menge Sorten mit Namen 'Coburger Maiherz', doch keine stimmte mit der von Oberdieck beschriebenen Sorte überein. Mit mehreren Anläufen wurde in der Diemitzer Kirschenkommissionen versucht hier Klarheit zu gewinnen, doch letztlich konnte die oberdiecksche 'Coburger Maiherz', die zuvor schon von Dittrich als 'Coburger Frühe Schwarze Herzkirsche' (1837) beschrieben wurde und aus dem Elsass stammen sollte, bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Die wertvollste der vorliegenden Sorten wurde letztlich von der Kommission willkürlich als 'Coburger Maiherz' festgelegt und mit dem Zusatz "Sahlis-Kohren" kenntlich gemacht. In "Deutschlands Obstsorten" 1905-1934 wird die 'Coburger Maiherz Typ Sahlis-Kohren' dann auch erstmals beschrieben. Hier finden sich die verschiedensten Spekulationen bezüglich der ursprünglichen Sorte, die sich daraufhin kondensieren lassen, dass es sich dabei um die 'Früheste der Mark', die 'Frühe Französische' oder eine andere, in Deutschland unter anderem Namen vorkommende Sorte handeln könnte.
Verbreitung
Die 'Coburger Maiherz Typ Sahlis-Kohren' erhielt ihren Namen nach dem sächsischen Kirschenanbaugebiet Sahlis-Kohren, dem heutigen Kohren-Sahlis, wo sie stark verbreitet war. Um die Zeit der Namensgebung Anfang des 20sten Jahrhunderts war die Sorte aber in ganz Deutschland bereits auf Altbäumen unter verschiedenen lokalen Namen häufig vertreten, wie beispielsweise 'Lahnsteiner' am Mittelrhein, 'Witzenhäuser Frühe' in der Gegend um Witzenhausen oder 'Murgtalperle' in Süd-Westdeutschland (Braun-Lüllemann 2019 / Braun-Lüllemann, Bannier 2010). Es muss sich also um eine alte Sorte handeln, deren Ursprung jedoch nicht geklärt ist. Im nördlichen Rheinland kommt die 'Coburger Maiherz Typ Sahlis-Kohren' nur vereinzelt vor. Am Niederrhein fand sie sich mit einem einzelnen Ast auf einem ca. 100 Jahre alten Baum in Pfalzdorf. Bis in die 1950er Jahre gehörte die 'Coburger Maiherz Typ Sahlis-Kohren' zu den Hauptsorten der ganz frühen Kirschen, wurde dann aber durch größere Sorten verdrängt und tritt inzwischen seltener, aber regelmäßig im Streuobst auf.
Frucht
Die schief am Stiel hängenden Früchte haben eine auffällig längliche Form und sind wohlschmeckend, sofern sie richtig ausreifen können.

Größe: klein bis mittelgroß, ø 20 : 18,7 : 17 mm (Länge: Breite : Dicke)

Form Vorderansicht: oval, länglich, teils etwas eckig oder leicht herzförmig, seltener mit kleiner, stempelseitiger Spitze.

Färbung: rot bis dunkelrot, dunkel braun werdend, glänzend. Halbreif gestrichelt, etwas folgend reifend.

Fruchtfleisch: hell- bis dunkelrot, mittelfest bis weich, vollreif durchaus aromatisch, zuvor kaum Aroma und etwas wässerig.

Platzfestigkeit: hoch

Stielseite: enge, tiefe Stielgrube, nur wenig zu Bauch und Rücken eingesenkt, flache Schultern, bauchseitig abfallend. Stiel: kurz bis mittellang, mitteldick, Fruchtansatz groß. 2,5 bis 4 cm. Die Frucht hängt schief, nach vorne geneigt am Stiel.

Bauch: Gleichmäßig flach gewölbt

Rücken: meist gerundet

Seite: schmal

Stempelseite: abgerundet, Stempelpunkt groß und hell, teils in ganz flachem Grübchen, auf oder hinter der Fruchtspitze
Fruchtstein
Größe: mittelgroß, ø 11,5 : 6,5 : 8 mm (L : B : D)

Seitenansicht: oval, länglich, stielseits stark gerundet und deutlich über das kaum vorhandene Häkchen herausragend. Zur Bauch- und Rückenseite teils leicht abfallend.

Vorderansicht: oval, leicht stielbauchig, schmal. Bauchwulst schmal, deutlich nach unten versetzt und sich stempelseits verbreiternd. Mittelkamm unauffällig oder stempelseits leicht hervortretend.
Baum
Der Baum der 'Coburger Maiherz Typ Sahlis-Kohren' ist starkwüchsig und abgesehen von gelegentlichem Schrotschuss bei Nässe recht gesund. Er bildet eine schirmartige oder rundliche Krone, das Laub ist klein und hellgrün, die Blüte zeigt sich mittelfrüh zusammen mit etwas leicht orangefarbenem Blattaustrieb. Die schüsselförmigen Blüten sind mittelgroß, die Blütenblätter oval und sich berührend.
Verwechsler
'Frühe Maiherzkirsche' (etwas früher reifend, seltener vorkommend, mit Häkchen, nicht sackförmiger Bauchwulst des Steins), 'Strehleskirsche' (Süddeutschland, stielseits abgeflachte Frucht, Stein mit Häkchen und in der Vorderansicht mittelbauchig'), 'Sendelbacher' (Franken, größere Frucht und Stein, Stein stempelseits gespitzt, stielseits nicht gerundet mit stärker abfallendem Rücken und nicht nach unten versetztem Bauchwulst, in der Vorderansicht mittelbauchig), "Strauwalder Frühkirsche"-An (Raum Coburg, etwas frühere Reife, Frucht unten eingezogen, ausgeprägterer Bauchwust des Steins, mit Häkchen), 'Hedelfinger' (deutlich spätere Reife, daher nicht zu verwechseln),
Fruchtfotos
Frucht 'Coburger Maiherz'-Typ Sahlis-Kohren
Baum im Laub
Baum 'Coburger Maiherz'-Typ Sahlis-Kohren
Baum in Blüte/Winter
Blüte 'Coburger Maiherz'-Typ Sahlis-Kohren
Anbaueignung
Für Streuobstwiesen ist die 'Coburger Maiherz Typ Sahlis-Kohren' sehr gut geeignet. Da sie durch die frühe Reife stark vom Vogelfraß betroffen ist, kann sie nur in Gegenden ausreifen und vom Geschmack zufriedenstellen, wo viele Frühkirschen wachsen, wie z.B. am Nieder- oder Mittelrhein. Das Pflanzen von mehreren früh reifenden Kirschen kann Abhilfe schaffen. Wirklich ausgereift schmecken die frisch verzehrten Früchte für eine Frühkirsche recht gut, sie können aber auch zu Marmelade oder zum Einkochen verwendet werden. Der Ertrag der 'Coburger Maiherz Typ Sahlis-Kohren' ist hoch und sie ist auch für Höhenlagen noch geeignet.
Literatur
Dittrich, J.G. ( 1837): "Systematisches Handbuch der Obstkunde nebst Anleitung zur Obstbaumzucht". 2. Band: Steinfrüchte. Verlag F. Mauke, Jenar
Jan, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J.G. (1861): "illustriertes Handbuch der Obstkunde", Band 3: Steinobst. Verlag Ebner und Seubert, Stuttgart
Müller, J.; Bißmann, O., et al. (1905-1934): „Deutschlands Obstsorten“. Fortsetzung Kirschsorten. Eckstein und Stähle, Stuttgart
Groh, W. (1960): 'Witzenhäuser Frühe' in "30 Jahre Kirschensortiment in Blankenburg/Harz". Arbeiten der Zentralstelle für Sortenwesen, Heft 9. Hrsg.: Regierung der DDR, Ministerium für Landwirtschaft, Erfassung und Forstwirtschaft. VEB Druckerei Nossen
Trenkle, R. (1962): "Obstsortenwerk, Band. 2, Anbauwürdige Steinobstsorten". Obst- und Gartenbauverlag, München
Braun-Lüllemann, A.; Bannier, H.J. (2010): "Obstsortenwerk Alte Süßkirschensorten, Genetische Vielfalt in den Kirschenanbaugebieten Hagen a.T.W. und Witzenhausen". Hrsg. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Braun-Lüllemann, A. (2019): "Steinobst im Mittelrheintal". Hrsg. Land Rheinland-Pfalz. Trier

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