
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Synonyme
Belle de Bruxelles, Belle et Bonne, Belle Sans Pepins
Reifezeit
Pflückreife Anfang bis Mitte September, Genussreife Mitte September bis Anfang Oktober.
Herkunft
Die genaue Herkunft ist unklar, sie war bereits vor 1800 in der Normandie und auch in Deutschland verbreitet, sicher handelt es sich nicht um eine belgische Sorte. Woher der Name Deutsche Nationalbergamotte stammt, ist unklar - als erster verwendet ihn Christ (1809). Die Tatsache, dass es sich um eine vor 1800 bereits in der Normandie und in Deutschland verbreitet Sorte handelt, lässt vermuten, dass es sich um eine wesentlich ältere Sorte handelt.
Verbreitung
Im 19. Jahrhundert und bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine Standardsorte, heute finden sich noch regelmäßig Altbäume, in Baumschulen kaum noch erhältlich.
Frucht
Mittelgroß, breit kreiselförmig, bergamotteförmig, ziemlich gleichmäßig rund. Zum Stiel nicht eingezogen, sondern gerundet. Meist ist eine deutliche weite und tiefe Stielgrube vorhanden, diese kann aber auch völlig fehlen und der Stiel wird dann durch einen Wulst etwas zur Seite gedrängt. Der kräftige Stiel ist in der Länge ziemlich variabel und kann zwischen 20 und 40 mm lang sein, oft ist er an der Basis fleischig verdickt, manchmal kommt eine kleiner Rostklecks vor, in der Regel ist die Stilgrube aber ohne Berostung. Kelchseits ist die Frucht stark abgeplattet, die Kelchgrube ist weit und flach bis mitteltief mit einigen schwachen Beulen. Kelch offen, Blätter kurz, hornartig, hochstehend. Die grüne Grundfarbe hellt in ein etwas schmutziges Gelb auf, Deckfarbe kommt nur selten vor, wenn dann in Form eines gehauchten Rotbraun-Tones. Kernhaus klein oder fehlend, Kerne meist schlecht ausgebildet oder gar nicht vorhanden, 8 : 5 mm ohne Nase. Schale beim Verzehr störend, das Fleisch wird halbschmelzend, etwas körnig, vorwiegend süß, ohne besonderes Aroma.
Baum
Mittelstark bis starkwüchsig, Altbäume sind meist schlank und hoch. Blatt groß, Blattrand ungesägt, Basis keilförmig, Ränder hochgeschlagen. Kaum anfällig für Schorf und Weißfleckenkrankheit. Blüte spät, acht Blüten pro Blütenstand. Die Sorte ist diploid.
Verwechsler
Hochgebaute Früchte können eventuell mit flachen Doppelten Phillipsbirnen verwechselt werden. Diese haben aber längliche, meist taube Kerne mit Nase, 9 : 4 mm.
,,Große Bergamotte"-AN ist ähnlich, aber meist mit netz- oder teilflächiger Berostung, gut ausgebildeten Kernen und leicht säuerlichem Fleisch.
,,Große Bergamotte"-AN ist ähnlich, aber meist mit netz- oder teilflächiger Berostung, gut ausgebildeten Kernen und leicht säuerlichem Fleisch.
Anbaueignung
Gut streuobsttauglich, Verwendung wegen der eher zweitklassigen Fruchtqualität am ehesten gemischt mit säuerlichen Apfelsorten für Saft.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Christ, J. L. (1809): Vollständige Pomologie. Frankfurt a. M., Deutschland; P. H. Guilhauman. Nr. 603
Diel, A. F. A. (1826): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Band 25 (4. Bändchen Äpfel- Birnen). Stuttgart, Deutschland; F. G. Cotta. S.145
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1860): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Birnen. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr.32
Leroy, A. (1867): Dictionnaire de Pomologie. Tome I - Poires. Angers, Frankreich. S.
Berghuis, S. (1868): Niederländischer Obstgarten. Vol. 2. Birnen und Steinobst. . Groningen, Niederlande; J. B. Wolters. S. 9
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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