
Gefährungsgrad
gefährdet
Synonyme
Rote Herbstbergamotte, Bergamotte d`Automne
Reifezeit
Pflückreife Ende September, Genussreife Anfang Oktober bis Anfang November.
Herkunft
Die Herkunft ist unklar und verliert sich in den Beschreibungen der verschiedenen Bergamotten. Diel gibt an, dass schon Duhamel die Sorte hatte, die Beschreibung bei ihm passt aber nicht wirklich. Schwierig ist auch, dass die Sorte auch als Herbstbergamotte bezeichnet wurde, es aber eine andere Herbstbergamotte gibt, die eher kreiselförmig ist. Frühere Autoren nehmen an, dass die Sorte aus Frankreich stammt, das lässt sich heute aber nicht mehr klären. Die Tatsache, dass sie in vielen europäischen Ländern schon im 19. Jahrhundert auftaucht, könnte darauf hindeuten, dass es sich um eine sehr alte Sorte handelt. Auch der Hinweis auf die rote Farbe ist nicht wirklich überzeugend, bildet die Frucht doch nur selten und dann wenig Deckfarbe aus. Leroy beschäftigt sich umfangreich mit der Herkunft des Namens Bergamotte.
Verbreitung
Die Rote Bergamotte war im 19. Jahrhundert eine weit verbreitete Standardsorte, die sicher in ganz Deutschland vorkam. Heute ist sie in den meisten Gegenden selten, in Nordwestmecklenburg findet man die Sorte noch häufiger.
Frucht
Klein bis mittelgroß, flachkugelig bis flachkegelig. Wirkt wie eine apfelförmige Birne, es gibt allerdings noch einige andere, diese ist aber am flachsten gebaut. Stielgrube eng bis mittelweit, mitteltief bis tief, eben. Stiel kurz, holzig, vorstehend. Kelchgrube mittelweit, mitteltief, eben, die Frucht steht. Kelch offen, Blätter am Grund verwachsen, meist abgebrochen. Schale dick, rau, meistens ohne Deckfarbe, Lentizellen auffällig. Berostung punktiert, netzartig in der Kelchgrube , auch flächig. Diese Berostung kann sich auch auf die Fruchtseiten ausdehnen. Achse geschlossen, Kerne gut ausgebildet, kastanienbraun, 8 : 4,5 mm, manchmal mit Nasenansatz. Fleisch fest, maximal halbschmelzend, süß mit leichter Säure.
Baum
Anfangs stark, dann mittelstark wachsend, Wuchsform meist kugelig. Es gibt aber auch schlanke Bäume, was uns lange veranlasst hat anzunehmen, dass es zwei Sorten oder Typen gibt. Der genetische Fingerprint zeigt aber, dass es sich um ein und dieselbe Sorte handelt. Blatt länglich, Basis spitz, Blattrand ganzrandig oder schwach gesägt, Blattunterseite mindestens im Austrieb graufilzig. Wenig anfällig für Schorf, Blattverbräunung und Sonnenbrand. Blüte mittelfrüh, 7 Blüten pro Blütenstand. Die Sorte ist diploid. Die Früchte hängen büschelig, für gute Fruchtqualitäten sollte ausgepflückt werden.
Verwechsler
Lübecker Sommerbergamotte reift vier Wochen früher und hat nicht die raue Schale.
,,Große Bergamotte"-AN ist meist wesentlich größer und bildet eine orangerötliche Deckfarbe aus, Kerne 8 : 5,5 mm. Fleisch schmelzend, vorwiegend säuerlich.
Winterbergamotte ist sehr ähnlich, etwas flacher gebaut, Stiel länger, Kerne klein, reift früher als die Rote Bergamotte.
,,Große Bergamotte"-AN ist meist wesentlich größer und bildet eine orangerötliche Deckfarbe aus, Kerne 8 : 5,5 mm. Fleisch schmelzend, vorwiegend säuerlich.
Winterbergamotte ist sehr ähnlich, etwas flacher gebaut, Stiel länger, Kerne klein, reift früher als die Rote Bergamotte.
Anbaueignung
Gut für Streuobst geeignet, für den Rohgenuss und vor allem auch als Kochbirne. Oberdieck gab an, dass die Sorte feuchten Boden benötigt, um größere und bessere Früchte zu tragen.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Diel, A. F. A. (1801): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Heft 3 (Birnen 1). Frankfurt a. M., Deutschland; Andreäische Buchhandlung. S. 33
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1860): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Birnen. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr. 37
Oberdieck, J. G. C. (1881): Deutschlands beste Obstsorten.Leipzig, Deutschland; Hugo Voigt. S. 239
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung 18, Nr. 209
Du Hamel du Monceau, ( 1783): Abhandlung von den Obstbäumen. 3. Teil. Übersetzt von Oelhafen, C. C.Nürnberg. S.38
Leroy, A. (1867): Dictionnaire de Pomologie. Tome I - Poires. Angers, Frankreich. Nr.104
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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