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Gestreifter Matapfel

Verfasst von Richard Dahlem am 31 Januar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
ID: 798
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Gestreifter Rettigapfel, Hanauer Streifling (fälschlich), Spätblühender Matapfel, Steil-, Steul- und Stoilapfel (Thomae 1876), Berliner Schafnase (Kahl 2009).

In historischen Pomologien gilt der Gestreifte Matapfel des öfteren fälschlich als Synonym für Weißer Matapfel, so bei Dochnahl (1855) und Lucas (1859). Dochnahl (1855) nennt für den Gestreiften Matapfel fälschlich auch noch als Synonym für Echter Winterstreifling.

Reifezeit
Pflückreife ab Ende September, Genussreife ab November, haltbar bis nach Januar (Kahl 2009).
Herkunft
Zur Definition der Gruppe der Matäpfel siehe bei Brauner Matapfel.

Der Gestreifte Matapfel ist eine sehr alte Sorte, deren Herkunft unbekannt ist. War bereits im 18. Jahrhundert verbreitet (Kahl 2009).
Verbreitung
Als Hauptverbreitungsgebiet gilt heute Südhessen, also die Gegend um Frankfurt und Wiesbaden, wo er vereinzelt im Sreuobstbau vorkommt (Kahl 2009). Auch im südlichen Westerwald, vor allem im Westerwaldkreis, wurde die Sorte vom Autor im Gelände gefunden und mehrfach auf Apfeltagen identifiziert. Diese Gegend gehörte noch zum Einzugsbereich der Frankfurter Apfelweinkeltereien, wohin die Äpfel von dort aus vielfach verkauft bzw. von fahrenden Händlern aufgekauft wurden. Darüber hinaus sind dem Autor keine Altbäume in Rheinland-Pfalz, dem Saarland oder Luxemburg bekannt.

Der Gestreifte Matapfel wurde 2010 von der Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins zur hessischen Lokalsorte des Jahres gekürt.
Frucht
Mittelgroße, flachkugelige Frucht, die kelch- und stielseitig stärker abgeplattet ist. Früchte in der Draufsicht fünfkantig.

Die Grundfarbe ist grünlichgelb, die Deckfarbe ist trübrot verwaschen und marmoriert und von dunkelroten, abgesetzten Streifen durchsetzt. Eine Berostung auf der Frucht fehlt. Die Früchte sind bei Pflückreife deutlich beduftet. Auf der Frucht befinden sich zahlreiche helle Schalenpunkte, die nicht verkorkt sind, ähnlich wie beim Rheinischen Winterrambur. Vor allem in der Stielgrube bedeckt ein nicht abwischbarer weißer Schalenbelag die Frucht.

Die Früchte sind bei Genussreife glatt, glänzend und wenig druckfest.

Die Kelchgrube ist mitteltief und mittelweit bis manchmal weit. Sie ist deutlich gefaltet und gerippt und nicht berostet. Die Kelchblätter sind sehr breit und lang und überdecken sich gegenseitig.

Die Stielgrube ist mittelweit und tief sowie unberostet und grünlich. Der Stiel ist kurz, dick und meist grünlich.

Die Kelchhöhle ist breit dreieckig, ohne Kelchröhre. Das Kernhaus ist groß, die Kernhauswände rucksackförmig und meist nicht gerissen. Die Kerne sind klein und rundlich.

Das Fruchtfleisch hat eine auffallend gelbliche Farbe. Es ist locker, saftig und säuerlich, aber ohne ausgeprägtes Aroma.

Besondere Merkmale:
- in Baumreife eine auffällige Bereifung der Schale,
- feine weiße Schalenpunkte ähnlich wie bei Rheinischer Winterrrambur,
- weißer, nicht abwischbarer Schalenüberzug, vor allem in der Stielgrube,
- sehr breite, sich überlappende Kelchblätter,
- kleine rundliche Kerne,
- lockeres Fruchtfleisch.
Baum
Der Baum ist im Wuchs und im Habitus ähnlich dem Braunen und Weißen Matapfel (Thomae 1876), also starkwachsend und große Kronen bildend, die im unteren Bereich schirmförmig herabhängen.
Verwechsler
Eifeler Rambur
Dieser hat keine auffällig weißen Schalenpunkte, ist bedeutend druckfester, hat einen noch offeneren Kelch, manchmal eine berostete Stielgrube, große, langspitzige Kerne und helleres Fruchtfleisch.

Rheinischer Winterrambur
Dieser hat eine unförmigere Fruchtform, ist bedeutend druckfester, hat eine berostete Stielgrube und helleres Fruchtfleisch.
Anbaueignung
Der Gestreifte Matapfel ist eine Sorte für den extensiven Streuobstbau.

An den Standort ist die Sorte wenig anspruchsvoll. Sie bevorzug mäßig feuchte Böden und ist auch für Höhenlagen der Mittelgebirge zu empfehlen (Kahl 2009)

In Bezug auf die Verwertung der Früchte gilt der Gestreifte Matapfel vorwiegend als Wirtschaftssorte, wurde früher aber auch auf den Märkten von Frankfurt, Mainz und Wiesbaden gehandelt (Thomae 1876).

Thomae (1876) findet in Bezug auf den Anbauwert der Matäpfel im Allgemeinen eine sehr bildhafte Beschreibung: ,,Die Matäpfel haben für das Auge nicht viel Bestechliches; sie imponieren weder durch ihre Größe, noch andere auffällige Eigenschaften. Am Baume blau beduftet, erscheint das Colorit mehr oder weniger verschleiert und verdüstert. Wer einen Matapfel vom Baume weg anbeisst, wirft ihn sicher von sich und verlangt keinen zweiten. Die Matäpfel sind zum Theil späte Herbst-, zum Theil Winteräpfel, die erst auf dem Lager nachreifen müssen, um geniessbar zu werden. Dagegen halten sich auch mehrere Sorten bis in den Frühling und Sommer. [...] Aber die hauptsächlichste, d. h. massenhafteste Verwendung des Matapfels ist die zu Cider. Wo blieben unsere Aepfelweinwirthe und Aepfelweintrinker ohne die Matäpfel?"

Aus heutiger Sicht ist der Gestreifte Matapfel in erster Linie ein Wirtschafts- und Mostapfel, der sich über den ganzen Winter gut lagern lässt.
Fruchtfotos
ID: 800
IDs: 798, 1272 & 1273
IDs: 799 & 798 bis 800
Literatur
Dochnahl, F. J. (1855): Systematische Beschreibung aller Obstsorten. 1. Band. Äpfel. Nürnberg, Wilhelm Schmids Buch- und Kunsthandlung. 369 Seiten.
Kahl, S. (2009): Gestreifter Matapfel. Hessische Lokalsorte des Jahres 2010. Hrsg.: Pomologen-Verein e. V., Landesgruppe Hessen. Faltblatt.
Jahn, F., Lucas, E. & Oberdieck, J. G. C. (1859): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. 1. Band. Äpfel. Stuttgart, Verlag von Ebner & Seubert, 572 Seiten.
Thomae, Dr. C. (1876): Die Familie der Matäpfel. In: Wiener Obst- und Gartenzeitung. Wien, Verlag von Faesy & Frick, S. 72 - 80.
Wikipedia (2026): Brauner Matapfel. https://de.wikipedia.org/wiki/Brauner_Matapfel#cite_note-2. Abgerufen am 30.01.2026.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
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65205 Wiesbaden
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karl-heinz.schon@t-online.de

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