

Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Reifezeit
Die Früchte werden etwa Mitte Oktober bis Ende Oktober geerntet und halten auf dem Lager etwa bis Januar / Februar.
Herkunft
Die genaue Herkunft des Riesenboiken ist nicht bekannt. Die Sorte war auf der niedersächsischen Seite der Unterelbe – zwischen Hamburg und Cuxhaven – schon vor 1900 weit verbreitet und wurde in der „Deutschen Obstbauzeitung“ von 1911 erstmals beschrieben.
Verbreitung
Der Riesenboiken hat sich nicht nur an der Unterelbe, sondern auch überregional wesentlich stärker verbreitet als der Boikenapfel, von dem er abstammt. Er ist heute in ganz Deutschland – vor allem im Nordwesten, aber auch im Süden – mehr oder minder stark im Streuobst verbreitet.
Frucht
Frucht groß bis sehr groß, breitrund oder breit kegelförmig, zum Kelch hin etwas verjüngt. In der Form insgesamt variabel, kelchseitig teils deutlich kantig, teils wulstig und unrund; mittelfest bis fest, etwas transportempfindlich.
Schale glatt, glänzend, etwas wachsig, nicht bereift, nach längerer Lagerung deutlich fettend, relativ dick, etwas hart. Grundfarbe gelblich-grün, grünlich-gelb, oft schon am Baum aufhellend, bei Reife auf dem Lager freundlich gelb. Deckfarbe nur auf einem Teil der Früchte, sonnenseitig goldgelb bis orangerötlich, bräunlich-orange (seltener purpurrötlich) gehaucht, manchmal mit kleinen Rostzeichnungen, selten mehr als auf einem Fünftel bis Drittel der Frucht.
Kelchgrube mittelweit, mitteltief bis tief. Kelchumgebung etwas variabel, oft deutlich kantig bzw. höckrig, teils auch abgerundet wulstig. Kelch mittelgroß bis groß, meist halboffen.
Stielgrube weit bis sehr weit, mitteltief bis tief, unregelmäßig, etwas klecksig olivgrünlich, hellbraun oder graubräunlich berostet. Umgebung weitläufig buckelig, unregelmäßig. Stiel eher kurz, dick knopfig, aber auch variabel mittellang, mitteldick, meist nicht aus der Stielgrube herausragend.
Kelchhöhle groß, weit, breit dreieckig oder trichterförmig. Kernhaus mittelgroß, im Verhältnis zur großen Frucht eher klein, stielnah. Achse meist deutlich geöffnet. Kernhauswände nur wenig gerissen. Kerne dunkelbraun, mittelgroß, etwas plump, rundlich, tropfenförmig, unten gespitzt, in der Größe variabel, 7(-8) : 3,5-4 mm, oft nur wenige (und zum Teil auch taube) Kerne.
Fleisch hell gelblich weiß (bei Schnitt bräunend), mittelfest bis fest, mild säuerlich, gering aromatisch.
Schale glatt, glänzend, etwas wachsig, nicht bereift, nach längerer Lagerung deutlich fettend, relativ dick, etwas hart. Grundfarbe gelblich-grün, grünlich-gelb, oft schon am Baum aufhellend, bei Reife auf dem Lager freundlich gelb. Deckfarbe nur auf einem Teil der Früchte, sonnenseitig goldgelb bis orangerötlich, bräunlich-orange (seltener purpurrötlich) gehaucht, manchmal mit kleinen Rostzeichnungen, selten mehr als auf einem Fünftel bis Drittel der Frucht.
Kelchgrube mittelweit, mitteltief bis tief. Kelchumgebung etwas variabel, oft deutlich kantig bzw. höckrig, teils auch abgerundet wulstig. Kelch mittelgroß bis groß, meist halboffen.
Stielgrube weit bis sehr weit, mitteltief bis tief, unregelmäßig, etwas klecksig olivgrünlich, hellbraun oder graubräunlich berostet. Umgebung weitläufig buckelig, unregelmäßig. Stiel eher kurz, dick knopfig, aber auch variabel mittellang, mitteldick, meist nicht aus der Stielgrube herausragend.
Kelchhöhle groß, weit, breit dreieckig oder trichterförmig. Kernhaus mittelgroß, im Verhältnis zur großen Frucht eher klein, stielnah. Achse meist deutlich geöffnet. Kernhauswände nur wenig gerissen. Kerne dunkelbraun, mittelgroß, etwas plump, rundlich, tropfenförmig, unten gespitzt, in der Größe variabel, 7(-8) : 3,5-4 mm, oft nur wenige (und zum Teil auch taube) Kerne.
Fleisch hell gelblich weiß (bei Schnitt bräunend), mittelfest bis fest, mild säuerlich, gering aromatisch.
Baum
Der Baum des Riesenboiken fällt auf durch seine große, breit ausladende Krone mit relativ glattrindigen Ästen und langtriebig rutenartigem, außen überhängendem Seitenholz. Er wächst in der Jugend stark, mit kräftigen, schräg aufrechten, zum Teil flachen Leitästen. Zur Sicherstellung einer genügenden Verzweigung sollte er in den ersten Jahren geschnitten werden.
Das Laub ist relativ groß, dunkelgrün. Die Blüte im Frühjahr zeitigt mittelspät. Die Erträge sind alternierend, insgesamt mittelhoch bis hoch. Die Sorte ist triploid, kommt daher nicht als Befruchter für andere Apfelsorten in Betracht.
Das Laub ist relativ groß, dunkelgrün. Die Blüte im Frühjahr zeitigt mittelspät. Die Erträge sind alternierend, insgesamt mittelhoch bis hoch. Die Sorte ist triploid, kommt daher nicht als Befruchter für andere Apfelsorten in Betracht.
Verwechsler
Ähnliche Früchte können haben: Boikenapfel (harte Frucht, weißes Fruchtfleisch), Minister von Hammerstein (mit kleinerer u. flacherer Frucht sowie süßaromatischem Geschmack), Riesenantonovka (auffallender Rostklecks in der Stielgrube), Fettapfel (Altes Land bei Hamburg; frühere Reife, stark fettende Schale), Schicks Rheinischer Landapfel (Rheinland; höhere Fruchtform, kürzer haltbar), (Doppelter) Neuhäuser (Bergisches Land bei Solingen; Süßapfel, kaum Säure), Aargauer Jubiläumsapfel (Schweiz/ Bodenseeraum; höher gebaute Frucht, kürzer haltbar).
Zu beachten ist außerdem, dass es neben dem hier beschriebenen Riesenboiken einen zweiten - genetische unterscheidbaren - Typ Riesenboiken gibt, der äußerlich extrem ähnlich aussieht (zumal beide Typen ohnehin eine gewisse Fruchtvariabilität zeigen) und der letztlich nur an den etwas größeren - und heller braunen - Samen unterscheidbar ist.
Zu beachten ist außerdem, dass es neben dem hier beschriebenen Riesenboiken einen zweiten - genetische unterscheidbaren - Typ Riesenboiken gibt, der äußerlich extrem ähnlich aussieht (zumal beide Typen ohnehin eine gewisse Fruchtvariabilität zeigen) und der letztlich nur an den etwas größeren - und heller braunen - Samen unterscheidbar ist.
Anbaueignung
Die Sorte ist sehr gesund, zeigt auch auf schwereren Böden selten Obstbaumkrebs, ist robust gegenüber Mehltau und nur wenig anfällig für Schorf.
Fruchtfotos
Baum im Laub
Jungbaum
Literatur
Deutsche Obstbauzeitung 1911, S. 141 f.
Müller, A.; Seipp, D. (2015): Norddeutschlands Apfelsorten. Emden, Deutschland. S. 290
Diese Beschreibung ist (in verkürzter Form) Teil des vom Autor 2025/26 erscheinenden Buches „Atlas der Apfelsorten Deutschlands“. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Quelle & Meyer.