Direkt zum Inhalt
Startseite
Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt

Hauptnavigation

  • Erhalternetzwerk
    • Aufgaben und Ziele
      • Prioritäten der Sortenerhaltung
      • Sortenechtheit
    • Bedeutung der Vielfalt
    • Ausgangssituation
    • Organisationsstruktur
    • Pomologische Kommission
    • Planungen
  • Sortenbörse
    • Abgabebedingungen
    • Edelreiser
      • Äpfel
      • Birnen
      • Süßkirschen
  • Erhalter-Sammlungen
    • Erhalter
  • Sortenportraits
    • Apfel
    • Birne
    • Süßkirsche
    • Suchliste verschollene Sorten
    • Apfel
  • Mitmachen
    • Was wir anbieten
    • Was wir erwarten
    • Mustervertrag
  • Suche
  • Kontakt
    • Koordinatoren

Mensfelder Glanzrenette

Verfasst von Steffen Kahl am 6 April 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Mensfelder Glanzrenette
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Reifezeit
Pflückreife Anfang bis Mitte Oktober; Genussreife November bis Januar, bei guter Lagerung bis März/April haltbar (Wintersorte).
Herkunft
Die Mensfelder Glanzrenette ist eine hessische Lokalsorte aus der Gemeinde Hünfelden im Landkreis Limburg-Weilburg. Über die genaue Entstehung ist nichts bekannt. Die Sorte wurde Anfang des 20. Jh. von Kreisobstbauinspektor Karl Deußer stark vermehrt und empfohlen. Der Pomologe und Obstzüchter Richard Zorn/Hofheim hatte sie damals von Deußer aus Limburg erhalten und wahrscheinlich 1938 erstmals abgebildet und pomol. beschrieben. Zwischen 1929 und 1955 wurde die "Glanzrenette" neben anderen Apfelsorten und einer Birnensorte als Tafelobst kistenweise dem Eisenbahnerverein Altenhundem im Sauerland geschickt.
Es ist dem inzwischen verstorbenen Imker Dieter Kees aus Mensfelden zu verdanken, dass die Sorte bis heute erhalten geblieben ist. Er hatte sie im Herbst 2004 dem Autor vorgelegt und mit Hilfe der Aufzeichnungen von R. Zorn konnte die Sorte zweifelsfrei identifiziert werden. Die heute noch existierenden Altbäume wurden nach mündl. Überlieferung im Jahr 1917 gepflanzt.
Verbreitung
Die wenigen bekannten Altbäume stehen in der Mensfeldener Gemarkung. Ob sich die Sorte zu damaliger Zeit weiter verbreitet hat ist nicht bekannt. Seit Mitte der 2000er Jahre wird sie über die Reiserbörse des Pomologen-Vereins e.V. in Hessen sowie über eine ortsansässige Baumschule geringfügig verbreitet. Außerdem ist sie in einzelnen Sammlungen oder Lehrpfaden gepflanzt worden.
Frucht
Die Frucht ist meist mittelgroß, flachrund, mittelbauchig und zum Kelch hin stärker abnehmend, im Querschnitt unregelmäßig rund.
Die Schale ist glatt und glänzend, später leicht fettig werdend. Baumreif ist die Grundfarbe grüngelb, später zitronengelb werdend, Deckfarbe sonnenseits intensiv verwaschen rot. Die Schalenpunkte sind teils rot umhöft, es sind einzelne Rostfiguren und kleine Korkwarzen sichtbar bzw. möglich.
Die Kelchgrube ist leicht eingesunken, mit feinen Falten und Fleischperlen versehen, der Kelch ist mittelgroß bis groß, geschlossen bis halboffen, Blättchen leicht bewollt.
Die Stielgrube ist mitteltief bis tief, strahlig fein berostet bis grob gerissen. Der Stiel ist kurz und holzig.
Die Kelchhöhle ist klein und dreieckig bis flach trichterförmig, Achsenhöhle oben schmal, unten breiter offen, teils auch geschlossen, Kernhauswände ohrenförmig und glatt.
Die Kerne sind vollkommen ausgebildet, mittelgroß, langgespitzt und kastanienbraun.
Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß, mittelfest, süßsäuerlich, mild gewürzt und ausreichend saftig.
Baum
Der Wuchs ist mittelstark, die Krone ist hochgewölbt und gut verzweigt. Die Sorte ist sehr fruchtbar und liefert reiche und regelmäßige Erträge.
Verwechsler
Weilburger: dieser ist gleichmäßig zum Kelch und Stiel abgerundet und nicht leicht konisch, dafür etwas kantiger. Der Kelch ist größer und in der Regel offen.
Anbaueignung
Die Sorte bevorzugt gute Böden mit ausreichender Wasserversorgung, sie ist darüberhinaus relativ anspruchslos und gedeiht auch noch in rauen Lagen. Die Baumreife ist Anfang bis Mitte Oktober, genussreif ist der Apfel im November und hält sich bei guter Lagerung bis März/April. Darüber hinaus besitzt die Sorte einen sehr hohen Polyphenolgehalt, was sie zu einer gesunden und widerstandsfähigen Streuobstsorte macht.
Fruchtfotos
Mensfelder Glanzrenette, Gruppenbild
Mensfelder Glanzrenette, Frucht im Profil
Mensfelder Glanzrenette, Kelchansicht
Mensfelder Glanzrenette, Stielansicht
Mensfelder Glanzrenette, Längsschnitt
Mensfelder Glanzrenette, Kerne
Baum im Laub
Mensfelder Glanzrenette, Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Mensfelder Glanzrenette, Baum in Blüte
Laub
Mensfelder Glanzrenette, Blüte
Literatur
Kaiser, U. (Hrsg.) (2019): Richard Zorn - Verzeichnis aller in Deutschland angebauter Kernobstsorten, Wiebelsheim, S. 473 (Zorn, 1938)
Kahl, S. (2025): Hessische Lokalsorte des Jahres 2026 - Mensfelder Glanzrenette, Pomologen-Verein e.V. - LG Hessen (Hrsg.) (Faltblatt)

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
A-14948 Dr. Norbert Clement Alte Kirchhofsgasse 10
35037 Marburg
Deutschland
norbert.clement@posteo.de
A-14949 Dr. Norbert Clement Alte Kirchhofsgasse 10
35037 Marburg
Deutschland
norbert.clement@posteo.de
A-4153 Dr. Norbert Clement Alte Kirchhofsgasse 10
35037 Marburg
Deutschland
norbert.clement@posteo.de
A-4154 Jens Dreyßig Strichweg 51
27474 Cuxhaven
Deutschland
jens.dreyssig@gmx.de

Gut zu wissen

  • Glossar
  • Autoren, Urheberrecht
  • Spende
  • Förderung Heidehof Stiftung

Neue Sorten

  • Ulmer Butterbirne
  • Souvenir de Jules Guindon
  • Rihas Kernlose Butterbirne
  • Trockener Martin
  • Petersbirne
  • Römische Schmalzbirne
  • Graue Hühnerbirne
  • Seckel
  • Paulsbirne
  • Hessel
  • Monchallard
  • Beurre van den Ham
  • Sommermuskateller
  • Pitmaston
  • Neue Fulvie

Seitennummerierung

  • Vorherige Seite
  • 6
  • Nächste Seite

Kennzeichnungen

Gefährungsgrade

Am Beispiel der Kirsche:

Standardsorte

gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

Regionalsorte

Das Angebot des Erhalternetzwerkes Obstsortenvielfalt ist ein Projekt des Pomologen-Verein e. V..

Bundesgeschäftsstelle
Ulrich Kubina, Husumer Straße 16, 20251 Hamburg
Telefon (040) 46 06 37 55, Telefax (040) 46 06 39 93
Impressum & Datenschutz

Benutzermenü

  • Anmelden