
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Synonyme
Michelsbirne (fälschlicherweise, da dies eine eigene Sorte ist)
Reifezeit
Erntereif ist die Sorte Mitte Oktober, die Nutzung geht von Dezember bis März, dann ist auch ein Teil der Säure abgebaut.
Herkunft
Die deutsche Erstbeschreibung erfolgte 1854 von Lucas, wonach die Paulsbirne in Württemberg ziemlich häufig ist, ohne weitere Angaben zu machen, wo sie entstanden ist oder woher der Name kommt.
Verbreitung
In Württemberg noch gelegentlich anzutreffen, in den anderen Teilen Deutschlands bisher kaum zu finden. Die Sorte wird aber in Sammlungen gesichert und ist noch in gut sortierten Baumschulen erhältlich.
Frucht
Große, klobige, kreisel- bis birnenförmig Frucht, zum Stiel eingeschnürt und verjüngt, aber auch einen einseitigen Rücken bildend oder regelmäßig verjüngt. Die Frucht ist kelchbauchig, steht, im Querschnitt etwas kantig.
Die Stielpartie endet stumpf mit leichter Grube, die meist einen stärkeren Wulst ausbildet, der den Stiel dann auch zur Seite drücken kann, mit hellbrauner Rostkappe. Der Stiel ist bis 4 cm lang, 3 mm dick, an den Enden etwas stärker, holzig braun.
Die Kelchgrube ist mitteltief, fast schüsselförmig, wenn sie nicht öfter uneben wäre, die Berostung eher fleckig als flächig. Der Kelch ist offen mit hornig verkümmerten hochstehenden, nicht verwachsenen Blättern.
Die Schale hell nach gelblich auf, bis zu zwei Drittel der Frucht ist von karminroter Deckfarbe überzogen, von streifig bis dunkelrot deckend, teils flächig bis netzförmig hellbraun berostet.
Die Kernhausachse ist geöffnet, die Kammern leicht abstehend mit gut entwickelten, hellbraunen Kernen 9 : 5 mm.
Das Fruchtfleisch ist gelblich, nicht sehr saftig, süßlich mit leicht herber Note.
Die Stielpartie endet stumpf mit leichter Grube, die meist einen stärkeren Wulst ausbildet, der den Stiel dann auch zur Seite drücken kann, mit hellbrauner Rostkappe. Der Stiel ist bis 4 cm lang, 3 mm dick, an den Enden etwas stärker, holzig braun.
Die Kelchgrube ist mitteltief, fast schüsselförmig, wenn sie nicht öfter uneben wäre, die Berostung eher fleckig als flächig. Der Kelch ist offen mit hornig verkümmerten hochstehenden, nicht verwachsenen Blättern.
Die Schale hell nach gelblich auf, bis zu zwei Drittel der Frucht ist von karminroter Deckfarbe überzogen, von streifig bis dunkelrot deckend, teils flächig bis netzförmig hellbraun berostet.
Die Kernhausachse ist geöffnet, die Kammern leicht abstehend mit gut entwickelten, hellbraunen Kernen 9 : 5 mm.
Das Fruchtfleisch ist gelblich, nicht sehr saftig, süßlich mit leicht herber Note.
Baum
Der Baum der Paulsbirne wächst stark und bildet ausladende, in die Breite gehende Kronen, die sich gut verzweigen und willig Fruchtholz ansetzen. Auffällig ist auch das große, dunkelgrüne Laub, das meist auch sehr gesund ist, wie auch die Früchte.
Die Blüte erscheint spät, was die Sorte auch für Spätfrostlagen interessant macht.
Die Blüte erscheint spät, was die Sorte auch für Spätfrostlagen interessant macht.
Verwechsler
Diese Birne ist kaum mit bisher bekannten anderen Sorten zu verwechseln. Die große Frucht in Kombination mit der Farbgebung und der Reifezeit ist sehr markant.
Anbaueignung
Für den extensiven Streuobstanbau eine absolut zu empfehlende Sorte. Nicht in erster Linie als Tafelbirne (auch wenn die Sorte im Spätwinter für eine Frucht, die im freien Stand ausreift, gut genussfähig ist), sondern als vielfältig zu nutzende Wirtschaftssorte.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Lucas, E. (1854): Die Kernobstsorten Württembergs. Stuttgart, Deutschland; Franz Köhler. S. 255
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1866): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 5. Birnen. Ravensburg, Deutschland; Dornsche Buchhandlung. Nr. 521
Soerlich,M. (1902): Pauls Birne Pomologische Monatshefte. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. 48 (1902)
Hartmann, W.; (2019: Farbatlas Alte Obstsorten. 6. Auflage, Stuttgart, Deutschland; Ulmer. S. 282
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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