
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Cerovaca, Bezjaderka Rihova, Coreless
Reifezeit
Erntereif Anfang Oktober, genussfähig bis Mitte Dezember.
Herkunft
Mathieu schreibt 1895, dass die Sorte eine wertvolle böhmische Züchtung sein soll. Dies wird ein Jahr später von Burian insofern ergänzt, dass die ursprüngliche Herkunft Kroatien sein soll und die Sorte dort unter dem Namen Cerovaca stark verbreitet war. Die Umbenennung geschah, weil der erste Baum in Böhmen bei Joseph Riha im Garten stand und von dort an die Baumschule Späth in Berlin zur Verbreitung kam, was auch bedeutet, dass die Sorte nicht nach dem tschechischen Pomologen Jan Riha benannt wurde, was durchaus plausibel wäre. Jan Riha hingegen schreibt, dass er nach sehr ausführlichen Untersuchungen in Kroatien keinen einzigen Beleg für die Sorte Cerovaca finden konnte und zweifelt diese Herkunft an.
Offen bleibt die Frage, ob es eine Identität mit der englischen Sorte Coreless (,,Kernlos") gibt. Die Genetik sieht eine Identität, pomologisch war es bisher aber nicht möglich dies zu überprüfen, da es schwer ist an die Edelreiser in England ran zu kommen. Die Fotos aus Brogdale würden passen, leider gibt es aber bisher keine pomologische Beschreibung der Sorte. Da sie zeitlich auf vor 1831 zurückdatiert werden kann, wäre sie nach bisherigen Erkenntnissen die älteren Benennung der Sorte.
Offen bleibt die Frage, ob es eine Identität mit der englischen Sorte Coreless (,,Kernlos") gibt. Die Genetik sieht eine Identität, pomologisch war es bisher aber nicht möglich dies zu überprüfen, da es schwer ist an die Edelreiser in England ran zu kommen. Die Fotos aus Brogdale würden passen, leider gibt es aber bisher keine pomologische Beschreibung der Sorte. Da sie zeitlich auf vor 1831 zurückdatiert werden kann, wäre sie nach bisherigen Erkenntnissen die älteren Benennung der Sorte.
Verbreitung
Dem Autor ist bisher nur ein sehr großer Altbaum der Sorte bekannt. Sie wird in verschiedenen europäischen Sammlungen erhalten, wie auch im Erhalternetzwerk.
Frucht
Mittelgroße bis große, kegel- bis birnenförmige Frucht, die spät nur etwas eingeschnürt ist, manchmal auch nur einseitig. Frucht kelchbauchig, steht meist nicht, im Querschnitt oval und deutlich kantig, flache Rippen laufen bis in die Bauchmitte.
Auf der abgestumpften Spitze ist eine kleine Stielgrube, den Bereich umgibt eine charakteristisch streifige, fleckige Berostung, die aber nicht wirklich deckend ist. Der Stiel ist bis 3 cm lang und 2-3 mm dick, am Ende etwas kräftiger, am Ansatz grün und erst spät braun werdend, öfter etwas gebogen.
Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt, aber nicht so tief, dass der Kelch nicht über den Grubenrand geht. Markant sind die Rippen, die bis in die Grube laufen, auch hier findet sich eine fleckige Berostung, wenn auch nicht wirklich über die Grube hinaus. Der Kelch ist sehr groß, offen, verwachsen, eher verkümmert als erhalten.
Die Grundfarbe ist ein helles Grün, das dann Richtung weißlichgrün geht, Deckfarbe fehlt, Lentizellen unscheinbar, einzelne Rostsprenkel finden sich. Die Kernhausachse ist geöffnet, Kammern anliegend, länglich mit Nase, aber ohne Kerne.
Das Fruchtfleisch ist weißlich, saftig, süßsäuerlich, aromatisch und wird schmelzend.
Auf der abgestumpften Spitze ist eine kleine Stielgrube, den Bereich umgibt eine charakteristisch streifige, fleckige Berostung, die aber nicht wirklich deckend ist. Der Stiel ist bis 3 cm lang und 2-3 mm dick, am Ende etwas kräftiger, am Ansatz grün und erst spät braun werdend, öfter etwas gebogen.
Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt, aber nicht so tief, dass der Kelch nicht über den Grubenrand geht. Markant sind die Rippen, die bis in die Grube laufen, auch hier findet sich eine fleckige Berostung, wenn auch nicht wirklich über die Grube hinaus. Der Kelch ist sehr groß, offen, verwachsen, eher verkümmert als erhalten.
Die Grundfarbe ist ein helles Grün, das dann Richtung weißlichgrün geht, Deckfarbe fehlt, Lentizellen unscheinbar, einzelne Rostsprenkel finden sich. Die Kernhausachse ist geöffnet, Kammern anliegend, länglich mit Nase, aber ohne Kerne.
Das Fruchtfleisch ist weißlich, saftig, süßsäuerlich, aromatisch und wird schmelzend.
Baum
Der Baum wächst stark und geht im Alter in die Breite. Die Verzweigungswilligkeit ist gut und es bildet sich viel kurzes Fruchtholz. Das Blatt ist etwas bewollt und dadurch weniger anfällig für Trockenstress und Sonnenbrand. Bisher zeigt sich keine besondere Krankheitsanfälligkeit.
Die Blüte erscheint mittelspät mit acht einzelnen Blüten je Knospe. Besonders ist, dass die Blüte frosthart zu sein scheint. Auch in Jahren wo alle Sorten im Umfeld in der Blüte erfroren sind, gab es Ertrag.
Die Blüte erscheint mittelspät mit acht einzelnen Blüten je Knospe. Besonders ist, dass die Blüte frosthart zu sein scheint. Auch in Jahren wo alle Sorten im Umfeld in der Blüte erfroren sind, gab es Ertrag.
Verwechsler
Der Form nach Präsident Mas - diese ist aber weniger berostet.
In der Kombination von dem großen, offenen Kelch mit der Rostkappe um den Stiel sind die Früchte schon sehr markant.
In der Kombination von dem großen, offenen Kelch mit der Rostkappe um den Stiel sind die Früchte schon sehr markant.
Anbaueignung
Sehr empfehlenswerte, gesunde Tafelbirne für die Streuobstwiese wie auch für intensivere Kulturen. Die Toleranz gegenüber Spätfrösten macht die Sorte spannend für Lagen, in denen das häufiger vorkommt. Das genetische Potential macht Rihas Kernlose Butterbirne auch interessant für Neuzüchtungen.
Fruchtfotos
Literatur
Mathieu (1895): Titel. Pomologische Monatshefte. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. 41 (1895) S. 207
Burian (1896): Titel. Pomologische Monatshefte. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. 25 (1896) S. 55
Riha, J. (1937): Ceske Ovoce. Hrusky Vol. 1. Prag, Tschechien. S. 150
Cernik, Bozek, Vezera (1961): Mala Pomologie 2 Hrusky. Prag, Tschechien. S. 42
Morgan, J. (2015): The New Book Of Pears. London, Großbritannien; Chelsea Green Puplishing. S. 213
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
Zeitlupe gGmbH