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Luiken

Verfasst von Hans-Thomas Bosch am 18 Mai 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Studioaufnahme
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Reifezeit
Mitte September bis Anfang Oktober pflückreif und etwa 6 bis 8 Wochen lagerfähig.
Herkunft
Nach derzeitigem Kenntnisstand wird der Luikenapfel Ende des 18. Jahrhunderts in einem historischen Schriftstück, der sogenannten Plattenhardter Ortsbeschreibung, erstmals erwähnt in der Schreibweise "Luicken" (Schoeneberg 1791). Wenige Jahre später erwähnt Schiller (1795) die Sorte als "Luigen". In überregional ausgerichteten Schriften erscheint die Sorte bei Dittrich (1837) und dann auch im "Illustrirten Handbuch der Obstkunde" (Oberdieck et al, 1875).
Lediglich in letztgenannter Quelle wird die mögliche Namensherkunft der Sorte erwähnt. Er soll entweder auf die Esslinger Weingärtnerfamilie Luik zurückgehen oder aus "Ludwigsapfel" abgewandelt worden sein. Die bereits 1791 gewählte Schreibweise "Luicken" deutet allerdings eher auf den Familiennnamen "Luik" als Namensgeber hin. Umso mehr als dieser Name in einem der früheren Anbauzentren des Luikenapfels, in Esslingen am Neckar, sehr häufig vorkam. Er bezieht sich auf die Stadt Lüttich, die holländisch Luik heißt.
Ausführlich wird die Sorte bei Metzger (1847) beschrieben. Er verweist auf zu seiner Zeit bereits vorhandene 100-jährige Bäume der Sorte.
Verbreitung
Der Luikenapfel hat seinen historischen Verbreitungsschwerpunkt im heutigen mittleren und nördlichen Baden-Württemberg. Metzger (1847) schreibt, dass die Sorte sogar bis zu zwei Drittel aller Obstbäume in den Regionen um Stuttgart ausmacht. Dazu trägt insbesondere ihre Eignung zur Mostbereitung bei. Überregional setzt sich die Sorte nicht durch. Altbäume finden sich aber vereinzelt auch heute noch in allen anderen Bundesländern Süddeutschlands und darüberhinaus.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts nimmt ihre Bedeutung auch in ihren Hauptanbaugebieten ab. Offensichtlich führte die Beliebtheit der Sorte dazu, dass sie auch in Regionen angebaut wurde, deren Standortverhältnisse ihr nicht zusagten und sie dort nicht in dem erwarteten Maße gedieh. Das wurde von Teilen der Fachwelt mit einem generellen Abbau der Sorte gleichgesetzt, was eine intensive Diskussion in Fachzeitschriften nach sich zog (Schöneberg 1919).
Aktuell werden im Zuge von Bemühungen um die Erhaltung der Sortenvielfalt in Baden-Württemberg wieder vermehrt Luikenäpfel gepflanzt. Insbesondere werden die ausgesprochen späte Blüte und die Eignung für die Mostbereitung dabei hervorgehoben.
Frucht
Früchte klein bis mittelgroß, flach kegelförmig, relativ ebenmäßig im Querschnitt mit nur leichten Wölbungen der Fruchtseiten; die Schalenpunkte sind unscheinbar, auf der Grundfarbe bräunlich, auf der Deckfarbe blassrot oder vereinzelt weißlich punktiert; an intensiv gefärbten Früchten und zur Stielseite hin treten sie deutlicher hervor; mäßig druckfest;
Schale glatt bis schwach fettend;
Grundfarbe helles bis trübes gelb, überwiegend von streifen- und punktförmig ausgeprägter roter bis bläulichroter Deckfarbe überzogen (Steifling); Grundfarbe scheint meist noch fleckenartig durch, nur bei intensiv gefärbten Früchten nahezu vollständig überdeckt;
mäßig berostet nur in der Stielgrube, mehr oder weniger strahlig ausgebreitet; Kelchgrube mit allenfalls feinen Rostanflügen;
Stielgrube mittelweit und mitteltief, weitgehend ebenmäßig; Stiel kurz bis mittellang, mitteldick;
Kelchgrube mitteltief, auch flacher, mit nur unscheinbaren Wülsten, teils mit feinen Fleischperlen; Kelch klein, geschlossen; Kelchblätter mittellang, mittelbreit, blass graugrün;
Kelchhöhle klein mit sehr feiner, teils bis zum Kernhaus reichender Röhre;
Kernhaus klein bis sehr klein, mittig; Wände glatt; Achse schwach geöffnet;
Kerne klein, selten mittelgroß, eiförmig mit kurzer Spitze, kastanienbraun, gut ausgebildet;
weißes Fleisch, am Schalenrand rötlich, seltener vereinzelt rötlich geadert; saftig, weich;
Geschmack mäßig säuerlich-süß, schwach parfümiert, fruchtig angenehm;

Besondere Merkmale:
ebenmäßig geformt, teils intensiv bläulich rot gestreift, kleiner Kelch, feine Kelchröhre, kleines Kernhaus, weißes Fleisch, eher kleine, dunkle Kerne







Baum
starkwüchsig, mit charakteristisch lang überhängendem und dichtem Kronenbild; ausgesprochen späte Blüte
Verwechsler
Muskatellerluiken (größere Früchte, unregelmäßiger, glänzende, stärker fettende Schale, frühere Reife, stippeanfällig)

Ginger Luiken (deutlich unregelmäßigere Form, deutlich saurer)

Heslacher Gereutapfel (bläulich bereifte Schale, längerer Stiel, sehr sauer)

Gewürzluiken (größere Früchte, intensiver bläulich rot ausgefärbt, ausgeprägte, teils fühlbare Schalenpunkte, deutlich weitere Stielgrube, Kelch groß und meist geöffnet, keine Kelchröhre, Holz sehr krebsanfällig, kein "Luikenhabitus)

Aus dem Luikenapfel wurden aufgrund seiner früheren Beliebtheit immer wieder Sämlinge gezogen und verbreitet, die der Muttersorte sehr ähnlich sein können. Teilweise ist die Bestimmung anhand der Früchte allein nicht möglich und die Baummerkmale sind unbedingt einzubeziehen. In besonderen Fällen (z.B. bei Reiserabgabe an Baumschulen oder an Reiserschnittgärten) sollte die Sortenechtheit durch eine molekulargenetische Analyse bestätigt sein.
Anbaueignung
mittlere bis gute Obstbaulagen und Böden, in feuchtkühlen Lagen und auf schweren Böden krebsanfällig; für solche Bedingungen eignet sich die Sorte Ginger Luiken besser; etwas schorfanfällig
Originalname
Luikenapfel
Fruchtfotos
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Baum im Laub
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Baumblüte
Jungbaum
Jungbaum
Literatur
Rösler, G.F.: Die Aych, mit ihren Einflüssen und Gebieten. Beyträge zur Naturgeschichte des Herzogtums Wirttemberg. Philipp Heinrich Hopf (Hrsg.). Tübingen 1791. Drittes Heft, S. 131ff.
Schiller, J.C. (1795): Die Baumzucht im Großen aus Zwanzigjährigen Erfahrungen im Kleinen in Rücksicht auf ihre Behandlung, Kosten, Nutzen und Ertrag beurtheilt. Hofbuchhandlung, Neustrelitz. Reprint Stuttgart 1993. S. 169 und S. 171
Dittrich, J.G. (1837): Systematisches Handbuch der Obstkunde. Erster Band. Kernobstfrüchte. Jena. S. 448.
Metzger, Joh. (1847): Die Kernobstsorten des südlichen Deutschlandes. Frankfurt a. M. S. 126ff.
Lucas, Ed. (1854): Die Kernobstsorten Württembergs. Stuttgart. S. 119f.
Schönberg (1919): Zu den drei Amerikanern und Lokalsorten oder neue Sorten. Der Obstbau. Monatsschrift für Pomologie und Obstkultur. Nr. 7, S. 123ff. Stuttgart.

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Gefährungsgrade

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Standardsorte

gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

Regionalsorte

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