
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
ja
Synonyme
Wallstädter Rosenapfel
Reifezeit
Pflückreife Mitte/Ende Oktober, Genussreife ab November bis in den Winter, bei guter Lagerung bis März.
Herkunft
Ungewiss. Soll angeblich durch einen Anton Schandel um 1870 als Sämling vom Rheinischen Bohnapfel aus der Gegend von Tauberbischofsheim/Wertheim nach Großwallstadt gebracht worden sein. Die ursprüngliche Bezeichnung war wohl „Schandels Ton-Apfel“, die heutige Bezeichnung Wallstädter Rosenapfel hat sich um 1900 eingebürgert, wobei der richtige Name Großwallstädter Rosenapfel ist (Wallstadt ist auch ein Stadtteil von Mannheim, wo der Apfel nicht vorkommt).
Verbreitung
Das Hauptverbreitungsgebiet liegt im Bayerischen Untermain und Spessart sowie in Mainfranken, besonders zwischen Wertheim, Miltenberg und Aschaffenburg. Die Sorte ist z. T. in unterfränkischen Baumschulen erhältlich und hat sich regional ausgebreitet.
Frucht
Die Frucht ist mittelgroß, oft auch kleiner, ungleichmäßig rund (kugelig), erscheint teils hochgebaut (fassförmig), einzelne Früchte breitrund, zum Kelch und Stiel gleichmäßig abgerundet.
Die Schale ist glatt und trocken, Schalenpunkte vereinzelt sichtbar, am Baum typisch lila bereift, druckfest, schwach duftend. Die Grundfarbe ist gelblich (meist nicht zu erkennen), die Deckfarbe ist purpurrot verwaschen, teils kurz gestreift, auf der Schattenseite marmoriert und gepunktet.
Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt, von feinen Falten umgeben, Schalenpunkte hier dichter, der Kelch ist mittelgroß, geschlossen bis halboffen, Blättchen am Grunde sich berührend und bewollt.
Die Stielgrube ist leicht eingesenkt, eng, zimtfarbig berostet. Der Stiel ist sehr kurz bis kurz, holzig bis fleischig verdickt.
Das Kernhaus liegt mittig, die Achsen sind offen, die Kernhauswände sind sichelförmig, glatt. Die Kerne sind rundlich, kurz gespitzt und vollkommen ausgebildet, zahlreich.
Das Fruchtfleisch ist grünlichweiß bis weißlich, feinzellig, saftig, später mürbe werdend, süßsäuerlich und aromatisch.
Die Schale ist glatt und trocken, Schalenpunkte vereinzelt sichtbar, am Baum typisch lila bereift, druckfest, schwach duftend. Die Grundfarbe ist gelblich (meist nicht zu erkennen), die Deckfarbe ist purpurrot verwaschen, teils kurz gestreift, auf der Schattenseite marmoriert und gepunktet.
Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt, von feinen Falten umgeben, Schalenpunkte hier dichter, der Kelch ist mittelgroß, geschlossen bis halboffen, Blättchen am Grunde sich berührend und bewollt.
Die Stielgrube ist leicht eingesenkt, eng, zimtfarbig berostet. Der Stiel ist sehr kurz bis kurz, holzig bis fleischig verdickt.
Das Kernhaus liegt mittig, die Achsen sind offen, die Kernhauswände sind sichelförmig, glatt. Die Kerne sind rundlich, kurz gespitzt und vollkommen ausgebildet, zahlreich.
Das Fruchtfleisch ist grünlichweiß bis weißlich, feinzellig, saftig, später mürbe werdend, süßsäuerlich und aromatisch.
Baum
Die Bäume sind relativ starkwachsend und bilden eine große, breit ausladende und gut verzweigte Krone. Die Sorte ist sehr gesund und fruchtbar. Es wechseln sehr hohe und geringe Erträge.
Verwechsler
Berner Rosenapfel - dieser ist intensiver gefärbt, hat auffälligere Schalenpunkte, die Kerne sind zugespitzt und das Fruchtfleisch kann unter der Schale gerötet sein. Der Baum wächst deutlich schwächer und hat eine sparrige Verzweigung.
Anbaueignung
Der Großwallstädter Rosenapfel ist eine anspruchslose, robuste und widerstandsfähige Sorte für den extensiven Streuobstanbau. Als Tafel- und Wirtschaftssorte sowie auch als Brennfrucht wird diese Regionalsorte von Liebhabern sehr geschätzt. Der Apfel ist saftig, süßsauer, aromatisch und hält sich bis in den Winter. Die Bäume und die Früchte sind sehr gesund, insbesondere wenig schorfanfällig.
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Triebe
Literatur
Kahl, S. (2022): Es gibt sie noch - Regionaltypische Kernobstsorten im Raum Bayerischer Untermain & Spessart. Hrsg.: Regierung von Unterfranken, Würzburg, S. 39/40