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Metzer Bratbirne (Löschnig)

Verfasst von Richard Dahlem am 8. Dezember 2024. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
IDs: 789_1070866, IDs: 789_1070867, IDs: 789_1070868
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Löschnig (1912) gibt u. a. als Synonyme an: ,,Carisi", ,,Carisi blanc", ,,Carisier". Diese Synomyme sind jedoch der Metzer Bratbirne nach Lucas, welche auch vielfach als Grüne Jagdbirne beschrieben wurde, zuzuordnen. Weitere Synonyme nach Löschnig sind ,,Spitzbirne" und ,,Brunnenbirne" in Oberösterreich.
Reifezeit
Mitte bis Ende Oktober.
Herkunft
Nach Löschnig (1912) soll sie aus Frankreich, aus der Gegend um Metz, stammen. Er zitiert dabei die Beschreibung von Lucas in den Pomologischen Monatsheften von 1883, die die vielfach als ,,Grüne Jagdbirne" beschriebene Metzer Bratbirne darstellt. Es ist also derzeit unklar, welche Sorte die Metzer Bratbirne nach Löschnigs Beschreibung ist.
Verbreitung
Wurde nach Löschnig (1912) in Östereich seit ca. 1880 eingeführt und soll zum Zeitpunkt seiner Beschreibung schon recht häufig in jungen, aber bereits tragenden Bäumen vorhanden gewesen sein. Es ist also davon auszugehen, dass sie heute in Österreich noch zu finden ist. Hartmann (2019) schreibt, dass die Sorte in weiten Teilen Süddeutschlands verbreitet sei. Dem Autor sind keine Altbäume dieser Sorte in der Mostbirnenregion Trier/Luxemburg bekannt. Auch in alten Baumschulkatalogen aus dieser Region findet sich nur die vielfach als Grüne Jagdbirne beschriebene Metzer Bratbirne, meist unter dem Namen ,,Carisi".
Frucht
Die Früchte wiegen meist zwischen 35 und 55 g. Sie sind damit meistens klein, selten mittelgroß einzustufen. Die Form ist eiförmig, nach dem Kelch hin etwas stärker abgerundet und nach dem Stiel hin spitzer zulaufend, aber nur wenig einziehend.

Die Grundfarbe ist in der Reife grünlichgelb. Deckfarbe fehlt. Sehr markant ist die zimt- bis rotbraune Berostung, die sich als Rostfiguren sowie berostete Schalenpunkte auf der Frucht zeigen.

Die Schale ist trocken und rau. Die Früchte sind druckfest und gut transportfähig.

Der Kelch hat teils eine flache und ebene, teils auch keine Kelchgrube. Diese ist nur wenig stärker berostet als die restliche Frucht. Der Kelch ist offen und die Kelchblätter sind mittelbreit, kurz und abstehend. Es sind keine Falten oder Fleischperlen am Kelch bzw. in der Kelchgrube vorhanden.

Die Stielgrube ist sehr flach, eng und hat ein bis zwei kleine Fleischwülste am Stiel. Sie zeigt manchmal eine kleine Rostkappe. Der Stiel ist im Verhältnis zur Fruchthöhe mittellang und mitteldick. Auffällig ist seine glänzend rotbraune Farbe.

Die Kelchhöhle ist flach-schüsselförmig und ohne erkennbare Kelchröhre. Das Kernhaus ist mittig und mittelgroß, mit meist offener Achsenhöhle. Die Kerne sind mäßig zahlreich (im Schnitt zwei bis vier Stück je Frucht), länglich und mittelgroß, meist 8 : 4 mm. Auf der Kernkuppe befindet sich eine stumpfe, seitliche, wenig auffällige Nase.

Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, grobkörnig, sehr saftig, süß und stark adstringierend.

Zusammenfassung und besondere Merkmale:
- Grundfarbige, kugelige Sorte mit mittellangen Stielen.
- Früchte meist klein, seltener mittelgroß und mit später (Mostbirnen-)Reifezeit.
- Berostung der Frucht auffällig, zimt- bis rotbraun.
- Stiel glänzend, rotbraun.
Baum
Der Baum soll nach Löschnig (1912) starkwachsend sein und glänzendbraune Äste und Zweige haben. Er schreibt weiter, dass der Baum in der Jugend breitpyramidale, etwas sparrige Kronen mit kurzem und starkem Fruchtholz aufbaut.
Verwechsler
Gelbmöstler
Diese Sorte hat jedoch deutliche Fleischperlen in der Kelchgrube und breitere Kerne.

Weilersche Mostbirne
Diese hat deutlich breitere und tiefere Kelch- und Stielgruben und ist bergamotteförmig.
Anbaueignung
Die Metzer Bratbirne (Löschnig) ist eine Hochstammsorte für den extensiven Streuobstanbau.

Nach Löschnig (1912) verlangt der Baum einen trockenen Boden, eine freie Lage und ,,Winterweizenklima". Aus heutiger Sicht sind dies wintermilde und sommerwarme Regionen mit guter Sonneneinstrahlung, aber nicht zu hohen Temperaturen (über 30 °C) und längeren Trockenperioden. Nasse Böden und raue Gebirgslagen sind ungeeignet.
Fruchtfotos
ID: 789_1070865
ID: 789_1070865
ID: 787_1070865
ID: 788_1070861
ID: 787_1070857
ID: 788_1070857
ID: 787_1070858
ID: 790_1070873
ID: 788_1070864
ID: 787_bis_790_1070945
Literatur
Dahlem, R. (2014): Einteilung von Mostbirnen in Verwechslergruppen. Oder: Wie gewinne ich den Überblick in einer vielfältigen Sortengruppe. Unveröffentlichtes Manuskript, 8 Seiten.
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer-Verlag, 6. Auflage, 352 Seiten.
Löschnig, J., Müller, H. M. & Pfeiffer, H. (1912): Empfehlenswerte Obstsorten . Zweiter Band: Birnen. Hrsg.: Landes-Obstbauverein für Niederösterreich. Wien, Scholle-Verlag.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung

Reiserabgabe

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34260 Kaufungen
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34260 Kaufungen
Deutschland
jahiba@gmx.de
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