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Welsche Bratbirne

Verfasst von Richard Dahlem am 8. Dezember 2024. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
IDs: 1387_1110689, 1387_1110691, 1387_1110692
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Zahlreiche Synonyme in Österreich. Für Deutschland werden von Löschnig et al. (1912) genannt: Grüne Mostbirne, Oberländerin, Steinlacherin, Cyderbirne, Grünlingsbirne, Grüne Heilbronner Mostbirne, Hilsbacher Mostbirne, Hehlsche Bratbirne und Kohlbirne.
Reifezeit
Ende September bis Mitte Oktober.
Herkunft
Die Welsche Bratbirne ist eine sehr alte Sorte und soll aus Württemberg stammen. Löschnig (1912) schreibt, daß die Sorte schon seit Jahrhunderten in Ober- und Niederösterreich sowie der Steiermark verbreitet und dort eine Hauptsorte des Normalsortimentes sei.
Verbreitung
In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz noch weit verbreitet (Hartmann 2019). In der Mostbirnenregion Trier/Luxemburg spielt die Welsche Bratbirne keine Rolle. Sie wurde bis jetzt nicht als Altbaum gefunden. Der bis jetzt einzige Hinweis auf die Sorte ist ein Baumschulkatalog der Baumschule Mousel aus Sandweiler (Luxemburg) aus dem Jahr 1898. Hier wird die Welsche Bratbirne als ausgezeichnete Mostbirne gelistet.
Frucht
Die Welsche Bratbirne gehört mit einem Fruchtgewicht von etwa 50 - 70 g zu den mittelgroßen Mostbirnensorten. Sie sind flachkugelig bis bergamotteförmig, meist etwas breiter als hoch.

Die Grundfarbe ist trübgrün und hellt sich in der Reife gelblich-grün auf. Deckfarbe ist nicht vorhanden. Die Schalenpunkte sind zahlreich, klein und meist verkorkt.

Die Schale ist glatt und derb und oft mit Schorfflecken befallen, was für die Sorte als typisch gilt (Löschnig 1912).

Die Kelchseite ist abgeplattet. In einer flachen Kelchgrube stehen voll ausgebildete große Kelchblätter, die sternförmig auf der Frucht aufliegen. Die Kelchblätter sind markant wollig-filzig behaart. Der Kelch ist offen. Die Kelchgrube ist etwas berostet, ohne dass man aber von einer Rostkappe sprechen kann.

Die Stielgrube ist eng und flach. Auch hier zeigen sich kleinere Berostungen. Der Stiel ist mit meist 20 - 30 mm Länge im Verhältnis zur Fruchthöhe als mittellang einzustufen. Er ist mitteldick, gerade, wie eingesteckt wirkend und ebenso wie die Stielgrube leicht behaart. Zur Frucht hin ist er meistens grün.

Die Kelchhöhle ist sehr flach und setzt sich in eine feine Kelchröhre fort. Das Kernhaus ist mittig und klein mit offener Achsenhöhle. Gut entwickelte Kerne sind dunkelbraun, langoval und haben eine weitgehend abgerundete Kuppe mit einer wenig auffälligen, stumpfen Nase.

Das Fruchtfleisch ist hell, grobkörnig und saftig und wird schnell teigig. Der Geschmack ist herb-süß mit einem für Mostbirnen mittleren Gerbstoffgehalt.

Zusammenfassung und besondere Merkmale:
- Grundfarbige, flachkugelige Sorte mit mittellangen Stielen.
- Früchte meist mittelgroß und mit mittlerer (Mostbirnen-)Reifezeit.
- Kelchblätter groß, sternförmig aufliegend, wollig-filzig behaart.
- Stiel und Stielgrube behaart.

Baum
Nach Löschnig (1912) hat die Sorte einen etwas gedrungenen Wuchs und entwickelt eine regelmäßige, breitpyramidale, reichverzweigte Krone mit kurzem, ziemlich starken Fruchtholz. Die Zweige sind stark wollig. Ebenso die Blätter, die an den Rändern aufgebogen und dunkelgrün sind.
Verwechsler
Aufgrund der charakteristischen Fruchteigenschaften sowie der typischen Kronenform und den filzigen Blättern nicht mit anderen Mostbirnensorten zu verwechseln.
Anbaueignung
Die Welsche Bratbirne ist eine Most- und Brennsorte für den extensiven Streuobstanbau. Löschnig (1912) attestiert der Sorte eine allgemeine Anspruchslosigkeit an ihren Standort. Sie hat sich in Berg- und Höhenlagen bewährt und gedeiht auch noch in Raulagen. Die Welsche Bratbirne ist etwas schorfanfällig, was jedoch für die Verarbeitung der Früchte keine Rolle spielt. Nach Löschnig (1912) tritt der Ertrag sehr spät, oft erst im 20. Standjahr des Baumes, ein. Dafür ist er in den späteren Jahren regelmäßig, aber alternierend.
Fruchtfotos
ID: 1387_1110692
ID: 1388_1110695
ID: 1388_1110694
ID: 1389_1110698
ID. 1388_1110695
ID: 1389_1110699
ID: 1388_1110696
ID: 1389_1110700
ID: 1387_1110693
ID: 1387_bis_1389_1110867
Literatur
Dahlem, R. (2014): Einteilung von Mostbirnen in Verwechslergruppen. Oder: Wie gewinne ich den Überblick in einer vielfältigen Sortengruppe. Unveröffentlichtes Manuskript, 8 Seiten.
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer-Verlag, 6. Auflage, 352 Seiten.
Löschnig, J., Müller, H. M. & Pfeiffer, H. (1912): Empfehlenswerte Obstsorten . Zweiter Band: Birnen. Hrsg.: Landes-Obstbauverein für Niederösterreich. Wien, Scholle-Verlag.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
B-2248 Walter Bauer Talstraße 16
66709 Weiskirchen-Rappweiler
Deutschland
bauer.hwb@web.de
B-2893 Walter Bauer Talstraße 16
66709 Weiskirchen-Rappweiler
Deutschland
bauer.hwb@web.de
B-3923 Walter Bauer Talstraße 16
66709 Weiskirchen-Rappweiler
Deutschland
bauer.hwb@web.de

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Kennzeichnungen

Gefährungsgrade

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Standardsorte

gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

Regionalsorte

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