
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Normännische Bratbirne und Holzbirne in Österreich (Löschnig 1913), Besi d'Antenaise in Frankreich und Luxemburg.
Reifezeit
Mitte bis Ende September.
Herkunft
Die Normännische Ciderbirne stammt aus Frankreich (Löschnig 1913).
Verbreitung
Löschnig (1913) schreibt, daß die Normännische Ciderbirne in Österreich gegen Ende des 19. Jahrhunderts stark angepflanzt und zur Bepflanzung von Straßen wegen ihres pappelartigen Wuchses empfohlen wurde. Er schreibt auch, dass infolge von Frostempfindlichkeit des Stammes, der geringen Fruchtbarkeit und der Kleinheit der Früchte ein großer Teil der Bäume wiederum entfernt wurde.
Dieses Schicksal dürfte die Sorte auch in den anderen Mostbirnenregionen Mitteleuropas ereilt haben, so daß alte Bäume dieser Sorte heute vermutlich selten geworden sind.
In der Mostbirnenregion Trier/Luxemburg gehörte die Normännische Ciderbirne nicht zum Standardsortiment der Baumschulen. Einziger Nachweis ist der Katalog der Baumschule Mousel aus Sandweiler von 1898. Etwa zu dieser Zeit wurde die ca. 3 km lange Mostbirnenallee bei Schengen (Luxemburg) begründet, in der es einige Vorkommen der Normannischen Ciderbirne gibt. Diese finden sich meistens auf Bäumen mit noch einer anderen Sorte darauf und kommen hier meistens nur in den unteren Kronenbereichen vor. Das legt die Vermutung nahe, dass diese Bäume bald nach der Pflanzung umveredelt wurden oder die Normannische Ciderbirne als Stammbildner durchgewachsen ist.
Dieses Schicksal dürfte die Sorte auch in den anderen Mostbirnenregionen Mitteleuropas ereilt haben, so daß alte Bäume dieser Sorte heute vermutlich selten geworden sind.
In der Mostbirnenregion Trier/Luxemburg gehörte die Normännische Ciderbirne nicht zum Standardsortiment der Baumschulen. Einziger Nachweis ist der Katalog der Baumschule Mousel aus Sandweiler von 1898. Etwa zu dieser Zeit wurde die ca. 3 km lange Mostbirnenallee bei Schengen (Luxemburg) begründet, in der es einige Vorkommen der Normannischen Ciderbirne gibt. Diese finden sich meistens auf Bäumen mit noch einer anderen Sorte darauf und kommen hier meistens nur in den unteren Kronenbereichen vor. Das legt die Vermutung nahe, dass diese Bäume bald nach der Pflanzung umveredelt wurden oder die Normannische Ciderbirne als Stammbildner durchgewachsen ist.
Frucht
Die Normännische Ciderbirne ist mit einem Gewicht von 15 - 20 g die vermutlich kleinste Mostbirnensorte. Sie ist meist etwas höher wie breit und in der Draufsicht rund. Da die Früchte fast immer komplett berostet sind, ist die Grundfarbe nicht sichtbar. In Baumreife sind die Früchte olivfarben und hellen sich zur Verwertungsreife zimtfarben auf. Eine Deckfarbe fehlt. Die Lentizellen sind in der Berostung als graue Punkte und Sternchen markant sichtbar.
Die Früchte werden schnell weich und müssen zügig verarbeitet werden.
Eine Kelchgrube ist nicht vorhanden, die Kelchumgebung leicht höckrig. Die schmalen und recht langen Kelchblätter sitzen krönchenförmig auf der Frucht auf und sind wie die an sie angrenzenden Bereiche stark wollig-filzig behaart. Sie sind wellig angeordnet, wodurch der halboffene Kelch etwas zusammengedrückt wirkt.
Auch eine Stielgrube fehlt. Oft finden sich ein bis zwei Fleischwülste unmitttelbar am Stiel, ohne diesen aber merklich zur Seite zu drücken. Der Stiel ist mit 15 bis 25 mm Länge im Verhältnis zur Fruchthöhe meist mittellang, selten kurz einzustufen. Er ist dunkelbraun, zur Frucht hin grün.
Die schüssel- bis trichterförmige Kelchhöhle setzt sich in eine schmale Kelchröhre fort. Das Kernhaus erscheint im Verhältnis zur Frucht recht groß und hat eine offene Achsenhöhle. Es enthält zahlreiche Kerne. Diese sind mit 7 : 5 mm breitrund, in der Form etwas streuend und ohne nennenswerte Nase an der Kuppe. Sie wirken wie Apfelkerne.
Das Fruchtfleisch ist sehr hell, ziemlich trocken und von herbsüßem Geschmack (Löschnig 1913).
Zusammenfassung und besondere Merkmale:
- Grundfarbige, kugelige bis hochkugelige Sorte mit überwiegend mittellangen, selten kurzen Stielen.
- Früchte meist sehr klein und mit mittlerer (Mostbirnen-)Reifezeit.
- Schale komplett zimtfarben berostet.
- Kelchblätter krönchenartig auf der Frucht aufsitzend.
- Kerne apfelähnlich.
Die Früchte werden schnell weich und müssen zügig verarbeitet werden.
Eine Kelchgrube ist nicht vorhanden, die Kelchumgebung leicht höckrig. Die schmalen und recht langen Kelchblätter sitzen krönchenförmig auf der Frucht auf und sind wie die an sie angrenzenden Bereiche stark wollig-filzig behaart. Sie sind wellig angeordnet, wodurch der halboffene Kelch etwas zusammengedrückt wirkt.
Auch eine Stielgrube fehlt. Oft finden sich ein bis zwei Fleischwülste unmitttelbar am Stiel, ohne diesen aber merklich zur Seite zu drücken. Der Stiel ist mit 15 bis 25 mm Länge im Verhältnis zur Fruchthöhe meist mittellang, selten kurz einzustufen. Er ist dunkelbraun, zur Frucht hin grün.
Die schüssel- bis trichterförmige Kelchhöhle setzt sich in eine schmale Kelchröhre fort. Das Kernhaus erscheint im Verhältnis zur Frucht recht groß und hat eine offene Achsenhöhle. Es enthält zahlreiche Kerne. Diese sind mit 7 : 5 mm breitrund, in der Form etwas streuend und ohne nennenswerte Nase an der Kuppe. Sie wirken wie Apfelkerne.
Das Fruchtfleisch ist sehr hell, ziemlich trocken und von herbsüßem Geschmack (Löschnig 1913).
Zusammenfassung und besondere Merkmale:
- Grundfarbige, kugelige bis hochkugelige Sorte mit überwiegend mittellangen, selten kurzen Stielen.
- Früchte meist sehr klein und mit mittlerer (Mostbirnen-)Reifezeit.
- Schale komplett zimtfarben berostet.
- Kelchblätter krönchenartig auf der Frucht aufsitzend.
- Kerne apfelähnlich.
Baum
Der Baum hat einen pappelartigen Wuchs (Löschnig 1913).
Verwechsler
Die Normännische Ciderbirne ist mit keiner anderen Mostbirnensorte zu verwechseln.
Anbaueignung
Die Normännische Ciderbirne ist eine Hochstammsorte für den extensiven Streuobstanbau. Sie ist eine reine Mostbirne. Aufgrund der kleinen Früchte und der nur mäßigen Tragbarkeit ist sie aus heutiger Sicht wie auch schon vor hundert Jahren für Vermostungszwecke nicht mehr interessant, wenn auch die "inneren Werte" in Form von Zucker- und Säuregehalten günstig sind.
Die Sorte gilt jedoch als holzfrostempfindlich, weshalb sie nur in wintermilden Lagen angepflanzt werden sollte (Löschnig 1913).
Die Normännische Ciderbirne sollte dennoch aus historischen und genetischen Gründen erhalten und weiterhin bei extensiven Streuobstpflanzungen berücksichtigt werden.
Die Sorte gilt jedoch als holzfrostempfindlich, weshalb sie nur in wintermilden Lagen angepflanzt werden sollte (Löschnig 1913).
Die Normännische Ciderbirne sollte dennoch aus historischen und genetischen Gründen erhalten und weiterhin bei extensiven Streuobstpflanzungen berücksichtigt werden.
Fruchtfotos
Literatur
Dahlem, R. (2014): Einteilung von Mostbirnen in Verwechslergruppen. Oder: Wie gewinne ich den Überblick in einer vielfältigen Sortengruppe. Unveröffentlichtes Manuskript, 8 Seiten.
Löschnig (1913): Die Mostbirnen. Beschreibung der in Österreich am häufigsten angepflanzten Mostbirnensorten. Hrsg: Österreichische Obstbau- und Pomologengesellschaft. Wien, Verlag von Friedrich Sperl, 227 Seiten.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung
Alancri Stiftung