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Rote Lederbirne

Verfasst von Philipp Bodner am 5 Oktober 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Rote Lederbirne
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Synonyme
Rotlederbirne, Lederbirne
Reifezeit
Anfang bis Mitte Oktober erntereif, hält oft bis in den Dezember hinein
Herkunft
Die genaue Herkunft der Sorte ist ungesichert, vermutlich stammt sie aus Oberösterreich. Laut aktuellem Kenntnisstand erstmals beschrieben und auch farbig abgebildet wurde sie von Anton Kroneder 1906 bzw. 1907 in der Fachzeitschrift "Der Obstzüchter".
Verbreitung
Die Sorte ist in Österreich, insbesondere in Ober- und Niederösterreich, noch verbreitet. Eine frühere oder mögliche Verbreitung in Süddeutschland ist denkbar, konnte bislang jedoch nicht bestätigt werden. Die Sorte wird jedoch in einzelnen deutschen Sammlungen erhalten.
Frucht
Kleine bis mittelgroße Frucht (5,8 cm hoch und 5,3 cm breit/dick), meist kegelförmig bis leicht glockenförmig, mittelbauchig, verjüngt sich zum Stiel hin sehr schnell und mit einer oft starken, eher einseitigen Einschnürung. Querschnitt ziemlich rund, ungleichhälftig, Frucht steht.
Der Stiel ist lang (rund 3,5 cm) und 2-3 mm dick, leicht gebogen, meistens zur Hälfte grün, sonst braun. Er ist leicht schräg, neben der Spitze in eine seichte, wulstige Stielgrube eingesteckt.
Die Kelchgrube ist flach und eng, der Rand leicht rippig. Fleckige bis flächige Berostung um den Kelch. Der Kelch ist mittelgroß und offen. Die Kelchblätter sind kurz bis mittellang, meistens nach außen geklappt, am Ansatz verwachsen.
Die Grundfarbe ist grünlichgelb. Die verwaschene, teilweise leicht gestreifte, orange- bis trübrote Deckfarbe ist mit zahlreichen, auffällig hellgrau berosteten Lentizellen übersät. Auch auf der Schattenseite treten die Lentizellen auffällig hervor und sind grün umhöft. Zusätzlich zu den berosteten Lentizellen finden sich einzelne kleinere Rostfiguren auf vielen Früchten.
Kernhausachse geschlossen, Kammern anliegend mit Nase, Samen meistens schlecht ausgebildet (obwohl die Sorte diploid ist), 7 : 5 mm, mit Nase. Das Fruchtfleisch ist erst grünlich- später weißlichgelb, saftig, süßsäuerlich, herb und etwas gewürzt.
Baum
Starkwachsend, bildet hohe, schlanke Kronen, eher späte Blüte, reichtragend
Verwechsler
Kennzeichnend für die 'Rote Lederbirne' sind insbesondere die Fruchtform mit der teils starken Einschnürung zum Stiel hin, die auffälligen, hellen Lentizellen in der Deckfarbe sowie die späte Reifezeit. Ähnliche, spätreifende Mostbirnensorten: 'Rote Kochbirne' (Frucht nicht/kaum eingeschnürt), 'Späte Rotbirne' (Frucht kleiner, Stiel länger und weniger zur Seite gedrückt), 'Tollbirne' (Frucht kaum eingeschnürt, Deckfarbe leuchtend hellrot).
Anbaueignung
Die Sorte ist relativ anspruchslos an den Standort und auch für höhere/raue Lagen geeignet. Aufgrund der schmalen Wuchsform ist sie besonders als Alleebaum beliebt und als spätreifende Mostbirne auch weiterhin empfehlenswert.
Fruchtfotos
Rote Lederbirne
Rote Lederbirne
Rote Lederbirne
Rote Lederbirne
Rote Lederbirne
Rote Lederbirne
Rote Lederbirne
Baum im Laub
Rote Lederbirne
Literatur
Kroneder, A. (1906): Nieder- und Obstösterreichische Mostbirnen. In: Der Obstzüchter 1906, Nr. 10. Korneuburg.
Kroneder, A. (1907): Nieder- und Obstösterreichische Mostbirnen. In: Der Obstzüchter 1907, Nr. 1. Korneuburg.
Löschnig, J. (1913): Die Mostbirnen. Wien: Verlag Friedrich Sperl. Nr. 99
Werneck, H. L. (1962): Die Stammformen der Bodenstämmigen Mostbirnen in Oberösterreich, Niederösterreich und der Steiermark. Linz: Magistrat der Landeshauptstadt Linz. S. 208
Schmidthaler, M. (2001): Die Mostbirnen - Die Früchte des Mostviertels. Amstetten: Eigenverlag. S. 128
Schmidthaler M. und Handlechner, G. (2026): Birnen & Äpfel – Vielfalt der Streuobstwiesen. LEADER-Region Tourismusverband Moststraße. Öhling: Eigenverlag. S. 150

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