
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Synonyme
Hallemine Bonne (wahrscheinlich falsch), Cuisse Madame (wird für viele Sorten aufgeführt) und viele andere.
Reifezeit
Pflückreife Mitte bis Ende August, Genussreife Mitte August bis Anfang September.
Herkunft
Es gibt zwei verschiedene Theorien zur Herkunft der Sorte:
Die erste stammt von Andre Leroy. Sie besagt, dass die Sorte in den Niederlanden vor 1770 aus den Samen der Sommer Apothekerbirne entstanden ist und unter dem Namen Hallemine Bonne von Knoop erstmals beschrieben wurde. Leroy beschreibt die Sorte unter dem Namen Madame, dies soll das französische Synonym für die Sorte sein. Der molekulargenetische Fingerprint zeigt uns heute, dass es sich bei der Windsor nicht um eine Tochter der Sommer Apothekerbirne handelt.
Die zweite Theorie stammt von Robert Hogg (1884). Sie besagt, dass es sich um eine sehr alte, in Europa weit verbreitete Sorte handelt. Er gibt an, dass sie bereits um 1563 für die Windsor Hills belegt sei, außerdem soll sie 1592 in Neapel erwähnt worden sein. Interessant ist, dass er außerdem erwähnt, dass auf dem Covent Garden Market in London noch vor den ersten reifen englischen Sommerbirnen große Mengen der Sorte angeboten wurden, die aus Porto ( Portugal) nach England verschifft wurden.
In Frankreich kam sie unter diversen Synonymen vor.
In Deutschland erwähnt sie Manger als erster (1783). Jahn berichtet, dass die Sorte im Hannoverschen gar nicht selten, zudem unter verschiedenen falschen Namen vorkam. Dies ist ein weiteres Indiz für das beträchtliche Alter der Sorte. Es gibt auch zahlreiche Synonyme.
Ich tendiere hier klar zu der zweiten Theorie. Eine interessante Frage ist, wann die Sorte sich in Europa so weit verbreitet hat. Waren es die Klöster? Oder ist sie vielleicht schon den Römern bekannt gewesen?
Die erste stammt von Andre Leroy. Sie besagt, dass die Sorte in den Niederlanden vor 1770 aus den Samen der Sommer Apothekerbirne entstanden ist und unter dem Namen Hallemine Bonne von Knoop erstmals beschrieben wurde. Leroy beschreibt die Sorte unter dem Namen Madame, dies soll das französische Synonym für die Sorte sein. Der molekulargenetische Fingerprint zeigt uns heute, dass es sich bei der Windsor nicht um eine Tochter der Sommer Apothekerbirne handelt.
Die zweite Theorie stammt von Robert Hogg (1884). Sie besagt, dass es sich um eine sehr alte, in Europa weit verbreitete Sorte handelt. Er gibt an, dass sie bereits um 1563 für die Windsor Hills belegt sei, außerdem soll sie 1592 in Neapel erwähnt worden sein. Interessant ist, dass er außerdem erwähnt, dass auf dem Covent Garden Market in London noch vor den ersten reifen englischen Sommerbirnen große Mengen der Sorte angeboten wurden, die aus Porto ( Portugal) nach England verschifft wurden.
In Frankreich kam sie unter diversen Synonymen vor.
In Deutschland erwähnt sie Manger als erster (1783). Jahn berichtet, dass die Sorte im Hannoverschen gar nicht selten, zudem unter verschiedenen falschen Namen vorkam. Dies ist ein weiteres Indiz für das beträchtliche Alter der Sorte. Es gibt auch zahlreiche Synonyme.
Ich tendiere hier klar zu der zweiten Theorie. Eine interessante Frage ist, wann die Sorte sich in Europa so weit verbreitet hat. Waren es die Klöster? Oder ist sie vielleicht schon den Römern bekannt gewesen?
Verbreitung
Die Sorte findet sich zumindest in Norddeutschland noch ab und zu in Altbäumen, ansonsten in Sammlungen.
Frucht
Groß, birnen- bis flaschenförmig, oft typisch zum Kelch verjüngt, dann kaum abgerundet. Kelchseits nur wenig abgeplattet, die Frucht steht nicht. Der Bauch liegt eher zur Mitte zu, zum Stiel deutlich eingezogen und zugespitzt. Der 30-40 mm lange, gebogene, hellbraune Stiel sitzt wie eingesteckt oder geht mit einem kleinen Fleischwulst in die Frucht über, dieser kann den Stiel auch etwas zur Seite drängen.
Kelchgrube flach, leicht beulig, der Kelch ist halboffen oder offen, oft etwas geknautscht, Kelchblätter meist abgebrochen, wenn vorhanden sternförmig aufliegend.
Grundfarbe grasgrün, hellt gelblichgrün auf. Deckfarbe kann selten vorkommen, wenn dann ein verwaschenes Braunrot.
Achse schwach geöffnet, Kernhaus klein, meist nur unvollkommene Kerne enthaltend, 9 : 5 mm, ohne Nase. Fleisch körnig, nicht schmelzend, säuerlich, keine Tafelbirnenqualität, nur kurz haltbar.
Kelchgrube flach, leicht beulig, der Kelch ist halboffen oder offen, oft etwas geknautscht, Kelchblätter meist abgebrochen, wenn vorhanden sternförmig aufliegend.
Grundfarbe grasgrün, hellt gelblichgrün auf. Deckfarbe kann selten vorkommen, wenn dann ein verwaschenes Braunrot.
Achse schwach geöffnet, Kernhaus klein, meist nur unvollkommene Kerne enthaltend, 9 : 5 mm, ohne Nase. Fleisch körnig, nicht schmelzend, säuerlich, keine Tafelbirnenqualität, nur kurz haltbar.
Baum
Starkwüchsig, große Bäume hervorbringend. Blatt rundlich, kurz zugespitzt, Basis gerade, Blattrand schwach gesägt. Sehr anfällig für Weißfleckenkrankheit, sonst gesund. Blüte mittelspät, 8-9 Blüten pro Blütenstand. Die Sorte ist triploid.
Verwechsler
Sparbirne reift 2 Wochen früher, deren Fleisch wird schmelzend und wohlschmeckend.
Lange Sommer Mundnetzbirne ist ähnlich, hat aber immer einen an der Basis verdickten Stiel und Fleischringel am Stielübergang, Fleisch süß, wohlschmeckend.
Lange Sommer Mundnetzbirne ist ähnlich, hat aber immer einen an der Basis verdickten Stiel und Fleischringel am Stielübergang, Fleisch süß, wohlschmeckend.
Anbaueignung
Gut für Streuobstwiesen geeignet. Nutzbar als Wirtschaftsbirne für Saft und zum Dörren.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Parkinson, J. (1629): Paradisi in Sole Paradisus Terreatris. London. S.594
Manger, H. L. (1783): Anleitung zu einer vollständigen Systematischen Pomologie. Leipzig. S.70
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1860): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Birnen. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr.95
Knoop, J. H. (1760): Pomologia 1. Teil, Nachdruck 2009. Nürnberg, Deutschland; Johan Michael Seligmann. S. 38
Leroy, A. (1869): Dictionnaire de Pomologie. Tome II - Poires. Paris, Frankreich.S.367
Hogg, R. (1884): The Fruit Manual. Fifth Edition. London, Großbritannien. S. 665
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung 18 , Nr. 208
Dahl, C. G.: Pomologi (1943): 2. Teil Päron och Plommon Stockholm, Schweden; Albert Bonniers. 1943, S. 31
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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