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Luxemburger Mostbirne

Verfasst von Richard Dahlem am 26 Januar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
ID: 737
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
D'Anger, Mostbirne von Angers, Schnapsbirne
Reifezeit
Mitte bis Ende Oktober.
Herkunft
Die Luxemburger Mostbirne soll, wie der Name vermuten lässt, aus Luxemburg stammen. Lucas (1907) schreibt in einer Fußnote zur Sortenbeschreibung, dass die Baumschule Mousel aus Sandweiler im Südosten Luxemburgs diese Sorte zunächst als ,,Schnapsbirne" ab etwa 1890 verbreitet habe. Da sie unter ihrem ersten Namen keine größere Verbreitung erfuhr, wurde sie in den heutigen Namen umbenannt.

Ob die Luxemburger Mostbirne von der Baumschule Moussel gezüchtet oder gefunden wurde und ob sie tatsächlich aus Luxemburg stammt, ist unsicher. Im Katalog der Baumschule Mousel von 1898 werden ingesamt 17 Mostbirnensorten gelistet, darunter aber weder eine Schnapsbirne noch eine Luxemburger Mostbirne. Der einzige dem Autor vorliegende Nachweis über die Verbreitung der Luxemburger Mostbirne durch Baumschulen um das Jahr 1900 herum ist der Katalog der Baumschule der Gebrüder Tonnar von 1896, die sie unter dem Synonym ,,D'Anger" listen, welches Löschnig (1913) der Luxemburger Mostbirne zuordnet. Warum diese Sorte auch nach einer französichen Großstadt an der Loire, Angers, benannt wird, wirft ebenfalls Fragen hinsichtlich ihres Ursprunges auf.
Verbreitung
Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in der Region Trier sowie im Saarland und in Luxemburg. Darüber hinaus kommt die Luxemburger Mostbirne vereinzelt in allen mitteleuropäischen Regionen vor, in denen Mostbereitung eine Rolle spielt.
Frucht
Die Luxemburger Mostbirne gehört mit einem Fruchtgewicht von etwa 90 bis 160 g zu den großfrüchtigen Mostbirnensorten. Die Fruchtform ist kugelig bis leicht flachkugelig, am Kelch stärker abgeplattet und zum Stiel hin etwas abgerundet, jedoch nicht glockenförmig einziehend.

Die Grundfarbe ist grün bis graugrün und hellt sich in der Reife gelbgrün auf. Die Schalenpunkte sind groß und verkorkt. Auf der Sonnenseite sind sie rot umhöft. Sie verleihen der Sorte ein sehr charakteristisches Aussehen.

Die Schale ist rau und trocken. Die Früchte sind in Pflückreife und auch danach wenig druckempfindlich, gut transportfähig und lassen sich einige Wochen lagern.

In einer leicht vertieften, höckrigen und oft leicht berosteten Kelchgrube befinden sich relativ große und aufrecht stehende Kelchblätter, die weißgrau befilzt sind. Der Kelch ist halboffen und wirkt manchmal durch Höcker, die manche Kelchblätter etwas nach innen schieben, ,,verknautscht".

In einer flachen und wulstigen Stielgrube befindet sich ein 24-40 mm langer, oft knospiger Stiel, der in Relation zur Fruchthöhe als mittellang einzustufen ist. Der Stielbereich weist nur selten auffällige Berostungen auf.

Das Kernhaus ist mittelgroß und hat oft eine lange und weit geöffnete, ausgeblühte Kernhausachse. Je Frucht finden sich meist nur ein bis zwei gut ausgebildete Kerne. Diese sind mit 10 : 5 mm recht groß.

Das Fruchtfleisch ist sehr hell, grobkörnig und sehr saftig. Die Frucht ist sehr gerbstoffhaltig und gehört zusammen mit der Metzer Bratbirne (nach Lucas) zu den herbsten Mostbirnen überhaupt.

Zusammenfassung und besondere Merkmale:
- Grundfarbige, flachkugelige Sorte mit mittellangen Stielen.
- Früchte groß und mit später (Mostbirnen-)Reifezeit.
- Schalenpunkte sonnenseitig rot umhöft.
- Durch Kelchrippen zusammengedrückte Kelchhöhle.
- Achsenhöhle oft lang und weit geöffnet.
- Fruchtfleisch sehr adstringierend.
Baum
Die Luxemburger Mostbirne bildet große, hochpyramidale Kronen mit betonter Stammverlängerung aus. Die Blätter sind groß und wie die jungen Triebe wollig-filzig behaart. Aufgrund des geraden Wuchses wurde die Sorte früher oft als Stammbildner verwendet (Hartmann 2019).
Verwechsler
Metzer Bratbirne (Grüne Jagdbirne).
Diese hat jedoch sonnenseitig keine rot umhöften Schalenpunkte.
Anbaueignung
Die Luxemburger Mostbirne ist eine Hochstammsorte für den extensiven Streuobstanbau.

Sie ist im Hinblick auf ihre Standortansprüche anspruchslos. Petzold (1989) empfiehlt eine Anpflanzung auf nährstoffreicheren Böden.

Sie ist in erster Linie eine Sorte für die Obstwein- und Branntweinbereitung. Der hohe Gerbstoffgehalt macht sie auch zu einer Trennbirne, die die Klärung des Mostes begünstigt und darüber hinaus die Haltbarkeit von Fruchtweinen im Verschnitt mit anderen Sorten verlängert. In Österreich wird sie trotz des hohen Gerbstoffgehaltes auch gerne reinsortig gepresst (Schmidthaler 2001).

Die Luxemburger Mostbirne ist nach wie vor interessant für die Herstellung flüssiger Obstprodukte. Sie sollte darüber hinaus aus historischen und genetischen Gründen erhalten und weiterhin bei extensiven Streuobstpflanzungen berücksichtigt werden.
Fruchtfotos
ID: 739
ID: 738
IDs: 402 & 737 bis 739
Literatur
Aendekerk, R., Bannier, H.-J., Bauer, D., Bosch, H.-T., Dahlem, R. & Thiel, M. (2016): Äpfel und Birnen aus Luxemburg. Luxemburg, Verlag editions revue s. a., 2. Auflage, 224 Seiten.
Dahlem, R. (2014): Einteilung von Mostbirnen in Verwechslergruppen. Oder: Wie gewinne ich den Überblick in einer vielfältigen Sortengruppe. Unveröffentlichtes Manuskript, 8 Seiten.
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer-Verlag, 6. Auflage, 352 Seiten.
Lucas, Fr. (1907): Luxemburger Mostbirne. In: Deutsche Obstbauzeitung, Heft 24.
Mertz, J. P. & Tonnar, J. (1933): Unsere anbauwürdigsten Obstsorten. Luxemburg, Druck Fr. Bourg-Bourger, 140 Seiten.
Mousel, M. (1898): Catalogue Général. Descriptif des Arbres et Arbrisseaux fruitiers. Luxembourg, Imprimerie Joseph Beffort.
Petzold, H. (1989): Birnensorten. Melsungen, Neumann-Neudamm Verlag, 3. Auflage.
Schmidthaler, M. (2001): Die Mostbirnen. Die Früchte des Mostviertels. Hrsg.: Verein "Neue alte Obstsorten", Amstetten. Amstetten, Druckerei Queiser GmbH, 184 Seiten.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
B-2253 Walter Bauer Talstraße 16
66709 Weiskirchen-Rappweiler
Deutschland
bauer.hwb@web.de
B-3921 Walter Bauer Talstraße 16
66709 Weiskirchen-Rappweiler
Deutschland
bauer.hwb@web.de
B-4402 Walter Bauer Talstraße 16
66709 Weiskirchen-Rappweiler
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B-5356 Walter Bauer Talstraße 16
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erwinholzer@web.de
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gefährdet

stark gefährdet

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