
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Mad- und Magdapfel, brauner/roter/schwarzer/schwarzbrauner Mad- und Mädapfel, Würz- und Gewürzapfel, schwarzer/dunkler/brauner Würzapfel, Kohlapfel, Frankfurter Kohlapfel, Blau-, Rauch-, Zwiebel-, Unterländer-, Blut-, Mohren- und Schlotfegersapfel, Schlotfegerle, Weinbreitling, schwarzer Borsdorfer, schwarzer und roter Tiefbutzer, Vogelberger, schwarzer Backapfel, saurer Weinapfel, roter Frankfurter (alle Dochnahl 1855) sowie Badischer Brauner, Mate Brune, Pomme de Charbon, Pomme de Dame, Pomme de Bohémien, Pomme de Maure, Pomme d'Enfer und Pomme d'Hiver (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934) und auch Schmiedeapfel, Schwarzlicher und Bäumleapfel (Hartmann 2019).
Reifezeit
Pflückreife ab Anfang Oktober, Genussreife über den Winter bis Mai.
Herkunft
In der historischen Pomologie gibt es die Familie oder Gruppe der Matäpfel, in der Sorten zusammengefasst wurden, die von ihren Fruchtmerkmalen, ihrer Verwendung und ihres Verbreitungsgebietes gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. Thomae (1876) hat eine ausführliche Analyse der Matäpfel verfasst, die heute noch weitgehend gültig ist und auf der die vorliegende Einteilung basiert. Aus dieser Familie kennen wir heute vier Sorten, die alle im Erhalternetzwerk gesichert werden:
1. Brauner Matapfel,
2. Weißer Matapfel,
3. Gestreifter Matapfel,
4. Rheinische Schafnase (früher: Leichter Matapfel?).
Thomae (1876) umreißt die seinerzeitige Verbreitung der Matäpfel wie folgt: ,,Die Matäpfel spielen im westlichen Deutschland, namentlich von der Mündung der Mosel rheinaufwärts auf beiden Seiten des Rheins und in dessen Nebenthälern, der Lahn- und Maingegend, in der Wetterau und Pfalz, an der Bergstrasse bis in's Badensische etc. eine bedeutende Rolle."
Wo der Begriff ,,Mat" herstammt, ist nicht ganz klar. Dem Autor sind zwei Deutungen bekannt:
Erstens:
Der Begriff stammt aus dem Altgermanischen und steht für Essen oder Speise (Wikipedia 2026).
Zweitens:
Der Begriff leitet sich von Magd oder Mädchen ab, wie es auch Dochnahl (1855) als Synonym angibt.
Die zweite Deutung erscheint etwas plausibler, zumal es weitere Apfelsorten gibt, die z. B. den Begriff ,,Jungfernapfel" (Böhmischer, Halberstädter, Roter) tragen und einen ähnlichen Bezug herstellen.
Der Braune Matapfel ist eine sehr alte Sorte, deren Herkunft unbekannt ist. Dochnahl (1855) schreibt, dass die Sorte schon im 16. Jahrhundert in der Rheinpfalz bekannt gewesen sei.
1. Brauner Matapfel,
2. Weißer Matapfel,
3. Gestreifter Matapfel,
4. Rheinische Schafnase (früher: Leichter Matapfel?).
Thomae (1876) umreißt die seinerzeitige Verbreitung der Matäpfel wie folgt: ,,Die Matäpfel spielen im westlichen Deutschland, namentlich von der Mündung der Mosel rheinaufwärts auf beiden Seiten des Rheins und in dessen Nebenthälern, der Lahn- und Maingegend, in der Wetterau und Pfalz, an der Bergstrasse bis in's Badensische etc. eine bedeutende Rolle."
Wo der Begriff ,,Mat" herstammt, ist nicht ganz klar. Dem Autor sind zwei Deutungen bekannt:
Erstens:
Der Begriff stammt aus dem Altgermanischen und steht für Essen oder Speise (Wikipedia 2026).
Zweitens:
Der Begriff leitet sich von Magd oder Mädchen ab, wie es auch Dochnahl (1855) als Synonym angibt.
Die zweite Deutung erscheint etwas plausibler, zumal es weitere Apfelsorten gibt, die z. B. den Begriff ,,Jungfernapfel" (Böhmischer, Halberstädter, Roter) tragen und einen ähnlichen Bezug herstellen.
Der Braune Matapfel ist eine sehr alte Sorte, deren Herkunft unbekannt ist. Dochnahl (1855) schreibt, dass die Sorte schon im 16. Jahrhundert in der Rheinpfalz bekannt gewesen sei.
Verbreitung
Der Braune Matapfel war noch vor etwa 100 Jahren in ganz Westdeutschland sowie im westlichen Süddeutschland im extensiven landwirtschaftlichen Anbau sehr verbreitet und hatte in dieser Zeit in vielen Gegenden eine große wirtschaftliche Bedeutung (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934).
Heute im Streuobstbau in Baden und Württemberg nur noch selten anzutreffen (Hartmann 2019). Auch in Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland und Luxemburg nach Einschätzung des Autors gelegentlich vorkommend, aber nirgends häufig. Der Braune Matapfel wird aber in einigen Baumschulen angeboten und auch im Erhalternetzwerk des Pomologen-Vereins erhalten, so dass die Sorte nicht akut vom Aussterben bedroht ist.
Heute im Streuobstbau in Baden und Württemberg nur noch selten anzutreffen (Hartmann 2019). Auch in Rheinland-Pfalz, Hessen, dem Saarland und Luxemburg nach Einschätzung des Autors gelegentlich vorkommend, aber nirgends häufig. Der Braune Matapfel wird aber in einigen Baumschulen angeboten und auch im Erhalternetzwerk des Pomologen-Vereins erhalten, so dass die Sorte nicht akut vom Aussterben bedroht ist.
Frucht
Der Braune Matapfel hat eine flachkugelige bis stumpfkegelförmige Form und ist in der Draufsicht rundkantig.
Die Grundfarbe hellt sich im Lager nach gelb auf, ist aber meistens komplett von einer braunrot-violetten Deckfarbe überzogen. Auf der Frucht finden sich dunkelviolette, abgesetzte Streifen. Die Schale weist hin und wieder Rostfiguren auf, die aber in grundfarbigen Bereichen kaum auffallen. Frisch vom Baum sind die Früchte bläulich bereift. Die Schalenpunkte sind groß und hellgrau bis gelblich, sehr auffällig.
Die Schale ist glatt, die Früchte sind anfangs nach der Ernte sehr fest und druckunempfindlich, so dass sie selbst nach sorgloser Behandlung kaum Druckflecken bekommen (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934).
Die Kelchgrube ist weit und tief. Sie weist gegen den Rand hin fünf ausgeprägte Höcker auf. Der Kelch ist groß und offen. Die Kelchblätter sind breit und kurz, deutlich voneinander getrennt.
Die Stielgrube ist mittelweit, manchmal eng und mitteltief bis tief. Sie ist olivfarben strahlig und grobschuppig berostet. Der Stiel ist kurz, kaum über den Stielgrubenrand hinausragend, oft nur als Fleischknopf ausgebildet.
Die Kelchhöhle ist breit dreieckig. Das Kernhaus ist etwas stielnäher und klein. Die Kernwände sind ohrenförmig und etwas gerissen. Die Achsenhöhle ist leicht geöffnet. Die Kerne sind klein und rundlich (7 : 5 mm) und oft mit feinen weißen Strichen versehen.
Das Fruchtfleisch ist bei Pflückreife grünlichweiß und wird dann im Laufe der Genussreife gelblichweiß. Es ist mäßig saftig, fein säuerlich und eher geringaromatisch.
Besondere Merkmale:
- Deckfarbe typisch braunrot,
- Schalenpunkte hell, auffällig, manchmal gelblich,
- Kelchumgebung 5höckrig,
- Stiel manchmal nur ein Fleischknopf,
- Kerne oft fein weiß gestrichelt.
Die Grundfarbe hellt sich im Lager nach gelb auf, ist aber meistens komplett von einer braunrot-violetten Deckfarbe überzogen. Auf der Frucht finden sich dunkelviolette, abgesetzte Streifen. Die Schale weist hin und wieder Rostfiguren auf, die aber in grundfarbigen Bereichen kaum auffallen. Frisch vom Baum sind die Früchte bläulich bereift. Die Schalenpunkte sind groß und hellgrau bis gelblich, sehr auffällig.
Die Schale ist glatt, die Früchte sind anfangs nach der Ernte sehr fest und druckunempfindlich, so dass sie selbst nach sorgloser Behandlung kaum Druckflecken bekommen (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934).
Die Kelchgrube ist weit und tief. Sie weist gegen den Rand hin fünf ausgeprägte Höcker auf. Der Kelch ist groß und offen. Die Kelchblätter sind breit und kurz, deutlich voneinander getrennt.
Die Stielgrube ist mittelweit, manchmal eng und mitteltief bis tief. Sie ist olivfarben strahlig und grobschuppig berostet. Der Stiel ist kurz, kaum über den Stielgrubenrand hinausragend, oft nur als Fleischknopf ausgebildet.
Die Kelchhöhle ist breit dreieckig. Das Kernhaus ist etwas stielnäher und klein. Die Kernwände sind ohrenförmig und etwas gerissen. Die Achsenhöhle ist leicht geöffnet. Die Kerne sind klein und rundlich (7 : 5 mm) und oft mit feinen weißen Strichen versehen.
Das Fruchtfleisch ist bei Pflückreife grünlichweiß und wird dann im Laufe der Genussreife gelblichweiß. Es ist mäßig saftig, fein säuerlich und eher geringaromatisch.
Besondere Merkmale:
- Deckfarbe typisch braunrot,
- Schalenpunkte hell, auffällig, manchmal gelblich,
- Kelchumgebung 5höckrig,
- Stiel manchmal nur ein Fleischknopf,
- Kerne oft fein weiß gestrichelt.
Baum
Der Braune Matapfel ist starkwachsend. In ,,Deutschlands Obstsorten" (1905 - 1934) wird von hundertjährigen Baumriesen berichtet, die anfänglich aufrechte, dann runde und später breit ausladende und zum Teil unter der Fruchtlast überhängende Kronen bilden.
Verwechsler
Weißer Matapfel
Dieser ist jedoch weniger stark ausgefärbt, hat oft rötliche Stiele, eine am Grund breite Kelchhöhle sowie länglichere Kerne.
Dieser ist jedoch weniger stark ausgefärbt, hat oft rötliche Stiele, eine am Grund breite Kelchhöhle sowie länglichere Kerne.
Anbaueignung
Der Braune Matapfel ist eine Sorte für den extensiven Streuobstbau.
An den Standort ist die Sorte wenig anspruchsvoll. Er verlangt jedoch einen gut mit Nährstoffen versorgten Boden, um gute Fruchtqualitäten und hohe Erträge zu erzielen. Auch auf leichten Böden kommt er zurecht (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934). Der Braune Matapfel wird gerne von Apfelblütenstecher und Frostspanner befallen und ist etwas schorfempfindlich (Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen 1907).
In Bezug auf die Verwertung der Früchte gilt der Braune Matapfel als ,,Allzwecksorte". Er galt einst als gesuchter Markt- und Handelsapfel, der z. B. in Rheinhessen massenhaft angebaut wurde und stets gute Preise erzielte und von der Verwertungsindustrie, insbesondere für die Apfelweinbereitung, gerne gekauft wurde (Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen 1907).
Thomae (1876) findet in Bezug auf seinen Anbauwert eine sehr bildhafte Beschreibung: ,,Die Matäpfel haben für das Auge nicht viel Bestechliches; sie imponieren weder durch ihre Größe, noch andere auffällige Eigenschaften. Am Baume blau beduftet, erscheint das Colorit mehr oder weniger verschleiert und verdüstert. Wer einen Matapfel vom Baume weg anbeisst, wirft ihn sicher von sich und verlangt keinen zweiten. Die Matäpfel sind zum Theil späte Herbst-, zum Theil Winteräpfel, die erst auf dem Lager nachreifen müssen, um geniessbar zu werden. Dagegen halten sich auch mehrere Sorten bis in den Frühling und Sommer. [...] Aber die hauptsächlichste, d. h. massenhafteste Verwendung des Matapfels ist die zu Cider. Wo blieben unsere Aepfelweinwirthe und Aepfelweintrinker ohne die Matäpfel?"
Aus heutiger Sicht ist der Braune Matapfel in erster Linie ein Wirtschafts- und Mostapfel, der sich über den ganzen Winter gut lagern lässt. Die Früchte eignen sich ebenso als Tafelapfel und sind gut für die Verwertung als Saft oder Most geeignet.
An den Standort ist die Sorte wenig anspruchsvoll. Er verlangt jedoch einen gut mit Nährstoffen versorgten Boden, um gute Fruchtqualitäten und hohe Erträge zu erzielen. Auch auf leichten Böden kommt er zurecht (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934). Der Braune Matapfel wird gerne von Apfelblütenstecher und Frostspanner befallen und ist etwas schorfempfindlich (Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen 1907).
In Bezug auf die Verwertung der Früchte gilt der Braune Matapfel als ,,Allzwecksorte". Er galt einst als gesuchter Markt- und Handelsapfel, der z. B. in Rheinhessen massenhaft angebaut wurde und stets gute Preise erzielte und von der Verwertungsindustrie, insbesondere für die Apfelweinbereitung, gerne gekauft wurde (Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen 1907).
Thomae (1876) findet in Bezug auf seinen Anbauwert eine sehr bildhafte Beschreibung: ,,Die Matäpfel haben für das Auge nicht viel Bestechliches; sie imponieren weder durch ihre Größe, noch andere auffällige Eigenschaften. Am Baume blau beduftet, erscheint das Colorit mehr oder weniger verschleiert und verdüstert. Wer einen Matapfel vom Baume weg anbeisst, wirft ihn sicher von sich und verlangt keinen zweiten. Die Matäpfel sind zum Theil späte Herbst-, zum Theil Winteräpfel, die erst auf dem Lager nachreifen müssen, um geniessbar zu werden. Dagegen halten sich auch mehrere Sorten bis in den Frühling und Sommer. [...] Aber die hauptsächlichste, d. h. massenhafteste Verwendung des Matapfels ist die zu Cider. Wo blieben unsere Aepfelweinwirthe und Aepfelweintrinker ohne die Matäpfel?"
Aus heutiger Sicht ist der Braune Matapfel in erster Linie ein Wirtschafts- und Mostapfel, der sich über den ganzen Winter gut lagern lässt. Die Früchte eignen sich ebenso als Tafelapfel und sind gut für die Verwertung als Saft oder Most geeignet.
Fruchtfotos
Literatur
Christ, J. L. (1809): Der Braune Matapfel, № 235. In: Vollständige Pomologie (...) des Kern- und Steinobstes. Erster Band: Das Kernobst. Frankfurt/Main, Verlag Philipp Heinrich Guilhauman.
Dochnahl, F. J. (1855): Systematische Beschreibung aller Obstsorten. Erster Band Äpfel. Nürnberg, Wilhelm Schmids Buch- und Kunsthandlung. 369 Seiten.
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer-Verlag, 6. Auflage, 352 Seiten.
Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen (Hrsg.) (1907): Der Obstbau in Wort und Bild mit besonderer Berücksichtigung der im rheinhessischen Obstsortiment empfohlenen Obstsorten. Wiesbaden, Bechtold Verlag, 142 Seiten.
Müller, J., Bißmann, O., Poenecke, W., Schindler, O. & Rosenthal, H. (1905 - 1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung 20, Nr. 234.
Thomae, Dr. C. (1876): Die Familie der Matäpfel. In: Wiener Obst- und Gartenzeitung. Wien, Verlag von Faesy & Frick, S. 72 - 80.
Wikipedia (2026): Brauner Matapfel. https://de.wikipedia.org/wiki/Brauner_Matapfel#cite_note-2. Abgerufen am 30.01.2026.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung
Alancri Stiftung