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Friedberger Bohnapfel

Verfasst von Steffen Kahl am 15 Februar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Friedberger Bohnapfel Gruppe
Gefährungsgrad
Standardsorte
Regionalsorte
nein
Synonyme
Winterprinzenapfel (Winter Prinzenapfel, 1930-33)
Reifezeit
Pflückreife Anfang bis Mitte Oktober; Genussreife Oktober bis Dezember (Januar)
Herkunft
Die Herkunft und Entstehung des Friedberger Bohnapfels ist unbekannt. Die Sorte ist erstmals namentlich Anfang des 20. Jh. erwähnt. Sie wurde z.B. 1908 vom damaligen Pomologenverein für das Großherzogtum Hessen genannt. In den Obstsortimenten für die damaligen Provinzen Oberhessen (1911) und Starkenburg (1915) wurde der Friedberger Bohnapfel ebenfalls genannt. In dieser Zeit wurde die Sorte verstärkt als "Massenträger für Mostzwecke" in Mittel- und Südhessen, besonders in der Wetterau, dem Taunus und im nördlichen Odenwald empfohlen. Ab 1930 wurde sie unter dem Namen Winterprinzenapfel von verschiedenen Autoren vorwiegend in Süddeutschland beschrieben und verbreitet. Die Sorte ist allerdings nicht identisch mit dem "echten" Winterprinzenapfel, der noch vereinzelt in Norddeutschland vorkommt und der 1889 erstmals durch Engelbrecht beschrieben wurde.
Verbreitung
Der Friedberger Bohnapfel (alias Winterprinzenapfel) ist überregional verbreitet. Er kommt hauptsächlich in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz vor.
Frucht
Die Sorte bildet mittelgroße bis große Früchte, die eiförmig bis fassförmig sind. Im Querschnitt ist die Frucht unregelmäßig rund mit schwachen breiten Kanten.
Die Schale ist glatt und trocken. Die Grundfarbe ist grünlich, zur Baumreife ist eine typische silbrige Strichelung auf der Schale zu erkennen, zur Vollreife gelbgrün, die Deckfarbe ist zur Hälfte dunkelrot gestreift bis verwaschen. Die Frucht ist etwas druckempfindlich.
Die Kelchgrube ist flach bis leicht eingesenkt, mit feinen Falten und schwachen Rippen versehen. Der Kelch ist mittelgroß und geschlossen, Blättchen zusammengedrängt und aufgestellt, am Grunde sich berührend.
Die Stielgrube ist tief, eng, nicht rund sondern durch zwei bis drei Wülste zusammengedrückt, meist grünbleiben. Der Stiel ist lang und dünn.
Die Kelchhöhle ist kegel- bis trichterförmig. Das Kernhaus liegt mittig, die Achsenhöhle ist geschlossen, die Kernhauswände sind schmal bogenförmig und leicht gerissen. Die Kerne sind teils unvollkommen ausgebildet, länglich und kurz gespitzt, hell kastanienförmig.
Das Fruchtfleisch ist grünlich bis cremefarbig, mittelfest, feinzellig und saftig. Es ist vorwiegend säuerlich und ohne besonderes Aroma.
Baum
Der Wuchs ist stark bis sehr stark. Der Baum bildet eine hochkugelige, später überhängende und große Krone. Die Äste sind gut verzweigt und weitausladend. Das Laub ist groß und gesund. Die Blüte ist früh, der Ertrag ist alle zwei Jahre sehr hoch (Massenträger).
Verwechsler
Rheinischer Bohnapfel - dieser hat eine andere Grund- und Deckfarbe, der Kelch ist halboffen, die Blättchen kurz und am Grunde getrennt. Der Stiel ist kurz und dick. Rheinische Schafsnase - hat eine kegelförmige Form und ebenfalls einen kurzen Stiel. Die Schale ist bereift und nicht druckfest. Die Bäume sind in der Regel nicht so vital und wüchsig wie der Friedberger Bohnapfel.
Anbaueignung
Die Sorte ist allgemein sehr anspruchslos an Boden und Lage sowie äußerst vital und widerstandsfähig. Sie ist mehr oder weniger schorffest, große Früchte neigen leicht zu Stippe. Es handelt sich um eine erstklassige Sorte für den Streuobstanbau und die Kelterindustrie.
Fruchtfotos
Friedberger Bohnapfel Gruppe mit Schnittbild
Friedberger Bohnapfel 3 Früchte Kelch
Friedberger Bohnapfel 3 Früchte Stiel
Friedberger Bohnapfel Profil
Friedberger Bohnapfel Kelch
Friedberger Bohnapfel Stiel
Friedberger Bohnapfel Kerne
Baum im Laub
Friedberger Bohnapfel zwei Bäume im Laub
Baum in Blüte/Winter
Friedberger Bohnapfel Baum im Winter
Literatur
D.P.V. (1908): Übersicht der in 34 deutschen Landes- und Bezirkssortimenten verbreiteten Apfel-und Birnensorten, Deutscher Pomologenverein (Hrsg.), Eisenach, Nr. 40 (Großherzogtum Hessen)
Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen (Hrsg.) (1911): Obstsortiment für die Provinz Oberhessen. Kreis Friedberg, Darmstadt, S. 21 (Kreis Friedberg)
Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen (Hrsg.) (1915): Obstsortiment für die Provinz Starkenburg. Kreis Groß-Gerau, Darmstadt, S. 27/28 (Kreis Groß-Gerau)
Schaal, G. (1930-33): Die wertvollsten Apfel- und Birnensorten. Band I, Stuttgart, S. 129 (Winter-Prinzenapfel)
Blaser, G. (1933): Das Landesobstsortiment für Baden, Stuttgart, Nr. 11 (Winter-Prinzenapfel)
Hartmann, W. (2019): Alte Obstsorten. 6. Aufl., Stuttgart, S. 188 (Winterprinzenapfel)
Kahl, S. (2021): Hessische Lokalsorte 2022 - Friedberger Bohnapfel, PV-Landesgruppe Hessen (Hrsg.), Faltblatt
Kahl, S.; Scheibel, R. (2023): Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen, 6. Aufl., Aßlar, S. 52/53

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Standardsorte

gefährdet

stark gefährdet

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