

Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Wachsrenette, Weißapfel
Reifezeit
Pflückreife Mitte bis Ende Oktober, Genussreife / Verwendung bis Februar.
Herkunft
Der Weiße Wintertaffetapfel gehört zu den ganz alten Apfelsorten, deren Herkunft sich jedoch nicht mehr nachvollziehen lässt. Er wurde bereits 1797 vom Pomologen Christ beschrieben
Verbreitung
Die Sorte war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland, in Österreich und der Schweiz sowie in Westeuropa verbreitet, teilweise auch unter anderen Namen (z.B. „Wachsrenette“, „Glasapfel“, „Weißapfel“, „Spiegelapfel“, „Karthäuser“ u.a.).
Seit dem 2. Weltkrieg ist die Sorte kaum noch gepflanzt worden. Heute ist sie nur noch selten in alten Streuobstbeständen anzutreffen.
Seit dem 2. Weltkrieg ist die Sorte kaum noch gepflanzt worden. Heute ist sie nur noch selten in alten Streuobstbeständen anzutreffen.
Frucht
Frucht klein (bis mittelgroß), flachrund, mittelbauchig, stiel- und kelchseits abgeplattet. Schale glatt, mattglänzend, in der Reife geschmeidig bis wachsig, relativ hart, beim Verzehr störend. Die Frucht ist relativ fest. Grundfarbe weißlich grün, in der Reife weißlich gelb, wachsartig weiß. Deckfarbe meist fehlend; gelegentlich sonnenseitig rötlich gehaucht, selten mehr als auf einem Viertel der Frucht. Stielgrube mittelweit bis eng, mitteltief, unregelmäßig geformt, oft unberostet, zum Teil etwas schmutzig und strahlig berostet. Fast immer mit einem auffallenden Fleischwulst, der den Stiel zur Seite drückt. Stiel variabel, meist kurz bis mittellang, seltener auch lang, z.T. an der Basis fleischig verdickt, durch Fleischwulst oft schief. Kelchgrube mittelweit, mitteltief bis tief, deutlich gefaltet, „geknautscht“, z.T. mit Fleischperlen. Kelchumgebung flach buckelig. Kelch mittelgroß, geschlossen oder halboffen, mit schmalen, langen, am Grunde zusammenständigen Blättchen. Kelchhöhle trichterförmig mit kürzerer oder längerer Röhre, oft direkt in die Höhlung der Kernhausachse übergehend, mit einem auffallend dicken Stempel. Kernhaus klein, Kernhausachse typisch als geöffneter, zu den Samenfächern jedoch meist geschlossener Hohlraum. Wände der Samenfächer muschelförmig, glänzend, selten gerissen. Kerne gut entwickelt, relativ kurz, frisch kastanienbraun, 6,5-7,5 : 4(-5) mm. Fruchtfleisch ziemlich weiß, schwach bräunend, fest, süßsäuerlich, schwach aromatisch, eigentümlich gewürzt.
Baum
Ältere Bäume des Weißen Wintertaffetapfel fallen durch ihre etwas „schleudernd“ wachsenden, oft breiten Kronen auf, deren Leitäste und Hauptseitenäste oft im Innern der Krone verkahlen und außen lang ausladend überhängen, während auf den Astoberseiten neue Äste austreiben. Da das Dickenwachstum der Äste des Weißen Wintertaffetapfel oft mit dem Längenwachstum nicht mithält, kommt es – bei fehlender Schnittüberwachung der Krone – leicht auch zu Astbruch.
Der eigentümlichen Wuchs des Weißen Wintertaffetapfel fällt auch schon in der Jugend auf. Die Sorte wächst stark; die Jahrestriebe wachsen lang durch, machen jedoch – trotz eines Rückschnitts – kaum Dickenwachstum und hängen früher oder später nach außen ab, woraufhin auf der Oberseite jeweils neue Leitast-Fortsetzungen austreiben. Die Leitäste erreichen so trotz Rückschnitt keine kompakte Stabilität, was kreative Problemlösungen bei der Baumerziehung erfordert. Die jungen Triebe sind von einer eigentümlich hellbraunen Farbe; die Blätter fallen durch ihre oft etwas rötlichen Blattadern und -stiele auf. Die Blüte zeitigt im Frühjahr spät und verläuft relativ kurz. Als diploide Sorte kann sie andere Apfelsorten befruchten.
Der Weiße Wintertaffetapfel kommt in der Jugend spät in den Ertrag und hat auch nur mittelhohe Erträge. An den Standort und Boden stellt er im allgemeinen keine großen Ansprüche, jedoch sollten – wegen seiner Anfälligkeit für Schorf und Obstbaumkrebs – allzu schwere Böden ebenso vermieden werden wie stark luftfeuchte bzw. eingeschlossene oder waldnahe Lagen.
Der eigentümlichen Wuchs des Weißen Wintertaffetapfel fällt auch schon in der Jugend auf. Die Sorte wächst stark; die Jahrestriebe wachsen lang durch, machen jedoch – trotz eines Rückschnitts – kaum Dickenwachstum und hängen früher oder später nach außen ab, woraufhin auf der Oberseite jeweils neue Leitast-Fortsetzungen austreiben. Die Leitäste erreichen so trotz Rückschnitt keine kompakte Stabilität, was kreative Problemlösungen bei der Baumerziehung erfordert. Die jungen Triebe sind von einer eigentümlich hellbraunen Farbe; die Blätter fallen durch ihre oft etwas rötlichen Blattadern und -stiele auf. Die Blüte zeitigt im Frühjahr spät und verläuft relativ kurz. Als diploide Sorte kann sie andere Apfelsorten befruchten.
Der Weiße Wintertaffetapfel kommt in der Jugend spät in den Ertrag und hat auch nur mittelhohe Erträge. An den Standort und Boden stellt er im allgemeinen keine großen Ansprüche, jedoch sollten – wegen seiner Anfälligkeit für Schorf und Obstbaumkrebs – allzu schwere Böden ebenso vermieden werden wie stark luftfeuchte bzw. eingeschlossene oder waldnahe Lagen.
Verwechsler
Champagnerrenette, Schöner aus Nordhausen, Spätblühender Taffetapfel.
Fruchtfotos
Literatur
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1859): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 1. Äpfel. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr. 258
Engelbrecht, Th. (1889): Deutschlands Apfelsorten. Braunschweig, Deutschland; F.Vieweg und Sohn. Nr. 14
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. 7. Lieferung
Kessler, H. (1947): Apfelsorten der Schweiz. Bern, Schweiz; Verbandsdruckerei AG Bern. S. 41