
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Extra Mostbirne (Hartmann 2019).
Reifezeit
Anfang bis Mitte Oktober.
Herkunft
Der Ursprung der Sorte liegt in der Nähe von Tübingen. Ein um 1700 entstandener Sämling stand auf einer Wiese bei Pfrondorf und wurde durch den Hofgärtner Ammermüller in der Baumschule der nahe gelegenen Staatsdomäne Einsiedel in den Jahren 1820 - 1830 stark vermehrt (Hartmann 2019).
Verbreitung
In der Region Trier/Luxemburg kommt der Wildling aus Einsiedel nur mäßig häufig vor. Der größte zusammenhängende Bestand befindet sich wahrscheinlich in der bekannten Mostbirnenallee von Elvange (Nähe Schengen, Luxemburg) mit etwa 10 Bäumen. Sonst wurde sie in dieser Region nur vereinzelt gefunden, so in einer rudimentären Birnenallee in Trier sowie im westlichen Hunsrück.
Darüber hinaus gilt sie in Süddeutschland als häufig und ist auch in Österreich und der Schweiz noch zu finden (Hartmann 2019).
Darüber hinaus gilt sie in Süddeutschland als häufig und ist auch in Österreich und der Schweiz noch zu finden (Hartmann 2019).
Frucht
Die Sorte zählt mit einem durchschnittichen Fruchtgewicht zwischen 25 und 40 Gramm zu den kleinfrüchtigen Mostbirnen. Die Fruchtform ist in etwa so breit wie hoch und ei- bis kreiselförmig, dabei ziemlich regelmäßig. Zum Stiel hin sind die Früchte meist stärker verjüngt. Nur selten finden sich etwas höher gebaute und zum Stiel hin einziehende Früchte.
Die Grundfarbe ist grün- bis hellgelb. Die Früchte zeigen nur selten eine schwach braunrote bis orangerote Deckfarbe und können zu den grundfarbigen Mostbirnen gezählt werden. Die Fruchtseiten sind immer mal wieder fleckig berostet und die Schalenpunkte treten als deutlich verkorkte Punkte und Sternchen hervor.
Die Schale ist trocken, die Frucht ist druckfest und gut transportfähig.
Eine Kelchgrube ist nur selten vorhanden und dann auch nur sehr flach ausgebildet. Sehr markant ist die Rostkappe um den Kelch. Diese ist zimtfarben bis braunrot und löst sich zu den Fruchtseiten hin faserig auf. Der Kelch ist offen bis halboffen. Die Kelchblätter sind mittellang und mittelbreit, manchmal auch nur hornartig verdickt.
Eine Stielgrube ist nur bei etwa jeder zweiten Frucht vorhanden und dann sehr flach. Der Stielbereich ist kaum berostet. Der mitteldicke und gerade Stiel ist mit einer Länge zwischen 5 und 15 mm im Vergleich zur Fruchthöhe als sehr kurz einzustufen. Er wird manchmal durch einen Fleischwulst etwas zur Seite gedrückt.
Die Kelchhöhle ist flach schüsselförmig. Darunter befindet sich eine schmale und kurze Kelchröhre. Das Kernhaus liegt mittig, ist klein und hat eine meistens schmal geöffnete Achsenhöhle. Die Kerne sind mit 8 :5 mm klein und rundlich. Sie sind kastanienbraun, meistens gut ausgebildet und zahlreich.
Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, fest, grobzellig, sehr saftig und süß bei hohem Gerbstoffgehalt.
Zusammenfassung und besondere Merkmale:
- Grundfarbige, kugelige Sorte mit sehr kurzen Stielen.
- Früchte klein und mit mittlerer (Mostbirnen-)Reifezeit.
- Kelchumgebung mit markanter Rostkappe.
- Stiel sehr kurz.
- Kerne klein und rundlich.
Die Grundfarbe ist grün- bis hellgelb. Die Früchte zeigen nur selten eine schwach braunrote bis orangerote Deckfarbe und können zu den grundfarbigen Mostbirnen gezählt werden. Die Fruchtseiten sind immer mal wieder fleckig berostet und die Schalenpunkte treten als deutlich verkorkte Punkte und Sternchen hervor.
Die Schale ist trocken, die Frucht ist druckfest und gut transportfähig.
Eine Kelchgrube ist nur selten vorhanden und dann auch nur sehr flach ausgebildet. Sehr markant ist die Rostkappe um den Kelch. Diese ist zimtfarben bis braunrot und löst sich zu den Fruchtseiten hin faserig auf. Der Kelch ist offen bis halboffen. Die Kelchblätter sind mittellang und mittelbreit, manchmal auch nur hornartig verdickt.
Eine Stielgrube ist nur bei etwa jeder zweiten Frucht vorhanden und dann sehr flach. Der Stielbereich ist kaum berostet. Der mitteldicke und gerade Stiel ist mit einer Länge zwischen 5 und 15 mm im Vergleich zur Fruchthöhe als sehr kurz einzustufen. Er wird manchmal durch einen Fleischwulst etwas zur Seite gedrückt.
Die Kelchhöhle ist flach schüsselförmig. Darunter befindet sich eine schmale und kurze Kelchröhre. Das Kernhaus liegt mittig, ist klein und hat eine meistens schmal geöffnete Achsenhöhle. Die Kerne sind mit 8 :5 mm klein und rundlich. Sie sind kastanienbraun, meistens gut ausgebildet und zahlreich.
Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, fest, grobzellig, sehr saftig und süß bei hohem Gerbstoffgehalt.
Zusammenfassung und besondere Merkmale:
- Grundfarbige, kugelige Sorte mit sehr kurzen Stielen.
- Früchte klein und mit mittlerer (Mostbirnen-)Reifezeit.
- Kelchumgebung mit markanter Rostkappe.
- Stiel sehr kurz.
- Kerne klein und rundlich.
Baum
Der Baum ist starkwüchsig und bildet große Kronen mit zahlreichen gleichrangigen Gerüstästen. Die Seitenäste sind dicht mit sehr kurzem Fruchtholz besetzt (Hartmann 2019), was einen lichten Kronenaufbau bedingt.
Verwechsler
Sehr charakteristische Sorte, die mit anderen Mostbirnensorten nicht zu verwechseln ist.
Anbaueignung
Wildling aus Einsiedel gilt als insgesamt anspruchslos an Boden und Standort. Soll auch in rauen Lagen noch gute Erträge bringen (Hartmann 2019).
Löschnig (1913) schreibt, dass die Früchte einen sehr guten Most ergeben, der sich infolge des hohen Gerbstoffgehaltes auch gut klärt. In voller Reife können die Früchte auch zum Dörren verwendet werden.
Die Sorte ist nach wie vor interessant für die Herstellung guter Obstweine. Sie sollte darüber hinaus aus historischen und genetischen Gründen erhalten und weiterhin bei extensiven Streuobstpflanzungen berücksichtigt werden.
Löschnig (1913) schreibt, dass die Früchte einen sehr guten Most ergeben, der sich infolge des hohen Gerbstoffgehaltes auch gut klärt. In voller Reife können die Früchte auch zum Dörren verwendet werden.
Die Sorte ist nach wie vor interessant für die Herstellung guter Obstweine. Sie sollte darüber hinaus aus historischen und genetischen Gründen erhalten und weiterhin bei extensiven Streuobstpflanzungen berücksichtigt werden.
Fruchtfotos
Literatur
Aendekerk, R., Bannier, H.-J., Bauer, D., Bosch, H.-T., Dahlem, R. & Thiel, M. (2016): Äpfel und Birnen aus Luxemburg. Luxemburg, Verlag editions revue s. a., 2. Auflage, 224 Seiten.
Dahlem, R. (2014): Einteilung von Mostbirnen in Verwechslergruppen. Oder: Wie gewinne ich den Überblick in einer vielfältigen Sortengruppe. Unveröffentlichtes Manuskript, 8 Seiten.
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer-Verlag, 6. Auflage, 352 Seiten.
Löschnig (1913): Die Mostbirnen. Beschreibung der in Österreich am häufigsten angepflanzten Mostbirnensorten. Hrsg.: Österreichische Obstbau- und Pomologengesellschaft. Wien, Verlag von Friedrich Sperl, 227 Seiten.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung
Alancri Stiftung