
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Synonyme
Eckbepler (früher in Wetzlar)
Reifezeit
Pflückreife Anfang bis Mitte Oktober; Genussreife Oktober bis Februar (laut Lit. Dezember bis März)
Herkunft
Der Literatur nach handelt es sich um eine Lokalsorte aus dem Altkreis Wetzlar (dem heutigen Lahn-Dill-Kreis), wo sie Anfang des 20. Jh. weit verbreitet war. In der Stadt Wetzlar kam die Sorte so häufig vor, dass sie unter dem Synonym "Eckbepler" (ein alter Wetzlarer Hausname) bekannt gewesen ist. Der damalige Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar, unter Leitung von Kreisobstbauinspektor F. Kilp, hatte den Hartapfel in seiner Sortenempfehlung (1913), als gute Marktfrucht für die Wirtschaft zum Massenanbau empfohlen. Neben einer Sortenbeschreibung enthält diese Schrift eine naturgetreue farbige Abbildung, die im Verlag von R. Bechtold & Comp. in Wiesbaden erschienen ist.
Erstaunlicherweise hat es der Hartapfel auch in das Werk "Unsere besten Deutschen Obstsorten", Band I - Äpfel (um 1920) geschafft. Die Namensgebung soll sich auf die Härte des Holzes beziehen (die Frucht ist eher dünnschalig und weicher).
Nach dem Krieg ist die Sorte anscheinend aus dem Sortiment der Baumschulen verschwunden. Erst in den 1990er Jahren und seit 2000 konnte die Sorte durch verschiedene Aufschulungsprogramme und über die Reiserbörse der Landesgruppe Hessen (PV) vermehrt veredelt und gepflanzt werden. 2017 war der Hartapfel "Hessische Lokalsorte des Jahres".
Erstaunlicherweise hat es der Hartapfel auch in das Werk "Unsere besten Deutschen Obstsorten", Band I - Äpfel (um 1920) geschafft. Die Namensgebung soll sich auf die Härte des Holzes beziehen (die Frucht ist eher dünnschalig und weicher).
Nach dem Krieg ist die Sorte anscheinend aus dem Sortiment der Baumschulen verschwunden. Erst in den 1990er Jahren und seit 2000 konnte die Sorte durch verschiedene Aufschulungsprogramme und über die Reiserbörse der Landesgruppe Hessen (PV) vermehrt veredelt und gepflanzt werden. 2017 war der Hartapfel "Hessische Lokalsorte des Jahres".
Verbreitung
Der Hartapfel ist regional an Lahn und Dill verbreitet, besonders in und um Wetzlar. Einzelvorkommen sind inzwischen auch überregional, vor allem in Sammlungen, vertreten.
Frucht
Die Form des Hartapfels ist sehr variabel, meist ist sie hochrund, zum Kelch stärker abnehmend, im Querschnitt ebenfalls unregelmäßig rund mit breiten Kanten. Die Größe ist groß bis sehr groß.
Die Schale ist glatt und trocken, im Lager leicht fettig werdend. Die Grundfarbe ist grünlich, später hellgelb, die Deckfarbe ist je nach Sonnenintensität kurz gestreift bis dunkelrot verwaschen. Die zahlreichen Schalenpunkte sind groß und als auffällige Rostpunkte bzw. hellbraun mit dunklem Kern sowie hell umhöft.
Die Kelchgrube ist mitteltief eingesenkt, oft schief, mit feinen Falten und schwachen Rippen. Der Kelch ist im Vergleich zur Frucht relativ klein, geschlossen bis halboffen, Blättchen behaart, Spitzen zurückgeschlagen, am Grunde sich berührend.
Die Stielgrube ist mitteltief bis tief, sie ist mit Rostpunkten versehen oder etwas strahlig berostet. Der Stiel ist mittellang und holzig.
Das Kernhaus ist mittig, die Achsenhöhle ist geschlossen bis leicht geöffnet. Die Kelchhöhle ist kegelförmig bis breit trichterförmig. Kernkammern geräumig, die Wände breit bogenförmig, gerissen. Die Kerne sind vollkommen ausgebildet, groß, länglich spitz und kastanienbraun.
Das Fruchtfleisch ist gelblich weiß, mittelfest bis locker, später etwas mürbe werdend, saftig, weinsäuerlich, schwach aromatisch.
Die Schale ist glatt und trocken, im Lager leicht fettig werdend. Die Grundfarbe ist grünlich, später hellgelb, die Deckfarbe ist je nach Sonnenintensität kurz gestreift bis dunkelrot verwaschen. Die zahlreichen Schalenpunkte sind groß und als auffällige Rostpunkte bzw. hellbraun mit dunklem Kern sowie hell umhöft.
Die Kelchgrube ist mitteltief eingesenkt, oft schief, mit feinen Falten und schwachen Rippen. Der Kelch ist im Vergleich zur Frucht relativ klein, geschlossen bis halboffen, Blättchen behaart, Spitzen zurückgeschlagen, am Grunde sich berührend.
Die Stielgrube ist mitteltief bis tief, sie ist mit Rostpunkten versehen oder etwas strahlig berostet. Der Stiel ist mittellang und holzig.
Das Kernhaus ist mittig, die Achsenhöhle ist geschlossen bis leicht geöffnet. Die Kelchhöhle ist kegelförmig bis breit trichterförmig. Kernkammern geräumig, die Wände breit bogenförmig, gerissen. Die Kerne sind vollkommen ausgebildet, groß, länglich spitz und kastanienbraun.
Das Fruchtfleisch ist gelblich weiß, mittelfest bis locker, später etwas mürbe werdend, saftig, weinsäuerlich, schwach aromatisch.
Baum
Der Wuchs ist stark bis sehr stark, die Bäume werden groß und alt, die Krone ist pyramidal bis hochrund, die Leitäste gehen relativ steil in die Höhe. Das Holz ist relativ hart (Namensgebung). Die Blüte ist mittelfrüh, der Ertrag setzt spät ein, ist dann aber hoch bis sehr hoch und regelmäßig.
Anbaueignung
Die Sorte gedeiht am besten auf schweren Böden, auf leichten Böden bleiben die Bäume kleiner. Sie bevorzugt Tal- und mittlere Höhenlagen, sie ist frosthart, allgemein robust. Eine gewisse Neigung zu Obstbaumkrebs, Glasigkeit und Stippe (bei jungen Bäumen und großen Früchten) wird beobachtet. Der Hartapfel ist sehr fruchtbar und zählt zu den sehr guten Wirtschaftsäpfeln. Er eignet sich sehr gut als Kuchenapfel und ergibt ein wohlschmeckendes Kompott. Auch als Saft und Weinapfel ist die Sorte gut geeignet. Aufgrund der starken Wuchsleistung ist der Hartapfel für den extensiven Streuobstanbau bestens geeignet.
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Literatur
Die für den Kreis Wetzlar zum Massenanbau empfehlenswertesten Apfel- und Birnensorten (1913): Obst- und Gartenbauvereine für den Kreis Wetzlar (Hrsg.), Wetzlar, S. 19
Unsere besten deutschen Obstsorten (1919): Band I - Äpfel, 3. Aufl., Wiesbaden, S. 28, Tafel 22
Kahl, S. (2016): Hessische Lokalsorte des Jahres 2017 - Hartapfel, Pomologen-Verein e.V. - LG Hessen (Hrsg.) (Faltblatt)
Kahl, S. (2017): Hartapfel, in Jahresheft Pomologen-Verein e.V., Hamburg, S. 124-126
Kahl, S.; Scheibel, R. (2023): Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen, 6. Aufl., Aßlar, S. 58/59