
Gefährungsgrad
Standardsorte
Regionalsorte
nein
Synonyme
Gießener Schneeapfel (Schmidt 1949), Schneeapfel
Reifezeit
Pflückreife Mitte/Ende September bis Anfang Oktober (vom Baum essbar). Genussreife und Haltbarkeit Oktober bis Februar/März, bei guter Lagerung bis April.
Herkunft
Wahrscheinlich handelt es sich um einen Zufallssämling aus Heuchelheim bei Gießen - die Sorte ist nicht identisch mit anderen ,,Schneeäpfeln", wie z. B. dem Belgischen Schneeapfel (Oberdieck 1875).
Der Überlieferung nach soll der Mutterbaum auf dem Gelände des Kindergartens in der Wilhelmstraße um 1900 bereits im Vollertrag gestanden haben. Eng verbunden mit der Geschichte und Verbreitung des ,,Schneeapfels" ist die Baumschule Rinn. Philipp Rinn gründete 1904 seine Baumschule vor Ort. Er und sein Sohn Hans Rinn produzierten bis in die 1950er Jahre ausschließlich Obstbäume und verbreiteten u. a. den Schneeapfel aus Heuchelheim.
Pomologe Richard Zorn beschrieb 1937 den Apfel vermutlich als erster unter dem Namen ,,Schneeweißer Streifling" (Kaiser 2019). Erst nachdem 1979 in der Zeitschrift Deutsche Baumschule ein Bericht über die Baumschule Rinn erschien, wird die Sorte auch über die Grenzen Hessens hinaus bekannt. Der damalige Inhaber Horst Römer schickte Edelreiser und Bäume bis nach Weihenstephan. Später wurden sogar kleinere Baumformen auf schwachen Unterlagen verkauft.
Der Heuchelheimer Schneeapfel wurde 2003 als erste ,,Hessische Lokalsorte des Jahres" gewählt. Seitdem sind zahlreiche Publikationen in Fachzeitschriften sowie im Internet erschienen.
Der Überlieferung nach soll der Mutterbaum auf dem Gelände des Kindergartens in der Wilhelmstraße um 1900 bereits im Vollertrag gestanden haben. Eng verbunden mit der Geschichte und Verbreitung des ,,Schneeapfels" ist die Baumschule Rinn. Philipp Rinn gründete 1904 seine Baumschule vor Ort. Er und sein Sohn Hans Rinn produzierten bis in die 1950er Jahre ausschließlich Obstbäume und verbreiteten u. a. den Schneeapfel aus Heuchelheim.
Pomologe Richard Zorn beschrieb 1937 den Apfel vermutlich als erster unter dem Namen ,,Schneeweißer Streifling" (Kaiser 2019). Erst nachdem 1979 in der Zeitschrift Deutsche Baumschule ein Bericht über die Baumschule Rinn erschien, wird die Sorte auch über die Grenzen Hessens hinaus bekannt. Der damalige Inhaber Horst Römer schickte Edelreiser und Bäume bis nach Weihenstephan. Später wurden sogar kleinere Baumformen auf schwachen Unterlagen verkauft.
Der Heuchelheimer Schneeapfel wurde 2003 als erste ,,Hessische Lokalsorte des Jahres" gewählt. Seitdem sind zahlreiche Publikationen in Fachzeitschriften sowie im Internet erschienen.
Verbreitung
Der Heuchelheimer Schneeapfel kommt inzwischen überregional vor. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt in Hessen, vor allem an Lahn und Dill. Es handelt sich um eine Standardsorte, die in Baumschulen erhältlich und somit überregional verbreitet ist.
Frucht
Die Frucht ist mittelgroß bis groß, flach- bis hochkugelig, im Querschnitt unregelmäßig rund, mittelbauchig.
Die Schale ist glatt und glänzend, schnell fettig bis klebrig werdend. Sie ist druckfest und duftend. Die Grundfarbe ist grünlichweiß bis hellgelb, die Deckfarbe ist bis zu 3/4 der Oberfläche hellrot kurz gestreift, gesprenkelt bis marmoriert. Die Schalenpunkte sind unauffällig.
Die Kelchgrube ist tief, mittelweit, typisch kraterförmig, der Rand ist etwas wulstig. Kelch mittelgroß, geschlossen bis halboffen, Kelchblätter breit und kurz, am Grunde getrennt.
Die Stielgrube ist tief und eng sowie feinstrahlig zimtfarben berostet. Der Stiel ist kurz bis mittellang, holzig, braun und am Ende verdickt.
Das Kernhaus ist mittelständig, die Kelchhöhle ist breit trichterförmig, die Achsenhöhle ist meist geschlossen, die Kernhauswände sind bohnenförmig, breit und glänzend, teils leicht gerissen. Die Kerne sind gut ausgebildet, rundlich-breit und kurz gespitzt, hell kastanienbraun.
Das Fruchtfleisch ist weiß bis cremefarben, locker und relativ weich, saftig, leicht säuerlich und leicht aromatisch mit schwachem Duft. Es bleibt beim Kochen weiß.
Die Schale ist glatt und glänzend, schnell fettig bis klebrig werdend. Sie ist druckfest und duftend. Die Grundfarbe ist grünlichweiß bis hellgelb, die Deckfarbe ist bis zu 3/4 der Oberfläche hellrot kurz gestreift, gesprenkelt bis marmoriert. Die Schalenpunkte sind unauffällig.
Die Kelchgrube ist tief, mittelweit, typisch kraterförmig, der Rand ist etwas wulstig. Kelch mittelgroß, geschlossen bis halboffen, Kelchblätter breit und kurz, am Grunde getrennt.
Die Stielgrube ist tief und eng sowie feinstrahlig zimtfarben berostet. Der Stiel ist kurz bis mittellang, holzig, braun und am Ende verdickt.
Das Kernhaus ist mittelständig, die Kelchhöhle ist breit trichterförmig, die Achsenhöhle ist meist geschlossen, die Kernhauswände sind bohnenförmig, breit und glänzend, teils leicht gerissen. Die Kerne sind gut ausgebildet, rundlich-breit und kurz gespitzt, hell kastanienbraun.
Das Fruchtfleisch ist weiß bis cremefarben, locker und relativ weich, saftig, leicht säuerlich und leicht aromatisch mit schwachem Duft. Es bleibt beim Kochen weiß.
Baum
Der Wuchs ist mittelstark, breitkugelig mit sparrigen Ästen und geringer Verzweigung. Die Jahrestriebe sind rötlichbraun, das Laub ist groß und hellgrün. Die Blüte ist mittelfrüh, witterungsunempfindlich. Der Ertrag setzt mittelfrüh ein, die Früchte hängen einzeln oder paarweise. Die Ertragsleistung ist mittelhoch, Wechsel zwischen hohen und geringen Erträgen.
Anbaueignung
Die Sorte ist anspruchslos an Boden und Klima, bis in mittlere Höhenlagen anbaufähig. Sie ist nur gering schorfanfällig. Die Früchte werden als Tafelobst und aufgrund ihrer guten häuslichen Verwertungseigenschaften (zum Kochen, Obstsalat und für sortenreine Säfte/Weine) besonders geschätzt. Es handelt sich um eine robuste und pflegeleichte Hausgarten- und Streuobstsorte.
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Literatur
Maethe, H. (1979): Einer von vielen - die Geschichte einer normalen Baumschule. Bildbericht in: Deutsche Baumschule, 11/79, S. 426-432
Kahl, S. (2002): Verzeichnis hessischer Regional- und Lokalsorten, Hrsg. NZH-Projekt GmbH, Wetzlar, S. 7
Kahl, S. (2002): Hessische Lokalsorte des Jahres 2009 - Heuchelheimer Schneeapfel, NZH Projekt GmbH (Hrsg.), Wetzlar, Faltblatt
Kahl, S. (2003): Heuchelheimer Schneeapfel - Hessische Lokalsorte 2003, in: Jahresheft Pomologen-Verein e.V., Aue/Sachsen S. 2; 64/65
Mühl, F. (2011): Alte und neue Apfelsorten, 7. Aufl., München, S. 158
Kaiser, U. (Hrsg.) (2019): Richard Zorn - Verzeichnis aller in Deutschland angebauter Kernobstsorten, Wiebelsheim, S. 587 (Schneeweißer Streifling, 1937)
Bernkopf, S. (2021): 300 Obstsorten - Ein Streifzug durch die oberösterreichischen Obstbaumvielfalt, Linz, S. 75
Kahl, S.; Scheibel, R. (2023): Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen, 6. Aufl., Aßlar, S. 60/61