Lübecker Prinzessinbirne

Verfasst von Jens Meyer im Februar 2015. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos beim Autor.
stark gefährdet
Sommer Prinzessin, Prinzessin aus Lübeck, Rising Summer, Rode Wangetjes, Schoone Vrouenpeer?
Ende Juli bis Anfang August mit dem Klarapfel
Es handelt sich um eine sehr alte Sorte, sie wurde als Rode Wangetjes von Knoop 1760 erstmalig beschrieben und abgebildet. 1866 gab Oberdieck der Sorte diesen Namen, weil sie um Lübeck viel angebaut wurde.
Um Lübeck noch in Altbäumen zu finden.
Eine der ersten Frühbirnen im Jahr mit sehr freundlichem Aussehen. Der lange, dünne Stiel geht in die flaschenförmige Frucht über, der offene Kelch ist von sternförmig aufliegenden Kelchblättern umgeben, meist ist ein Rostklecks am Kelch vorhanden. Wenn die Früchte Sonne bekommen, entwickelt sich eine kräftige leuchtende Deckfarbe. Das Fleisch ist fest, trocken und ohne besonderen Geschmack. Kerne klein, ohne Nase, rehbraun.
In der Jugend kräftig, später nachlassend, bildet nur kleine Bäume, früh und reichlich tragend.
Wohl gerade noch streuobsttauglich, muss aber nach der Jugendphase regelmäßig verjüngt werden. E. Fritz, Tübingen, bezeichnet sie als Tafelbirne, das mag für Süddeutschland zutreffen. 20 km von Lübeck entfernt war sie allerdings in fünf Jahren noch nie schmackhaft. Es handelt sich zumindest in Norddeutschland um eine Kochbirne ohne besonderen Geschmack. Nachtrag: Aus der Schweiz wird meine Einschätzung des Geschmackes und Wertes bestätigt. Hier noch ein Zitat aus dem Erfurter Führer für Obst und Gartenbau 1915/16 : "Eine sehr reichtragende, schöngefärbte Sommerbirne für den Markt. Wer sie pflanzt um die Birnen selbst zu essen wird durch den Geschmack enttäuscht."

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