Moseleisenapfel R

Verfasst von Hans-Joachim Bannier im April 2015. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos beim Autor.
stark gefährdet
ja
Auch wenn sie am Baum schon früh im September eine starke Rotfärbung zeigen, werden die Früchte des Moseleisenapfels spät, in der zweiten Oktoberhälfte, geerntet. Auf dem Lager halten sie bis zum Frühjahr (April / Mai).
Auch wenn sie am Baum schon früh im September eine starke Rotfärbung zeigen, werden die Früchte des Moseleisenapfels spät, in der zweiten Oktoberhälfte, geerntet. Auf dem Lager halten sie bis zum Frühjahr (April / Mai).
Die Herkunft des im Rheinland noch im Rhein-Sieg-Kreis sowie am Mittelrhein gelegentlich in alten Streuobstbeständen zu findenden Moseleisenapfels ist nicht bekannt.
Die Sorte ist schon sehr alt, ihren Verbreitungsschwerpunkt hat sie im Saar-Mosel-Raum, in Luxemburg, Belgien und am Mittelrhein. Wegen ihrer langen Haltbarkeit war die Sorte einst als Tafelapfel sowie als Wirtschaftsapfel für die häusliche Verarbeitung geschätzt. In den letzten Jahrzehnten findet die Sorte in erster Linie als Mostapfel Verwendung, da ihr zum Frischverzehr das Aroma vergleichbarer Tafeläpfel fehlt.
Frucht klein bis mittelgroß, Deckfarbe trüb dunkelrot, bräunlich rot bis bläulich rot, flächig, verwaschen streifig, auf zwei Dritteln bis vier Fünfteln d. Frucht.Frucht sehr fest, gut transportfähig, kaum faulend. Stielgrube eng (bis mittelweit), mitteltief, klecksig schuppig berostet, Umgebung ebenmäßig. Stiel kurz, mitteldick, auch dünn, nicht aus der Stielgrube herausragend. Kernhaus klein, Kernhauswände relativ breit, rundlich / muschelförmig, glatt, nicht gerissen. Kerne klein, (eher hell-) braun, ca. 7 : 4 mm, z.T. auch Krüppelkerne. Fruchtfleisch -Fruchtfleisch grünlich weiß (gelegentlich unter der Schale etwas gerötet) fest, etwas mittelfeinzellig, süß-säuerlich bis süß, ohne besonderes Aroma.
Ältere ungepflegte Bäume des Moseleisenapfels sind oft schon von weitem an einer sehr eigentümlichen Besonderheit im Kronenaufbau zu erkennen. Häufig haben die Kronen – nur auf einer Seite – einen besonders stark ausgebildeten Leitast, durch den die Krone stark asymmetrisch erscheint. Da der Moseleisenapfel ansonsten recht dünntriebig wächst, seine Äste unter dem Fruchtertrag bald nach unten hängen und der Baum selten starke Leitäste ausbildet, mag diese besondere Wuchserscheinung dadurch hervorgerufen sein, dass die ehemalige Stammmitte des Baumes schon früh unter Fruchtertrag abgekippt ist und nun als (starker) Seitenast erscheint, während ehemalige Oberseitenaustriebe inzwischen die neue Spitze des Baumes gebildet haben. In der Jugend wächst der Moseleisenapfel mittelstark bis stark und typisch dünntriebig. Zur Erzielung eines kompakten, stabilen Kronengerüstes ist ein regelmäßiger Rückschnitt der Leitäste und Hauptseitenäste erforderlich. Die Sorte kommt relativ bald in den Ertrag, wodurch das Wachstum bald nachlässt. Daher bildet der Baum nur eine knapp mittelgroße, relativ schmale, hohe Krone. Die Blüte im Frühjahr zeitigt spät.
Roter Trierer Weinapfel, Roter Fresquin, Purpurroter Zwiebelapfel
Der Moseleisenapfel gilt als anspruchslos bezüglich Boden- und Standortverhältnissen. Allerdings ist die Sorte leicht schorfanfällig, weshalb gut durchlüftete Lagen vorzuziehen sind. Als relativ reichtragende (allerdings kleinfrüchtige) Sorte hat der Moseleisenapfel seinen Wert als robuste Sorte für ungünstige Lagen, in denen wertvollere Apfelsorten nicht gedeihen.

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