
Gefährungsgrad
Standardsorte
Regionalsorte
nein
Reifezeit
reift spät (ab Mitte bis Ende Oktober) und hält bis etwa April
Herkunft
Wird in der Literatur weitgehend einheitlich als Zufallssämling aus Bittenfeld, Teilort der Stadt Waiblingen im Rems-Murr-Kreis (Baden-Württemberg), beschrieben. Wer ihn aufgefunden oder vermehrt hat, wird in keiner der Quellen erwähnt. Nach Silbereisen gibt es auch Vermutungen, der Sämling könnte andernorts entstanden, eingeführt und dann erst benannt worden sein.
Auch sein Alter ist nicht genau bekannt. In der Zeitschrift "Der Obstbau" berichtet W. Ott (1905), ein Baumzüchter aus Bittenfeld, dass die Sorte in seiner Region schon etwa 100 Jahre lang bekannt sei. Erste Bäume müssten demnach bereits um 1800 gepflanzt worden sein.
Jüngste molekulargenetische Untersuchen ergaben, dass zwischen Bittenfelder Sämling und Luikenapfel ein Eltern-Kind-Verhältnis besteht. Bittenfelder dürfte somit die Tochtersorte des Luikenapfels sein, da letzterer nach bisheriger Kenntnis die ältere Sorte ist.
Bittenfelder trägt einen diploiden Chromosomensatz.
Auch sein Alter ist nicht genau bekannt. In der Zeitschrift "Der Obstbau" berichtet W. Ott (1905), ein Baumzüchter aus Bittenfeld, dass die Sorte in seiner Region schon etwa 100 Jahre lang bekannt sei. Erste Bäume müssten demnach bereits um 1800 gepflanzt worden sein.
Jüngste molekulargenetische Untersuchen ergaben, dass zwischen Bittenfelder Sämling und Luikenapfel ein Eltern-Kind-Verhältnis besteht. Bittenfelder dürfte somit die Tochtersorte des Luikenapfels sein, da letzterer nach bisheriger Kenntnis die ältere Sorte ist.
Bittenfelder trägt einen diploiden Chromosomensatz.
Verbreitung
W. Ott erwähnt 1903, dass nahezu ein Drittel der Bittenfelder Gemarkung mit Bittenfelder Sämling bepflanzt sei. Darüberhinaus dürfte die Sorte um 1900 noch wenig bekannt und angebaut worden sein. Die Beschreibung der Sorte bei Ott erweckt zumindest den Eindruck, die zahlreichen wertvollen Eigenschaften der Sorte müssten andere Regionen erst noch für sich entdecken. So erwähnt er, dass er die Sorte in den letzten Jahren in den unterschiedlichsten Lagen Württembergs mit Erfolg gepflanzt habe, also er offensichtlich damit begonnen hat, sie zu verbreiten.
Deutlicher geht aus dem Artikel von A. Lang (1903) in der Zeitschrift "Die Gartenflora" der zu dieser Zeit noch lokale Charakter der Sorte hervor. Der vorzügliche Bittenfelder Sämling, so schreibt der Autor aus Neuhausen a. d. Fildern (Region Stuttgart), sollte im ganzen Land bekannt werden.
Bittenfelder dürfte in den Jahren danach über den Rems-Murr-Kreis bekannt geworden sein. Schaal (1933-1935) beschreibt ihn 30 Jahre später in seiner Pomologie als wertvollen Mostapfel.
Überregional bekannt wurde die Sorte ab etwa Anfang 1950 als Samenspendersorte für Sämlingsunterlagen. De Haas/Hildebrandt (1967) verweisen auf Forschungsergebnisse von 1951 bis 1953, wonach aus Bittenfelder Sämling und Grahams Jubiläumsapfel 90% der Sämlingsanzuchten gewonnen wurden. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde Bittenfelder mehr oder weniger zum einzigen Samenspender für Sämlingsunterlagen.
Deutlicher geht aus dem Artikel von A. Lang (1903) in der Zeitschrift "Die Gartenflora" der zu dieser Zeit noch lokale Charakter der Sorte hervor. Der vorzügliche Bittenfelder Sämling, so schreibt der Autor aus Neuhausen a. d. Fildern (Region Stuttgart), sollte im ganzen Land bekannt werden.
Bittenfelder dürfte in den Jahren danach über den Rems-Murr-Kreis bekannt geworden sein. Schaal (1933-1935) beschreibt ihn 30 Jahre später in seiner Pomologie als wertvollen Mostapfel.
Überregional bekannt wurde die Sorte ab etwa Anfang 1950 als Samenspendersorte für Sämlingsunterlagen. De Haas/Hildebrandt (1967) verweisen auf Forschungsergebnisse von 1951 bis 1953, wonach aus Bittenfelder Sämling und Grahams Jubiläumsapfel 90% der Sämlingsanzuchten gewonnen wurden. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde Bittenfelder mehr oder weniger zum einzigen Samenspender für Sämlingsunterlagen.
Frucht
Früchte klein, allenfalls mittelgroß, etwas schief und etwas unebenmäßig; mittelbauchig, seltener flach kegelförmig oder umgekehrt kegelförmig (kelchseitig breiter als stielseitig);
druckfest; trocken, griffig, mit kleinen, punktförmigen Unebenheiten unter der Schale (narbig); Schalenpunkte zudem fühlbar verkorkt;
grüngelbe Grundfarbe (hellt erst spät auf); Deckfarbe matt orange- bis braunrot, wenig, schwach deckend; Schalenpunkte weißlich, oft verkorkt (fühlbar), zahlreich, teils mit großem, hellen Hof; Rostspuren im Kelchgrubenbereich, variabel in der Stielgrube von fehlend bis deutlich strahlig berostet;
Stielgrube eher tief, mäßig weit; Stiel oft lang, mitteldick, zur Frucht hin auch fleischig verdickt;
Kelchgrube mittelweit, eher flach, fein geperlt und schwach gerippt; Kelch klein, geschlossen bis halboffen;
Kelchhöhle klein, mit schmaler Röhre; Kernhaus mittig bis stielnah, Wände glatt; Kerne klein, breit eiförmig, kastanienbraun
Besondere Merkmale:
kleine, kaum gefärbte Früchte; Schalenpunkte fühlbar; feine Kelchröhre; kräftige Säure; späte Blüte und Reife; hängen fest und lange am Baum
druckfest; trocken, griffig, mit kleinen, punktförmigen Unebenheiten unter der Schale (narbig); Schalenpunkte zudem fühlbar verkorkt;
grüngelbe Grundfarbe (hellt erst spät auf); Deckfarbe matt orange- bis braunrot, wenig, schwach deckend; Schalenpunkte weißlich, oft verkorkt (fühlbar), zahlreich, teils mit großem, hellen Hof; Rostspuren im Kelchgrubenbereich, variabel in der Stielgrube von fehlend bis deutlich strahlig berostet;
Stielgrube eher tief, mäßig weit; Stiel oft lang, mitteldick, zur Frucht hin auch fleischig verdickt;
Kelchgrube mittelweit, eher flach, fein geperlt und schwach gerippt; Kelch klein, geschlossen bis halboffen;
Kelchhöhle klein, mit schmaler Röhre; Kernhaus mittig bis stielnah, Wände glatt; Kerne klein, breit eiförmig, kastanienbraun
Besondere Merkmale:
kleine, kaum gefärbte Früchte; Schalenpunkte fühlbar; feine Kelchröhre; kräftige Säure; späte Blüte und Reife; hängen fest und lange am Baum
Baum
wächst in der Jugendentwicklung zögerlich, feintriebig; aufstrebend und wenig verzweigt, früh fruchtbar; in späteren Phasen wüchsiger und regenerationsfreudig mit überhängendem Habitus
Verwechsler
Viele der kleineren, gelbschaligen Mostapfelsorten. Unter den häufiger vorkommenden wären zu nennen:
Weißer Wintertaffetapfel (etwas flacher gebaut; kurze, fleischige Stiele in enger Grube; Schale glatt, ohne fühlbare Lentizellen; Baumwuchs kompakter)
Engelsberger (flach kegelförmige Früchte, ebenmäßig; glatte Schale; ohne Kelchröhre; mittelfrühe Reife; nicht lange lagerfähig)
Spätblühender Taffetapfel (sehr späte Blüte, frühe Reife, nicht lagerfähig; nicht druckfest)
Weißer Wintertaffetapfel (etwas flacher gebaut; kurze, fleischige Stiele in enger Grube; Schale glatt, ohne fühlbare Lentizellen; Baumwuchs kompakter)
Engelsberger (flach kegelförmige Früchte, ebenmäßig; glatte Schale; ohne Kelchröhre; mittelfrühe Reife; nicht lange lagerfähig)
Spätblühender Taffetapfel (sehr späte Blüte, frühe Reife, nicht lagerfähig; nicht druckfest)
Anbaueignung
Verwendung als Spenderbaum für Sämlingsunterlage, Früchte speziell für Mostbereitung (aromatisches, lange haltbares Getränk mit sehr günstigem Zucker-Säure-Verhältnis); gilt als widerstandsfähig gegenüber Schaderregern, als ausgesprochen frosthart in Holz und Blüte, benötigt aber warme Standorte, um qualitativ hochwertige Mostäpfel zu bilden (Silbereisen et al, 1996).
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Jungbaum
Literatur
Lang, A. (1903): Der Apfel "Bittenfelder Sämling". Gartenflora. Jahrgang 52. Berlin. S. 221f.
Ott, W. (1905): Bittenfelder Sämlingsapfel. Der Obstbau. Jahrgang 25. Stuttgart. S. 18.
Schaal, G. (1930-1933): Die wertvollsten Apfel- und Birnensorten. Band 1 und 2. Nachdruck. Recklinghausen 1997. S. 90.
De Haas, P. G. und Hildebrandt, W. (1967): Die Unterlagen und Baumformen des Kern- und Steinobstes. Stuttgart. S. 37.
Silbereisen, R., G. Götz und W. Hartmann (1996): Obstsorten-Atlas. 2. Auflage Stuttgart. S. 166.