
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Reifezeit
(2.-) 3. (- 4.) Kirschwoche, über einen längeren Zeitraum abreifend
Herkunft
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf einem der Obsthöfe im Alten Land bei Hamburg entstanden. Der Familienname Garrn ist dort verbreitet.
Verbreitung
Vor allem im Alten Land einst verbreitet. Gelegentlich heute im Streuobst dort und seltener auch in anderen Regionen Deutschlands anzutreffen. In Baumschulen nur selten erhältlich.
Frucht
Größe: Mittelgroß, 20,5 : 23,5 : 20.5 mm (Länge : Breite : Dicke).
Grundfarbe gelb, sonnenseits überwiegend rot gepunktet und/oder gefleckt, vollreif z.T. fast gänzlich gerötet.
Fruchtform: Breitrundlich, dick (ebenso dick wie hoch), in der Seitenansicht mittelbreit. Stielgrube eher tief, mittelweit, zur Bauchseite flach/weit eingesenkt. Bauchseite manchmal mit leichtem Nahtwulst. Stempelpunkt hell, in einem flachen Grübchen.
Fruchtfleisch: Gelb, im Vergleich zu anderen Frühsorten relativ fest, vollreif sehr aromatisch, an kühleren Standorten aromatischer als an warmen Standorten.
Platzfestigkeit: Mittelhoch
[Studio-Foto Früchte: Herbert Fischer, https://www.fischer-fotostudio.de ]
Grundfarbe gelb, sonnenseits überwiegend rot gepunktet und/oder gefleckt, vollreif z.T. fast gänzlich gerötet.
Fruchtform: Breitrundlich, dick (ebenso dick wie hoch), in der Seitenansicht mittelbreit. Stielgrube eher tief, mittelweit, zur Bauchseite flach/weit eingesenkt. Bauchseite manchmal mit leichtem Nahtwulst. Stempelpunkt hell, in einem flachen Grübchen.
Fruchtfleisch: Gelb, im Vergleich zu anderen Frühsorten relativ fest, vollreif sehr aromatisch, an kühleren Standorten aromatischer als an warmen Standorten.
Platzfestigkeit: Mittelhoch
[Studio-Foto Früchte: Herbert Fischer, https://www.fischer-fotostudio.de ]
Fruchtstein
Mittelgroß, typisch dick, rundlich (etwas asymmetrisch rundlich). Bauchwulst breit, deutlich hervortretend, Mittelkamm des Bauchwulstes abgeflacht.
[Studio-Foto Fruchtsteine: Herbert Fischer, https://www.fischer-fotostudio.de ]
[Studio-Foto Fruchtsteine: Herbert Fischer, https://www.fischer-fotostudio.de ]
Baum
Starkwüchsig, in der Jugend mit waagrecht oder flach aufrecht verzweigenden Seitenästen. Krone breitkugelig, später typisch mit hängenden Fruchtästen ("Trauerwuchs"). Gesundes, großes Laub, typisch senkrecht herabhängende Blätter. In feuchten Klimaten etwas anfällig für Schrotschuss.
Blüte früh bis mittelfrüh, mittelgroß, Blütenblätter etwas wellig.
Blüte früh bis mittelfrüh, mittelgroß, Blütenblätter etwas wellig.
Verwechsler
Kunzes Kirsche (ebenfalls 3. KW und rundliche Fruchtform), Maibigarreau (reift etwas früher in der 2.-3. KW und ist weicher), Weiße Spanische (ist blasser gefärbt und reift erst in der 4. KW), Büttners Späte Rote Knorpel (in der Fruchtform ähnlich, ist aber eine feste Knorpelkirsche, die erst in der 5. KW reift)
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Jungbaum
Laub
Anbaueignung
Relativ robuste Streuobstsorte für Obstwiese und Garten, aufgrund der frühen Reife i.d.R. noch nicht von den Maden der Kirschfruchtfliege befallen und als helle Kirsche auch weniger von Vögeln heimgesucht als gleichzeitig reifende schwarz-rote Kirschen. Geschmacklich in etwas kühleren Lagen besser als in sehr warmen Lagen. Für Selbstversorger vorteilhaft ist, dass die Früchte relativ lang am Baum hängen, d.h. über einen längeren Zeitraum geerntet werden können.
Literatur
Loewel & Vahl (1956), Das Altländer Kirschensortiment. In: Mitteilungen des Obstbauversuchsrings des Alten Landes (S. 160-165)
Vahl (1956), Altländer Kirschensorten, die zur Ergänzung des Sortiments in Frage kommen. In: Mitteilungen der Obstbauversuchsanstalt Jork (S. 208-210)
Kemmer (1952), Sortenstand und Sortenbewegung im deutschen Obstbau. Techn. Universität Berlin-Charlottenburg
Fachgruppe Obstbau (1962): Handelsnamen für Kern- und Steinobstsorten. Obst- u. Gartenbauverlag München
Braun-Lüllemann/Bannier (2010): Obstsortenwerk Alte Süßkirschensorten (S. 142 ff.)