
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Svanehalser, Rattenschwanz
Reifezeit
Ab Anfang September erntereif, bei guter Lagerung bis Mitte Oktober haltbar.
Herkunft
Schwanenhals ist der aktuell gewählte Name, abgeleitet aus dem zur Zeit ältesten bekannten, überlieferten Namen Svanehalser. Dieser Name taucht für dieses Sorte in Pflanzplänen aus dem 17. Jahrhundert in Schweden auf, ohne dass es in dem Land eine weitere Beschreibung dazu gäbe, nur durch die Zeit überlieferte Standorte. In Süddeutschland hat Fritz Renner die Sorte unter dem Namen Rattenschwanz als Lokalsorte in Mittelfranken verbreitet. Bei Diel ist eine Sorte namens Großer Roland beschrieben, mit dem Synonym Rattenschwanz - dies ist aber nicht unsere Sorte. Weitere Funde, unter ungeklärten Namen, gibt es in der Schweiz (als Frauenschenkel) und England (Nummernsorte). All diese Funde wurden durch die genetische Bestätigung erst möglich. Daraus lässt sich schließen, dass wir es mit einer sehr alten Sorte zu tun haben, die weit vor 1650 entstanden ist und deren wahrer Name uns noch nicht bekannt ist.
Verbreitung
Wie unter der Herkunft erwähnt, gibt es in Mittelfranken (Süddeutschland) Standorte der Sorte, wie auch in andere europäischen Ländern. Im Erhalternetzwerk wird die Sorte erhalten.
Frucht
Eine mittelgroße bis große, birnen- bis langkegelförmige Frucht. Die Verjüngung variiert von regelmäßig, über einseitig eingeschnürt bis eingeschnürt, aber in jedem Fall lang verjüngt, damit deutlich kelchbauchig, zum Kelch etwas abgeplattet, sodass sie gerade eben steht. Der Querschnitt ist schwach kantig. Der Stiel geht direkt fleischig aus der Frucht hervor und ist bis 4,5 cm lang und 3 mm dick, meist gebogen, am Ansatz gelb über grün nach braun werdend, keulig verdickt am Ende. Die Kappe ist ohne Berostung. Die Kelchhöhle ist etwas eingesenkt, Restrippen sind sichtbar, innerhalb der Grube etwas hellbrauner Rost. Die Grundfarbe ist hellgrün, die dann nach weißlichgelb aufhellt. Deckfarbe kann ein Drittel der Frucht überziehen, karminrot gehaucht, wie auch als dunklere Umhöfung der winzigen Lentizellen, in der Grundfarbe bleiben sie lange grün umhöft. Wenn dann nur einzelne kleine Rostflecken. Die Achse ist nur leicht geöffnet, Kammern fast anliegend, mit gut entwickelten Kernen mit schwacher Nase, 9 : 5 mm. Das Fruchtfleisch ist weißlich, saftig, halbschmelzend, süßsäuerlich.
Baum
Der Baum wächst stark, bildet zumindest in der Jugend steil aufrechte Kronen, die sich gut verzweigen und früh in den Ertrag kommen. Die Blüte erscheint mittelspät bis spät mit sieben einzelnen Blüten je Knospe
Verwechsler
Kaum zu verwechselnde Sorte durch die lange schlanke Frucht mit dem extrem langen Stiel.
Anbaueignung
In jedem Fall ist die Sorte aus kulturhistorischer Sicht erhaltenswert, da es nicht mehr viele gibt, die schon so alt sind. Aber auch die Fruchtqualität und die Gesundheit sprechen für sich. Geschmacklich fehlt ihr etwas Aroma, um mit den vielen guten Tafelbirnen der Reifezeit konkurrieren zu können.
Originalname
Svanehalser
Fruchtfotos
Literatur
Gesellschaft für Pomologie und Obstsortenerhaltung Bayern ( Hrsg), (2007): Apfel und Birnensorten Europas. Donauwörth. S. 284
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
Zeitlupe gGmbH