
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Regionalsorte
ja
Synonyme
Rabenauer Butterbirne, Moritzburger Goldbergamotte, Jahns Müskierte Goldbergamotte, Wilde Blankbirne
Reifezeit
Ab Anfang September erntereif, dann drei Wochen lagerfähig.
Herkunft
Die Erstbeschreibung stammt von Jahn, der 1865 Früchte dieser Sorte erhielt. Sie stammten aus einem ,,Baumgarten" bei Moritzburg in Sachsen, wo der Baum aus Kernen der Weißen Herbstbutterbirne hervorgegangen sein soll. Jahn nannte sie Müskierte Goldbergamotte. Wo das Synonym Rabenauer Butterbirne herkommt, ist nicht weiter belegt.
Verbreitung
Im Großraum Dresden in Altbeständen noch vorhanden, sonst nur noch in Sammlungen wie dem Erhalternetzwerk und der DGO zu finden.
Frucht
Kleine bis mittelgroße, kreiselförmige Frucht, die sich regelmäßig zum Stiel verjüngt. Sie ist fast mittelbauchig, steht und ist im Querschnitt fast rund. Die Stielgrube ist schwach eingesenkt, mit etwas Rost in der Grube. Der Stiel ist bis 2,5 cm lang, 2-3 mm dick, braun. Die etwas unebene Kelchgrube ist mitteltief, braun berostet, in die Frucht laufend. Der Kelch ist offen, verwachsen, fast sternförmig erhalten. Die Grundfarbe ist hellgrün, etwas ins Gelbe aufhellend, besonnte Früchte können orangerot gehauchte Deckfarbe haben. Rostnetze und Flecken finden sich auf jeder Frucht. Die Kernhausachse ist offen, Kammern eiförmig anliegend, enthalten gut entwickelte Samen 7,5 : 3,5 mm. Das Fruchtfleisch ist weißlich, saftig, süßaromatisch, vollschmelzend mit Muskataroma.
Baum
Der Baum der Moritzburger Bergamotte wächst stark und bildet breit ausladende Kronen, die sich gut verzweigen. Der Ertrag ist jährlich und reichlich, leider hängen die büschelig, was zu kleinen Früchten führen kann. Insgesamt eine gesunde Sorte. Die Blüte setzt erst spät ein, was sie für Frostlagen interessant macht, und hat acht einzelne Blüten je Knospe.
Verwechsler
Doppelte Bergamotte: Diese hat allerdings nicht das deutliche Muskataroma und wird nicht vollschmelzend.
Anbaueignung
Für die Streuobstwiese empfehlenswert, zu prüfen ist auch ihre Qualität als Brennbirne wegen des starken Muskataromas. Für den Hausgarten wegen des kurzen Reifefensters nur bedingt nutzbar.
Fruchtfotos
Laub
Literatur
Jahn (1865): Titel. Pomologische Monatshefte. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. 11 (1865) S. 205
Jäger (1887): Titel. Pomologische Monatshefte. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. 33 (1887) S. 2
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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