
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Calebas Musque, Mausbirne, Beurre de Hollande, Flaschenkürbisbirne, Calebasse und weitere Namen.
Reifezeit
Je nach Jahr beginnt Mitte September die Erntezeit, die Frucht ist dann bis Ende Oktober lagerfähig.
Herkunft
Letztlich sind Herkunft und die Identität der Sorte nicht wirklich geklärt. Da das Problem aber auch schon vor mehr als 200 Jahren vorhanden war, bewegen wir uns damit in ,,guter" Tradition. Diel beschreibt diese Sorte schon 1802 unter dem Namen Calebas Musque und bezieht sich damit auf Knoops Pomologie aus Holland von 1760. Sickler führt sie 1796 als Holländische Butterbirne auf, wobei Oberdieck die Identität beider Sorten in Frage stellt. Die Genetik und die heutige pomologische Kontrolle hingegen bestätigt zumindest die Gleichheit verschiedener Proben, die unter dem Namen Calbas Musque wie auch Holländische Butterbirne aus Europa kamen. Die ,,aktuellste" Sortenbeschreibung stammt vermutlich von Dahl (1943) aus Schweden, wo Altbäume noch vorhanden sind. In den anderen Ländern Mitteleuropas sind die letzten Erwähnungen der Sorte Mitte des 19. Jahrhunderts gemacht worden, was erklärt, warum die Holländische Butterbirne so selten ist
Verbreitung
Vereinzelte Proben aus Altbeständen tauchten in den letzten Jahren in verschiedenen Ländern Europas auf. In Deutschland ist bisher ein Altbaum der Sorte in Norddeutschland bekannt. Erhalten wird die Sorte im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt.
Frucht
Mittelgroße birnenförmige Frucht, die meistens nur einseitig eingeschnürt ist und dann schon mehr einen Buckel bildet als einen Rücken. Kelchbauchig, steht nicht durch die Abrundung zum Kelch, im Querschnitt unregelmäßig kantig bis oval. Die Stielgrube ist höchstens einseitig vorhanden, da fast immer der Stiel durch einen starken Wulst in einen 45°-Winkel gedrückt wird. Eigentlich immer findet sich eine hellbraune Rostkappe, die aber scheinbar nie um die ganze Spitze läuft, sondern immer unterbrochen ist. Der Stiel ist bis 5 cm lang, manchmal auch nur 3 cm, 3 mm dick, oft etwas gebogen, am Ansatz grün gefleckt, dann rotbraun werdend. Der Kelch sitzt in einer ganz flachen, etwas rippigen Grube oder oben auf, kann von Fleischperlen umgeben sein und liegt in einer großen hellbraunen Rostkappe. Er ist offen, hornig, kronenförmig hochstehend, nicht verwachsen. Die Schale hellt nach gelbgrün auf, zeigt keine Deckfarbe, aber eine flächige Berostung, die ganze Teile der Frucht überziehend kann, aber nie vollständig. Braune dichte Lentizellen ohne Hof. Die Achse ist fast geschlossen, die Kammern etwas abstehend, mit sowohl gut wie schlecht entwickelten Samen 8 : 4 mm. Das grünlichweiße Fruchtfleisch ist sehr saftig, süßlich mild.
Baum
Der Baum wächst mittelstark, verzweigt sich gut, erschöpft sich aber leicht durch die schnell einsetzenden und enormen Erträge. Fruchtausdünnung ist ratsam, weil meist mehrere Früchte aus einem Blütenstand hervorgehen und weiterhin viel kurzes Fruchtholz entsteht. Die Früchte hängen windfest und lösen sich nicht leicht vom Fruchtkuchen, obwohl sie schon reif sind. Die Blüte erscheint mittelspät mit acht einzelnen Blüten je Knospe.
Verwechsler
Prinzessin Marianne: Ist aber einheitlicher zum Stiel verjüngt, deutlich kantiger am Kelch und hat nicht so einen langen Stiel.
Madame Bonnefond: Unterscheidet sich durch den auf der Fruchtspitze verschobenen Stielansatz.
Madame Bonnefond: Unterscheidet sich durch den auf der Fruchtspitze verschobenen Stielansatz.
Anbaueignung
Für den Hausgarten und die Streuobstwiese geeignete Tafelbirne, die insgesamt robust ist.
Fruchtfotos
Triebe
Literatur
Diel, A. F. A, (1802): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Heft 4 (Birnen 2). Frankfurt a. M., Deutschland; Andreäische Buchhandlung. S. 222
Christ, J. L. (1809): Vollständige Pomologie. Frankfurt a. M., Deuitschland; P. H. Guilhauman. Nr. 406
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1866): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 5. Birnen. Ravensburg, Deutschland; Dornsche Buchhandlung. Nr. 387
Dahl, C. G.: Pomologi (1943): 2. Teil Päron och Plommon Stockholm, Schweden; Albert Bonniers. 1943, S. 90
Van Noort, M. (1830): Pomologia Batava. Leyden, Niederlande, c. c. van der Hoek. S. 65
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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