
Synonyme
Hvitgylling, Vitgylling (Schweden)
Reifezeit
Pflückreife ab Anfang August etwas folgernd, Genussreife sofort.
Herkunft
Diel erhielt die Sorte aus Harlem in den Niederlanden unter dem Namen Virginischer Glasapfel. Er beschrieb sie als erster und nannte sie Virginischer Rosenapfel. Woher sie letztlich kam, ist unklar. In diesem Zusammenhang ist interessant, was Eneroth schrieb: Die Sorte war unter dem Namen Hvitgylling in Schweden seit Anfang des 18. Jahrhunderts weit verbreitet. Er nahm an, dass es sich um eine schwedische Sorte handelte. Anlässlich einer Reise nach Norddeutschland bemerkte er, dass die Sorte auch um Lübeck stark verbreitet war und es sich keineswegs um eine schwedische Sorte handelt.
Verbreitung
Nach Müller wurde der Virginische Rosenapfel Ende des 19. Jahrhunderts stark in Deutschland verbreitet, setzte sich im Erwerbsobstbau wegen zu geringer Erträge aber nicht durch. Heute ist die Sorte fast verschwunden und wird nur noch in der DGO und im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt erhalten. Ein Altbaum fand sich bei einer Kartierung im Ratzeburger Land im Westen von Mecklenburg.
Frucht
Klein bis mittelgroß, kegelförmig, vom Kelch ziehen sich mehr oder weniger kräftige Kanten über die Frucht, so dass die Frucht im Querschnitt deutlich etwas kantig erscheint. Kelchfläche oft schief. Kelchgrube eng bis mittelweit, flach bis mitteltief mit kräftigen Falten und oft deutlichen Fleischperlen. Kelch geschlossen, Blätter hochstehend. Stielgrube mittelweit, mitteltief, eben, ohne Berostung. Grundfarbe hellgelblich, Deckfarbe stark streifig, ziegelrot, bei stark besonnten Früchten auch flächig. Kelchhöhle klein, trichterförmig mit anschließender dünner Röhre. Kernhaus mittelgroß, Achse etwas geöffnet, Kammern geräumig, Wände schwach gerissen, ohrenförmig, enthalten viele gut ausgebildete Kerne, 7,5 : 4,5 mm. Fleisch weißlichgelb, mittelsaftig, vorwiegend säuerlich, wie alle Frühäpfel nur kurz haltbar.
Baum
Wuchs mittelstark bis stark, Kronenform steil aufrecht. Nach Müller auf schweren Böden krebsanfällig, nicht schorfanfällig. Ertrag regelmäßig, aber eher niedrig.
Verwechsler
Helios reift zur selben Zeit und hat auch eine Röhre, ist aber deutlich süßer.
Säfstaholm ist sehr ähnlich, hat aber keine Röhre und rundliche Kerne.
Säfstaholm ist sehr ähnlich, hat aber keine Röhre und rundliche Kerne.
Anbaueignung
Eine streuobsttauglichge Sorte für Liebhaber und Sammler. Als Frühsorte geschmacklich durchaus ansprechend, aber säurebetont.
Fruchtfotos
Literatur
Diel, A. F. A. (1816): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Heft 20 (Äpfel 12). Frankfurt a. M., Deutschland; Andreäische Buchhandlung. S. 56
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1859): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 1. Äpfel. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr. 99
Eneroth, O. (1877): Handbok i Svensk Pomologi. P. A. Norstedt & Söner. Stockholm. S.18
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905 - 1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung 16, Nr. 184
Näslund, G. K., Sandeberg, Ingrid af, (2009): Svenska äpplen. Sigtuna, Schweden; Kärnhuset.S. 482