
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Synonyme
Faulenzer (im Solmsbachtal bei Braunfels); Roter Siebenschläfer
Reifezeit
Pflückreife Ende September; Genussreife Oktober/November; Haltbarkeit bis Mitte Dezember, bei stark abnehmender Saftigkeit (Herbstsorte)
Herkunft
Der Siebenschläfer ist eine Lokalsorte aus dem Lahn-Dill-Kreis, wo sie wahrscheinlich im Solmsbachtal bei Braunfels entstanden sein dürfte. Der Name Siebenschläfer sowie der Doppelname "Faulenzer" deuten auf die sehr späte Blüte und den noch späteren Austrieb des Baumes hin.
Die Sorte ist aber nicht zu verwechseln mit dem Roten Bellefleur, der ebenfalls das Synonym Siebenschläfer trägt.
Ähnlich wie der Hartapfel wurde die Sorte Anfang des 20. Jh. stark für den Altkreis Wetzlar empfohlen. Der damalige Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar hatte sie zum Massenanbau empfohlen (1913), wo sie sich entsprechend verbreitet hat. Auch in dem Werk "Unsere besten deutschen Obstsorten" (um 1920) ist der Siebenschläfer aus dem Solmsbachtal beschrieben und detailgetreu abgebildet.
Später wurde der Apfel in verschiedenen Listen oder Berichten für spätblühende Apfelsorten (Deußer 1936) erwähnt.
Hundert Jahre nach der ersten Empfehlung durch den OGV Wetzlar konnte der Siebenschläfer 2013 zur 10. "Hessische Lokalsorte des Jahres" gekürt werden.
Die Sorte ist aber nicht zu verwechseln mit dem Roten Bellefleur, der ebenfalls das Synonym Siebenschläfer trägt.
Ähnlich wie der Hartapfel wurde die Sorte Anfang des 20. Jh. stark für den Altkreis Wetzlar empfohlen. Der damalige Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar hatte sie zum Massenanbau empfohlen (1913), wo sie sich entsprechend verbreitet hat. Auch in dem Werk "Unsere besten deutschen Obstsorten" (um 1920) ist der Siebenschläfer aus dem Solmsbachtal beschrieben und detailgetreu abgebildet.
Später wurde der Apfel in verschiedenen Listen oder Berichten für spätblühende Apfelsorten (Deußer 1936) erwähnt.
Hundert Jahre nach der ersten Empfehlung durch den OGV Wetzlar konnte der Siebenschläfer 2013 zur 10. "Hessische Lokalsorte des Jahres" gekürt werden.
Verbreitung
Altbäume sind vorwiegend regional an Lahn und Dill zu finden. Einzelvorkommen sind wahrscheinlich auch in anderen Regionen existent, insbesondere Jungbäume, die in jüngerer Zeit z.B. in Sammlungen oder Lehrpfaden gepflanzt wurden.
Frucht
Die Frucht ist mittelgroß, kegelförmig, stielbauchig (zum Kelch stark abnehmend), teils auch ungleichhälftig und am Kelch schief.
Die Schale ist anfangs glatt, später fettig werdend, fest und angenehm duftend. Baumreif ist eine nebelartige Beduftung vorhanden. Die Grundfarbe ist grünlich-gelb, die Deckfarbe ist fast vollständig dunkelrot verwaschen bis gestreift. In der DF sind zahlreiche helle Schalenpunkte sichtbar.
Die Kelchgrube ist mitteltief, mit Falten und leichten Rippen versehen. Der Kelch ist halboffen, Blättchen grünlich, stark bewollt.
Die Stielgrube ist nur mäßig tief und grün-braun berostet. Der Stiel ist sehr kurz, dick, holzig und meist durch einen typischen Fleischwulst zur Seite gedrückt, oder einfach nur als fleischig verdickter Knubbel.
Das Kernhaus liegt mittig bis stielnah. Die Kelchhöhle ist trichterförmig, Achsenhöhle geschlossen, Kernhauswände breit bohnenförmig und wattig gerissen. Die Kerne sind klein, kurz gespitzt, hellbraun.
Das Fruchtfleisch ist gelblichgrün, teils unter der Schale leicht gerötet, fest sowie anfangs knackig und saftig, später mürbe werdend. Es ist mildsäuerlich, angenehm süß und duftend.
Die Schale ist anfangs glatt, später fettig werdend, fest und angenehm duftend. Baumreif ist eine nebelartige Beduftung vorhanden. Die Grundfarbe ist grünlich-gelb, die Deckfarbe ist fast vollständig dunkelrot verwaschen bis gestreift. In der DF sind zahlreiche helle Schalenpunkte sichtbar.
Die Kelchgrube ist mitteltief, mit Falten und leichten Rippen versehen. Der Kelch ist halboffen, Blättchen grünlich, stark bewollt.
Die Stielgrube ist nur mäßig tief und grün-braun berostet. Der Stiel ist sehr kurz, dick, holzig und meist durch einen typischen Fleischwulst zur Seite gedrückt, oder einfach nur als fleischig verdickter Knubbel.
Das Kernhaus liegt mittig bis stielnah. Die Kelchhöhle ist trichterförmig, Achsenhöhle geschlossen, Kernhauswände breit bohnenförmig und wattig gerissen. Die Kerne sind klein, kurz gespitzt, hellbraun.
Das Fruchtfleisch ist gelblichgrün, teils unter der Schale leicht gerötet, fest sowie anfangs knackig und saftig, später mürbe werdend. Es ist mildsäuerlich, angenehm süß und duftend.
Baum
Der Wuchs ist mittelstark bis stark, in der Jugend straff aufrecht, pyramidenförmig, später überhängend, im Alter schirmartig. Die Bäume werden groß und sind sehr gesund. Die Blüte ist extrem spät. Der Ertrag setzt früh ein, er ist regelmäßig aber nur mittelhoch.
Anbaueignung
Die Sorte ist anspruchslos an Boden und Klima. Laut Literatur gedeiht sie auch noch auf leichten Böden. Aufgrund der sehr späten Blüte besonders für Frostlagen geeignet. Außerdem ist sie windfest und gegenüber Pilzkrankheiten wie Schorf und Obstbaumkrebs sehr widerstandsfähig.
Es handelt sich um eine sehr gute Tafel- und Wirtschaftssorte, die früher aufgrund der schönen Färbung und Robustheit gerne gekauft wurde.
Heute hat sie im Hinblick auf den Klimawandel und die späte Blüte einen klaren Vorteil.
Es handelt sich um eine sehr gute Tafel- und Wirtschaftssorte, die früher aufgrund der schönen Färbung und Robustheit gerne gekauft wurde.
Heute hat sie im Hinblick auf den Klimawandel und die späte Blüte einen klaren Vorteil.
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Literatur
Die für den Kreis Wetzlar zum Massenanbau empfehlenswertesten Apfel- und Birnensorten (1913): Obst- und Gartenbauvereine für den Kreis Wetzlar (Hrsg.), Wetzlar, S. 11
Unsere besten deutschen Obstsorten (1919): Band I - Äpfel, 3. Aufl., Wiesbaden, S. 46, Tafel 40
Deußer, K. (1936): Zum Anbau spätblühender Apfelsorten, in Geisenheimer Mitteilungen, S. 27/28 (Roter Siebenschläfer)
Kahl, S. (2012): Hessische Lokalsorte des Jahres 2013 - Siebenschläfer Pomologen-Verein e.V. - LG Hessen (Hrsg.) (Faltblatt)
Kahl, S. (2013): Siebenschläfer (Obstsorten des Jahres auf einen Blick), in Jahresheft Pomologen-Verein e.V., Hamburg, S. 82/83
Kahl, S.; Scheibel, R. (2023): Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen, 6. Aufl., Aßlar, S. 78/79