
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Reifezeit
Pflückreife Mitte bis Ende August, sofort genussreif, nur wenige Tage haltbar.
Herkunft
Unbekannt, zuerst wurde die Sorte von Diel beschrieben, er erhielt sie aus den Niederlanden. Unklar ist auch, was die ungestreifte Ursprungssorte ist. Der genetische Fingerabdruck bringt Treffer mit einer Juteuse de Chailly (Schweiz), einer Poire Saint Laurent ( Schweiz) und einer " Große Birne Schlierbach" (Österreich). Über all diese Sorten ist nichts weiter bekannt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine alte, überregional verbreitete Sorte.
Verbreitung
Bisher wurde nur ein Altbaum der Sorte am Kyffhäuser entdeckt. Von dem Baum gibt es einzelne Abveredelungen im Kyffhäuser und im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt. Sonst sind auch europaweit keine weiteren Quellen bekannt.
Frucht
Klein, kreiselförmig bis rundlich, im Querschnitt sehr regelmäßig rund. Zum Stiel schwach eingezogen und kurz zugespitzt, Stielgrube flach bis fehlend, meist etwas schräg mit kleiner Rostkappe. Stiel 25-30 mm lang, dünn, holzig, hellbraun, etwas knospig. Kelchseits leicht abgeplattet mit aufsitzendem großen Kelch, sodass die Frucht meist nicht steht. Kelchblätter hochstehend, umgeschlagen, sternförmig am Grund verwachsen, grünlich. Grundfarbe am Baum grünlich, schwach dunkel gestreift, mit zunehmender Reife verliert sich die Streifung. Keine Deckfarbe. Achse leicht geöffnet, Fächer abstehend mit Nase, Kerne oft schlecht ausgebildet, 7,5 : 4 mm, mit Nasenansatz. Fleisch fest, körnig, nicht schmelzend, süß mit leichter Säure.
Baum
Mittelstark bis starkwüchsig. Blatt mittelgroß, Blattrand glatt, Basis gerade. Blüte oft halbgefüllt, mittelfrüh, 9 Blüten pro Blütenstand. Wenig anfällig für Birnengitterrost, etwas anfällig für Birnengallmücke und stärker anfällig für Sonnenbrand und Blattverbräunung, nicht für Schorf, die Sorte ist triploid. Die Früchte hängen in Büscheln.
Verwechsler
Aufgrund der Panaschierung (Streifung) der Früchte ist eigentlich nur ein Verwechselung mit anderen gestreiften Früchten möglich. Deutliche Unterscheidungsmerkmale sind neben der Reifezeit die halbgefüllt blühende Blüte und das Verschwinden der Streifung bei fortschreitender Reife.
Anbaueignung
Wegen der mäßigen Fruchtqualität nur aus historischem Interesse pflanzen, gut streuobsttauglich.
Fruchtfotos
Triebe
Literatur
Diel, A. F. A. (1804): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Heft 7 (Birnen 3). Frankfurt a. M., Deutschland; Andreäische Buchhandlung. S. 10
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1860): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Birnen. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr.20
v.Flotow (1856): Titel. Monatschrift für Pomologie und praktischen Obstbau. Stuttgart, Deutschland; Ebnert & Seubert. 7 (1861) s.363-367
Oberdieck, J. G. C. (1881): Deutschlands beste Obstsorten.Leipzig, Deutschland; Hugo Voigt. S. 241
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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