Roter Brasilienapfel R

Verfasst von Jens Meyer im Januar 2020. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos beim Autor.
vom Aussterben bedroht
ja
Brasilienapfel, Mecklenburger Königsapfel, Brunsiller Apfel
September- November
Unbekannt, erstmals wird die Sorte von Henne 1776 recht genau beschrieben, danach gibt es nur noch kurze Namensnennungen für diese Sorte. Der Name leitet sich von der Farbe des Brasilholzes ab, keineswegs stammt diese Sorte aus Brasilien. Anfangs der 2010er Jahre entdeckte P. Markgraf bei Neubrandenburg einige Bäume in Straßenpflanzungen zu denn noch die Pflanzpläne gefunden werden konnten, hiernach ergibt sich, das die Bäume als Mecklenburger Königsapfel gepflanzt wurden. Dies passt durchaus gut zu den Beschreibungen in der Historischen Literatur besonders die Farbabbildung in Langethal kann sehr gut den Roten Brasilienapfel darstellen. Zweifel bleiben nur wegen der Reifezeit, die wird beim Mecklenburger Königsapfel bis Februar angegeben. Der Name Mecklenburger Königsapfel taucht erstmals bei Langethal 1859 auf, ein Herr Rudolphi aus Mirow / Mecklenburg hatte mehrfach Früchte an Jahn geschickt, der die Sorte dann entsprechend benannte. Laut Oberdieck war die Sorte um Schwerin stark verbreitet, meist unter dem Namen Kalvill Rouge, was wiederum auf eine Herkunft aus Frankreich hindeutet, Oberdieck gibt hier wiederum an, dass es sich nicht um den Roten Winterkalvill handelt.
Als Roter Brasilienapfel kam die Sorte wahrscheinlich nur an der Elbe oberhalb von Lauenburg vor. Dort hat sie auch überdauert weil die Baumschule Quade aus Neuhaus diese Sorte bis in die 30er Jahre des 20ten Jahrhunderts verbreitet hat. Als Königsapfel war die Sorte in Mecklenburg beliebt. Heute findet sich die Sorte noch im Amt Neuhaus und in Einzelbäumen immer wieder auch in Mecklenburg. 2018 war der Rote Brasilienapfel Sorte des Jahres bei den Norddeutschen Apfeltagen in Hamburg und ist in dem Rahmen wieder etwas vermehrt gepflanzt worden.
Kegelförmig, im Querschnitt schwach bis stark kantig, es können am Kelch auch leichte Rippen auftreten. Stielgrube eng bis mittelweit, flach bis mitteltief. Kelchgrube flach bis mitteltief mit Falten und Wülsten auch Fleischperlen kommen vor, teilweise ist der Kelch geknautscht. Kelchblätter weißlich befilzt. Sonnenfrüchte sind meist komplett tief dunkel bis violett rot überzogen, ein optisch sehr ansprechender Apfel. Typisch ist das große offene Kernhaus mit Bogenförmigen Kammerwänden die immer etwas gerissen sind. Das weißliche Fleisch ist vorwiegend säuerlich ohne besonderen Geschmack und wird schnell mehlig. Henne beschreibt den Geschmack wie folgt: "7. das Fleisch ist nur ganz locker und läßet allemal etwas lederhaftes und zähes im Munde zurück, so von einigen das Mark genannt wird. 8. Der Saft ist viel zu wenig vorhanden. Ja, der Apfel ist fast saftlos und ganz unschmackhaft." So hart würde ich über die Sorte nicht Urteilen, es handelt sich aber auf jeden fall um einen Blender.
Hoher Aufrechter Wuchs, starkwüchsig macht große Bäume.
Berner Rosenapfel schmeckt besser hat eingesenkte Lentizellen, Oberländer Himbeerapfel hat ein kleines geschlossenes Kernhaus
Eine Robuste Streuobstsorte für nahrhafte Böden für Sandboden weniger geeignet.

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