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Lange Grüne Herbstbirne

Verfasst von Jan Bade am 6. Januar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Lange Grüne Herbstbirne
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Verte Longue d`automne, Mouillebouche d`automne, Lange Herbstmundnetzbirne, Lange Grünbirne, Mouthwater und viele andere, was immer auf die starke Verbreitung der Sorte hindeutet.
Reifezeit
Erntereif Anfang Oktober, an warmen Standorten auch eher, ab Mitte Oktober bis Mitte November genussfähig.
Herkunft
Über die Entstehung der Sorte in Frankreich scheint es in der pomologischen Literatur keinen Zweifel zu geben. Die erste uns vorliegende Erwähnung ist von Merlet aus dem Jahr 1675 in Frankreich, Möller erwähnte sie 1759 zuerst in Deutschland. Ab da taucht der Name in den meisten namenhaften Pomologien Europas auf, wird aber überall um 1870 schlagartig immer weniger erwähnt. Seitdem wird, wenn überhaupt, eher noch die panaschierte Version dieser Sorte, die Schweizer Hose, erwähnt - wohl hauptsächlich wegen der markanten streifigen Färbung.
Verbreitung
In Altbeständen hat der Verfasser bisher noch keinen Baum dieser Sorte gefunden und selbst in europäischen Sammlungen kommt die Lange Grüne Herbstbirne nicht vor. Diese Herkunft, nach der auch die Beschreibung gemacht ist, ist ein Re-Import der Sorte aus den USA, den Ulrike Läsker-Bauer, für die ehemaligen Baumschule Walsetal, gemacht hat.
Frucht
Kleine bis max. mittelgroße, abgestumpft kegelförmige bis eiförmige Frucht, regelmäßig verjüngt, max. einseitig leicht eingeschnürt. Die Hälften wirken ungleich, Frucht steht nicht, kelchbauchig, Querschnitt oft oval. Der Stielbereich ist leicht abgeplattet, ohne Grube, z. T. mit Wulst, der den Stiel dann auch verdrücken kann, mit kleiner zerfranster Rostkappe. Der Stiel ist aufsitzend, nicht eingesteckt, bis 3,5 cm lang, 2 mm dick, am Ende etwas keulig und auch gebogen, braun, punktiert. Die Kelchgrube schwach eingesenkt, etwas berostet, der Kelch ist groß, meist sternförmig erhalten, offen, verwachsen und aufsitzend auf dem Kelchbereich. Die Grundfarbe ist hellgrün und hellt kaum auf, die Deckfarbe trüb braunrot verwaschen und kann bis zu ein Drittel der Frucht überziehen. Lentizellen als deutliche große, helle Punkte, in der Grundfarbe sonst unscheinbar. Die Kernhausachse ist geschlossen, Kammern anliegend und relativ groß, enthalten meist gut entwickelte Kerne, 10 : 5,5 mm. Das Fruchtfleisch ist weißlich, wird vollschmelzend, süßlich mit schwachem Aroma.
Baum
Der Baum wächst stark, anfangs relativ steil, geht mit der Zeit durch den großen, jährlichen, früh einsetzenden Ertrag bald mehr in die Breite. Ist robust gegen die meisten äußerlichen Einflüsse. Die Blüte erscheint mittelfrüh mit acht einzelnen Blüten je Knospe, woraus dann leider auch oft mehrere Früchte hervor gehen.
Verwechsler
Knausbirne: Diese ist in der Form aber eher kegelförmig und ist keine schmelzende Tafelbirne, sondern eine Wirtschaftssorte.
Anbaueignung
Unscheinbare Frucht, früher wurde in Beschreibungen dann geschrieben ,,wenig anfällig für Diebstahl". Sonst für die Streuobstwiese gut geeignete, relativ gesunde Sorte. Nachteilig ist der große Fruchtertrag, was dann meist zur Kleinfrüchtigkeit führt. Fruchtausdünnung wäre sinnvoll. Insgesamt gesünder und vitaler als ihre farbliche Tochter, die Schweizer Hose.
Originalname
Verte longue d`automne
Fruchtfotos
Lange Grüne Herbstbirne
Lange Grüne Herbstbirne
Lange Grüne Herbstbirne
Lange Grüne Herbstbirne
Triebe
Lange Grüne Herbstbirne
Literatur
Hirschfeld, C. C. L. (1788): Handbuch der Fruchtbaumzucht. Erster Theil. Braunschweig, Deutschland; Schulbuchhandlung. S. 138
Diel, A. F. A. (1804): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Heft 7 (Birnen 3). Frankfurt a. M., Deutschland; Andreäische Buchhandlung. S. 118
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1860): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Birnen. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr. 44
Poiteau, P. A. (1846): Pomologie Francaise. Tome Troisieme. T. 37, eine der wenigen farbigen Abbildungen der Sorte
Leroy, A. (1869): Dictionnaire de Pomologie. Tome II - Poires. Paris, Frankreich. S. 892
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
B-2206 Jan Bade Kirchweg 1
34260 Kaufungen
Deutschland
jahiba@gmx.de
B-2680 Jan Bade Kirchweg 1
34260 Kaufungen
Deutschland
jahiba@gmx.de

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Gefährungsgrade

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gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

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