
Gefährungsgrad
gefährdet
Synonyme
Fondante du Bois, Flemish Beauty, Belle de Flandres, Verlaine d`ete, Liegels Dechantsbirne und viele andere, was meist ein Hinweis auf die Beliebtheit einer Sorte ist.
Reifezeit
Erntereif ab Mitte September, genussreif bis Mitte Oktober.
Herkunft
Bivort schrieb, dass die Holzfarbige Butterbirne eine Kernaussaat des Belgiers van Mons sei. Diel erhielt seine Reiser der Sorte auch von dort und beschrieb sie erstmals 1828 ausführlicher. Ab dann taucht sie in sehr vielen Pomologien Europas des 19. Jahrhunderts auf, bis in die heutige Zeit.
Verbreitung
Kommt nur vereinzelt noch in der Landschaft vor, wird aber in vielen Sammlungen erhalten und ist in Baumschulen noch im Programm. Speziell in Osteuropa wurde die Holzfarbige Butterbirne gerne für Neuzüchtungen genutzt.
Frucht
Mittelgroße kegel- bis eiförmige Frucht, die sich regelmäßig verjüngt oder nur einseitig eingeschnürt ist, zum Stiel und Kelch abgestumpft, sodass die Frucht gut steht. Kelchbauchig, im Querschnitt fast rund. Für eine Birne ist die Grube schon mitteltief, fast eben, ohne extra Berostung wie auf dem Rest der Frucht. Der Stiel ist im Mittel nur 1,5 cm lang und 2 mm dick, nur am Ende wird er keulig und dicker, komplett braun. Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt, eben. Der Kelch ist offen, eher klein, verkümmert, verwachsen. Die Schale hellt von grün nach weißlichgrün auf, die Hälfte der Frucht ist überzogen von karminroter Deckfarbe, welche durch die flächige Berostung, die sich samtig rau anfüllt, gar nicht immer sichtbar ist. Die Kernhausachse ist geschlossen, die Kammern schmal und anliegend mit Nase, wie auch die hellbraunen Kerne, 8 : 3,5 mm. Das Fruchtfleisch ist weißlich, süßsäuerlich.
Baum
Der mittelstark wachsende Baum kommt früh und regelmäßig in den Ertrag, wenn auch nicht so viel, dass sich der Baum daran erschöpfen würde. Der Baum reagiert auf Anschnitt gut in der Verzweigung. Die Blüte erscheint mittelfrüh bis mittelspät mit 6 einzelnen Blüten je Knospe.
Verwechsler
Fellbacher Mostbirne: Diese hat allerdings Gerbsäure und ist keine Tafelbirne, hat aber die ähnlich charakteristische, farbliche Zeichnung wie die Holzfarbige Butterbirne.
Anbaueignung
Eine aromatische, vollschmelzende, sowohl für den Hausgarten wie die Obstwiese geeignete Tafelbirne. Leider muss diese Sorte in der Reifezeit mit so vielen anderen guten Früchten konkurrieren, ist aber insgesamt etwas weniger krankheitsanfällig.
Originalname
Fondante du Bois
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Diel, A. F. A. (1828): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Band 26 (5. Bändchen Äpfel-Birnen). Stuttgart, Deutschland; F. G. Cotta. S. 172
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1860): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Birnen. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr. 33
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung , Nr. 55
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. 6. Auflage, Stuttgart, Deutschland; Ulmer. S. 218
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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