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Sponheimer Flurapfel

Verfasst von Richard Dahlem am 24 Februar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
ID: 192
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Synonyme
Sennerapfel

Der dem Autor vor etwa 30 Jahren übermittelte Sennerapfel aus Oberhub (Gemeinde Spabrücken, Landkreis Bad Kreuznach) weicht in seinen Merkmalen etwas von der hier vorliegenden Beschreibung des Sponheimer Flurapfels ab. Ob dies standörtlich bedingt ist oder vielleicht doch eine andere Sorte dahintersteckt, wurde vom Autor nicht weiter verfolgt, sollte aber in naher Zukunft näher untersucht werden.
Reifezeit
Pflückreife Anfang Oktober, Genussreife bis Januar.
Herkunft
Benannt nach dem Ort Sponheim im Soonwald, einem südlichen Ausläufer des Hunsrücks im Landkreis Bad Kreuznach. Die genaue Herkunft des Sponheimer Flurapfels ist unbekannt. Er soll aber nachweisbar aus Samen entstanden sein, wie es in der Rheinischen Monatsschrift für Obst-, Garten- und Gemüsebau von 1943 heißt (LVR 2017).
Verbreitung
Der Verbreitungsschwerpunkt der Sorte dürfte der Soonwald rund um den Ort Sponheim sein, wo sie vom Autor vielfach gefunden wurde. Nach Giershausen (1949) hat die Sorte in den Landkreisen Simmern und Bad Kreuznach stärkere Verbreitung gefunden.

Darüber hinaus gibt es Bestände in Rheinhessen und in der Pfalz. Auch in Nordrhein-Westfalen wurde der Sponheimer Flurapfel historisch empfohlen und wiederentdeckt (LVR 2017).
Frucht
Mittelgroße bis meist große Frucht, meist in etwa so hoch wie breit, sich zum Kelch hin stärker verjüngend, jedoch nicht einziehend. In der Draufsicht mit fünf großen Kanten, wodurch die Frucht oft ungleichhälftig ist.

Die Grundfarbe ist hellgelb. Diese wird bei gut besonnten Früchten größtenteils von einer markant abgesetzt streifigen und flammenden Deckfarbe überzogen und verleiht ihnen ein freundliches, warmes Aussehen. Die Fruchtoberflächen sind unberostet, die Schalenpunkte verkorkt und unauffällig, aber fühlbar.

Die Schale ist glatt und wird in Reife leicht fettig. Die Druckfestigkeit ist mittel und die Früchte verströmen einen leichten Geruch.

Die Kelchgrube ist eng und mitteltief, oft mit ,,schafsnasenartigen" Falten und Rippen versehen, die sich dann markant als Kanten über die Fruchtseiten fortsetzen. Die Berostung beschränkt sich auf kleinere Rostfiguren und ist unauffällig. Der Kelch ist mittelgroß und meist geschlossen. Die Kelchblätter sind mittelbreit und meistens kurz.

Die Stielgrube ist eng und mitteltief bis tief. Sie ist meist strahlig zimtfarben berostet, wobei die Berostung ungleichmäßig ist und zungenförmig auf einer Seite über den Stielgrubenrand hinausläuft. Der Stiel ist mitteldick und kurz, nicht über den Stielgrubenrand hinausragend.

Die Kelchhöhle ist dreieckig und setzt sich manchmal in eine kurze bis mittellange Kelchröhre fort. Das Kernhaus ist mittelgroß und stielnäher. Die Gefäßbündellinie ist ungleichseitig, auf einer Seite oft nah an das Kernhaus angrenzend, auf der anderen Seite einen weiten Bogen und das Kernhaus schlagend. Die Achsenhöhle ist deutlich offen. Die Kernhauswände sind meist ohrenförmig, gerissen und wattig ausgeblüht. Die Kernkammern sind geräumig. Die Früchte enhalten zahlreiche dunkelbraune Kerne, die in der Form streuen und typischerweise ein Maß von 8 : 4/5 mm haben.

Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, mittelfest, mäßig saftig und nur schwach anlaufend. Die Schale ist fest. Der Geschmack ist der eines Wirtschaftsapfel, geringaromatisch und mit ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis.

Besondere Merkmale:
- Frucht ramburartig, oft fünfkantig,
- Deckfarbe markant abgesetzt streifig, Ausfärbung insgesamt warmtonig,
- Kelchgrube oft faltig und rippig, ,,schafsnasenartig",
- Stiel kurz,
- Kelchhöhle sich oft in mittelgroße Kelchröhre fortsetzend,
- Achsenhöhle weit offen.

Baum
Der Baum des Sponheimer Flurapfels wächst kräftig und bildet breit ausladende Kronen (Klitta um 1990). Im Außenbereich der Kronen weist er im Alter aufgrund der hohen Fruchtlast einen hängenden Wuchs auf (LVR 2017).

Gegenüber Obstbaumkrebs und Mehltau ist die Sorte robust, für Schorf nur wenig anfällig (LVR 2017).

Hinsichtlich des Standortes verlangt der Sponheimer Flurapfel mittelschweren Lehmboden mit hinreichender Feuchtigkeit. Er gedeiht vor allem in Höhenlagen zwischen 200 und 400 Meter ü. NN am besten (Giershausen 1949).
Verwechsler
Hauxapfel
Dieser hat weiße, nicht verkorkte Schalenpunkte, einen knopfig verdickten Stiel und keine rissig-wattigen Kernhauswände.

Rheinische Schafsnase
Diese hat weiße, nicht verkorkte Schalenpunkte und ein kleines, stielnahes Kernhaus ohne rissig-wattige Kernhauswände.
Anbaueignung
Der Sponheimer Flurapfel ist eine Sorte für den extensiven Streuobstbau.

Er zeichnet sich aus durch eine hohe Robustheit gegenüber Krankheiten und Schädlingen sowie einen regelmäßigen und hohen Ertrag. Die Früchte lassen sich vielseitig verwenden, neben der Eignung für die Küche und für Most können infolge der schönen Färbung und des milden süßsäuerlichen Geschmacks ausgesuchte große Früchte auch als Tafelapfel für den weniger anspruchsvollen Geschmack verwendet werden (Giershausen 1949).

Man kann Giershausen nur zustimmen, der den Sponheimer Flurapfel als ,,wertvollste Wirtschaftssorte" bezeichnet.
Fruchtfotos
IDs: 195, 195, 193 & 193
ID: 193
ID: 194
ID: 197
IDs: 192 & 195
Literatur
Dahlem, R. (1997): Sponheimer Flurapfel. Unveröffentlichte Sortenbeschreibung mit Schnittzeichnung, zwei Seiten.
Giershausen, E. (1949): Obstsorten-Verzeichnis mit Anleitung zum wirtschaftlichen Obstbau. Hrsg.: Landwirtschaftskammer Rheinland-Hessen-Nassau., Abt. Gartenbau. Koblenz, 54 Seiten.
Klitta, E. (um 1990): Sponheimer Flurapfel. Unveröffentlichte Sortenbeschreibung, eine Seite. Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt Trier.
Landschaftsverband Rheinland LVR (Hrsg.) (2017): Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland - neu entdeckt! Köln, 2. erw. Auflage, 256 Seiten.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
A-10655 Jens Dreyßig Strichweg 51
27474 Cuxhaven
Deutschland
jens.dreyssig@gmx.de
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