

Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Nassauer Pfundbirne, Poire de Livre de l`Aar
Reifezeit
Der Erntezeitpunkt ist Anfang bis Mitte Oktober, bis Mitte November sollte die Sorte verbraucht sein.
Herkunft
Die genau Herkunft der Sorte ist nicht geklärt. Diel fand die Sorte im Aartal/Hessen, beschrieb sie 1826 und verbreitete sie dann weiter.
Verbreitung
Sehr seltene Sorte, die hauptsächlich in Sammlungen erhalten wird.
Frucht
Die Frucht ist groß bis sehr groß, birnenförmig, oft ungleichhälftig, deutlich eingeschnürt, kelchbauchig. Der Querschnitt ist fast rund, sie steht und ist zum Stiel abgeplattet. Dort etwas uneben, mit einer schwachen Grube, ohne Berostung. Der Stiel ist bis 4 cm lang, 3 mm dick, am Ende keulig. Der Stielansatz ist grün, etwas fleischig, dann braun werdend. Der Kelchbereich leicht uneben. Kelchgrube tief und eben, mit feinschuppigem Ringrost, welcher strahlig bis auf den Grubenrand läuft. Der Kelch ist mittelgroß, offen, hornig und verwachsen. Grundfarbe von grün nach grüngeblich aufhellend, Deckfarbe orangebräunlich bis karminrot verwaschen, bis 3/4 überzogen, Lentizellen in der Deckfarbe weit umhöft, sonst nicht sehr auffallend. Berostung fleckig, netzförmig hellbraun, aber wenig. Die Kernhausachse ist leicht geöffnet, Fächer anliegend, ohne Nase. Kerne 9 : 4,5 mm, hellbraun. Unklar ist, ob die Sorte diploid oder triploid ist. Das Fruchtfleisch ist gelblich, fest, grobzellig, saftig, leichte süß säuerlich.
Baum
Der Baum wächst in der Jugend stark, bildet eine breite Krone, ist gesund und bildet viel kurzes Fruchtholz, verzweigt sich aber nicht gut. Das Laub ist groß und gesund. Die Blüte erscheint mittelfrüh und hat acht Einzelblüten pro Blütenstand.
Verwechsler
Schöne Angevine: Ist deutlich länger lagerfähig, nicht so dickbauchig und eine reine Wirtschaftsbirne.
Römische Schmalzbirne hat ein ähnliche Fruchtform, ist aber viel kleiner.
Römische Schmalzbirne hat ein ähnliche Fruchtform, ist aber viel kleiner.
Anbaueignung
Eine gut geeignete Sorte für den extensiven Anbau auf der Streuobstwiese. Als großfrüchtige Tafel- und Wirtschaftssorte empfehlenswert. Trotz der späten Reife aber leider nicht sehr lange haltbar.
Fruchtfotos



Laub

Literatur
Diel, A. F. A.: Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Band 25. (4. Bändchen Apfel- Birne) Stuttgart: 1826, S. 223
Langethal, L. E.: Deutsches Obstcabinet.Birnen Jena 1856, Lieferung 5
Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Ravensburg 1860, Nr. 54
Mas, A. (1879): Pomologie Generale Volume IV Poires III. Villefranche. Nr. 206
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Bergischer Streuobstwiesenverein e. V.
Bergischer Streuobstwiesenverein e. V.