Direkt zum Inhalt
Startseite
Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt

Hauptnavigation

  • Erhalternetzwerk
    • Aufgaben und Ziele
      • Prioritäten der Sortenerhaltung
      • Sortenechtheit
    • Bedeutung der Vielfalt
    • Ausgangssituation
    • Organisationsstruktur
    • Pomologische Kommission
    • Planungen
  • Sortenbörse
    • Abgabebedingungen
    • Edelreiser
      • Äpfel
      • Birnen
      • Süßkirschen
  • Erhalter-Sammlungen
    • Erhalter
  • Sortenportraits
    • Apfel
    • Birne
    • Süßkirsche
    • Suchliste verschollene Sorten
    • Apfel
  • Mitmachen
    • Was wir anbieten
    • Was wir erwarten
    • Mustervertrag
  • Suche
  • Kontakt
    • Koordinatoren

Teickners Schwarze Herzkirsche

Verfasst von Carina Pfeffer am 24 Februar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
'Teickners'
Gefährungsgrad
gefährdet
Synonyme
Es sind keine Synonyme bekannt
Reifezeit
Mittlere Reifezeit, 3. - 4. Kirschwoche, einheitlich abreifend
Herkunft
Von der Baumschule Teickner wurde die Sorte um 1920 im Harz (Gernrode) als Zufallssämling aufgefunden und nach 15-jähriger Beobachtungszeit 1936 in den Handel gebracht.
Verbreitung
Laut Krümmel war 'Teickners Schwarze Herzkirsche' in den 1950er Jahren in Mitteldeutschland stärker verbreitet, sie wurde von den Landwirtschafts-Kammerbezirken Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg empfohlen (Kemmer 1952). In Westdeutschland wurde die Sorte teilweise im Erwerbsobstbau angebaut und noch 1997 im Sortenheft des Bundessortenamtes beschrieben. Zu der Zeit verlor 'Teickners Schwarze Herzkirsche' aber zusehends an Bedeutung und wurde von größer fruchtigen Sorten abgelöst ( Braun-Lüllemann / Bannier 2010). Im Streuobst findet sie sich überregional, am Niederrhein ist sie eine der häufiger vorkommenden Sorten.
Frucht
Eine schöne Sorte der mittleren Reifezeit mit sehr aromatischen Früchten, die zunächst ein "teicknerstypisches", glänzendes Weinrot zeigen und später dunkelrot-violett werden.

Größe: mittelgroß, 22,5 : 23,5 : 20 mm (Länge: Breite : Dicke)

Form Vorderansicht: abgerundet herzförmig, auch länglicher und mehr gespitzt

Färbung: Weinrot bis dunkelrot-violett, in der Halbreife mit einem teicknerstypischen, glänzenden Weinrot, manchmal etwas fleckig.

Fruchtfleisch: Dunkelrot, fast schwarz, weich, süß-säuerlich, sehr aromatisch. Platzfestigkeit: mittelhoch

Stielseite: Stielgrube flach, mittelweit, zu Bauch und Rücken kaum eingesenkt, flache Schultern

Stiel: Mittellang, 3,5 bis 4,5 cm, rel. dick, grün, sonnenseits und verstärkt fruchtseitig gerötet, großer Stielansatz.

Bauch: Flach gerundet, einige Früchte auch mit leichtem Nahtwulst, dieser ist stempelseits stärker ausgeprägt.

Rücken: mittelstark gerundet, oft mit flachem Band

Seite: Schmal bis mitteldick, zum Stempel deutlich verjüngt, Fruchtspitze oft etwas bauchseits geneigt.

Stempelseite: Stempelpunkt mittelgroß bis groß, bräunlich hell bis rötlich, aufsitzend, etwas vor der Fruchtspitze bauchseits verschoben.
Fruchtstein
Größe: mittelgroß, ø 11,5 : 8,2 : 10 mm (L : B : D)

Seitenansicht: oval, ohne oder mit minimalem Häkchen, glatte Oberfläche. Teils ein wenig asymmetrisch, auch rundlich oder zum Stempel selten leicht verjüngt.

Vorderansicht: mittelbauchig bis leicht stielbauchig, meist dick. Bauchwulst mittelbreit bis breit Außenkanten leicht gebogen und sich stempelseits deutlich verbreiternd. Die Struktur besteht variabel aus zwei Rinnen mit leicht heraustretendem Mittelkamm oder platt wirkend mit gleichmäßigen, feineren Rillen. Kanten scharf.
Baum
Der Baum der 'Teickners' wächst laut Literatur mittelstark bis stark. Am Niederrhein kann nur ein Exemplar als mittelstark bezeichnet werden, die übrigen gehören zu den ganz besonders stark wüchsigen Kirschbäumen der Gegend. Das grau-grüne Laub wirkt etwas schlaff, in manchen Gegenden soll die Sorte anfällig für die Schrotschusskrankheit sein, dies konnte am Niederrhein bislang nicht bestätigt werden. Die Kronenform ist hochrund mit dominanter Stammmitte, die Leitäste stehen steil, wobei auch Bäume mit mehreren, gleichstark ausgeprägten Stämmen zu beobachten sind. Mittellang, 3,5 bis 4,5 cm, rel. dick, grün, sonnenseits und verstärkt fruchtseitig gerötet, großer Stielansatz. von den Leitästen ab. Der gesamte Habitus und die Gerüstäste wirken schlank, die Veredelungsstelle ist nicht sichtbar. Der Blühbeginn ist mittelfrüh, gleichzeitig mit sehr wenig, fast grünem Blattaustrieb. Die Blüten sind klein bis mittelgroß, die ovalen Blütenblätter abständig voneinander.
Verwechsler
'Schwarze Weinkirsche' (Baum mit sehr breitem, flachem Wuchs, spätere Blüte, Stein asymmetrischer) 'Fromms Herzkirsche' (Baum sparriger, spätere Blüte, Stein mit abfallender Rückenkante), 'Kassins' (frühere Reife, Baum sparriger), 'Spanische vom Mittelrhein' (stempelseits verjüngter Stein mit deutlichem Häkchen, spätere Reife), 'Schöne aus Marienhöhe' (beulige Frucht, Stein dreieckig)
Fruchtfotos
'Teickners' Studio
Baum im Laub
'Teickners' Baum
Baum in Blüte/Winter
'Teickners' Blüte
Anbaueignung
'Teickners Schwarze Herzkirsche' ist für die Streuobstwiese geeignet, dies gilt besonders für Gegenden mit guten Böden, wie am Niederrhein, hier können die Bäume durchaus landschaftsprägend werden. Ansonsten wird die Sorte auch für Hausgärten empfohlen, da sie vielerorts nur mittelstarkwüchsig ist. In der Literatur wird die Sorte hoch gelobt und als robuster Massenträger mit sehr aromatischen, transportierfähigen Früchten beschrieben. Leider platzt sie bei Regen stempelseits an der Bauchnaht auf. Verwendbar sind die Früchte zum Frischverzehr und zur Verarbeitung.
Literatur
Heine, T. (1937): "Eine Herzkirschen-Neuheit". Obst- und Gemüsebau, S. 58, Berlin
Kemmer, E. (1952): "Sortenstand und Sortenbewegung im deutschen Obstbau". Hrsg. Institut für Obstbau. Technische Universität Berlin-Charlottenburg
Trenkle, R. (1962): "Obstsortenwerk, Band. 2, Anbauwürdige Steinobstsorten". Obst- und Gartenbauverlag, München
Krümmel, H. et al. (1964): "Deutsche Obstsorten". Band Steinobst. VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin
Bundessortenamt (Hrsg.) (1997): "Beschreibende Sortenliste Steinobst: Pflaume, Süßkirsche, Sauerkirsche". Landbuch-Verlag, Hannover
Silbereisen, R., Götz, G., Hartmann, W. 1989: Obstsorten Atlas. Eugen Ulmer, Stuttgart
Braun-Lüllemann, A.; Bannier, H.J. (2010): "Obstsortenwerk Alte Süßkirschensorten, Genetische Vielfalt in den Kirschenanbaugebieten Hagen a.T.W. und Witzenhausen". Hrsg. BML, Bonn 2010.

Reiserabgabe

Derzeit existieren leider keine Einträge für die Abgabe von Edelreisern in dieser Kategorie.

Gut zu wissen

  • Glossar
  • Autoren, Urheberrecht
  • Spende
  • Förderung Heidehof Stiftung

Neue Sorten

  • Postmichel
  • Körler Edelapfel
  • Stina Lohmann
  • Korbacher Edelrenette
  • Finkenwerder Kantapfel
  • Vereinsdechantsbirne
  • Angelner Borsdorfer
  • Geheimrat Dr. Oldenburg
  • Falsche Metzer Bratbirne (Löschnig)
  • Welsche Bratbirne
  • Normännische Ciderbirne
  • Metzer Bratbirne (Grüne Jagdbirne)
  • Wildling aus Einsiedel
  • Nägelesbirne
  • Luxemburger Mostbirne

Seitennummerierung

  • Vorherige Seite
  • 3
  • Nächste Seite

Kennzeichnungen

Gefährungsgrade

Am Beispiel der Kirsche:

Standardsorte

gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

Regionalsorte

Das Angebot des Erhalternetzwerkes Obstsortenvielfalt ist ein Projekt des Pomologen-Verein e. V..

Bundesgeschäftsstelle
Ulrich Kubina, Husumer Straße 16, 20251 Hamburg
Telefon (040) 46 06 37 55, Telefax (040) 46 06 39 93
Impressum & Datenschutz

Benutzermenü

  • Anmelden