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Ginger Luiken

Verfasst von Hans-Thomas Bosch am 24 Mai 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Studioaufnahme
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Reifezeit
Mitte September bis Anfang Oktober pflückreif und etwa 4 Wochen lagerfähig
Herkunft
Nach einem Bericht des Ebersbacher Oberamtsbaumwarts Mayer aus der Zeitschrift "Der Obstbau" (1926) wurde die Sorte als Sämling von Baumhändlern des Remstales nach Gingen a.d. Fils gebracht (nicht Giengen a.d. Brenz), gelegen im heutigen Kreis Göppingen (Baden-Wüttemberg). Zum Zeitpunkt des Berichts soll der Mutterbaum bereits 80 Jahre alt gewesen sein. Weitere Literatur des frühen, aber auch des späteren 20. Jahrhunderts ist zu der Sorte bisher nicht bekannt.

Molekulargentische Untersuchungen zeigen eine direkte Verwandtschaft des Ginger Luiken mit dem Luikenapfel. Da letzterer bereits vor dem 18. Jahrhundert bekannt war, muss Ginger Luiken aus einem Kern des Luikenapfels entstanden sein. Er ist somit eine Tochtersorte des Luikenapfels (wovon es einige gibt, u.a. Böblinger Straßenapfel).
Verbreitung
Nach Mayer (1926) verbreitet sich die Sorte von Gingen aus vor allem in Richtung des oberen Filstals (Geislingen/Steige), anschließend wohl auch schnell auf die benachbarten Hochflächen der Schwäbischen Alb. Altbäume des Ginger Luiken finden sich heute außer an den ursprünglichen Talrändern des Filstales vor allem in den dort angrenzenden raueren Lagen (Mittlere Kuppenalb und Ostalb).
Dies ist sicher bedingt durch die geringere Anfälligkeit der Sorte für Obstbaumkrebs im Vergleich zu seiner Elternsorte Luikenapfel. Auf den schweren und im Frühjahr feucht-kalten Böden gedeiht Ginger Luiken gut und bildet imposante Altbäume.

Nach 1950 etwa dürften kaum mehr Jungbäume der Sorte in den Baumschulen vermehrt worden sein. Erst durch regionale Bemühungen zum Erhalt der alten Sortenvielfalt Baden-Württembergs Ende des 20. Jahrhunderts wird Ginger Luiken wieder gepflanzt, u.a. Ende der 1990-er Jahre auch in seinem angestammten Gebiet wieder (Streuobstlehrpfad der Gemeinde Gingen).
Frucht
mittelgroß, breit kegelförmig, seltener kugelförmig; im Längsschnitt ungleichseitig; Relief etwas unregelmäßig, mit schwächeren Wülsten und selten schwächeren Rippen;
mäßig druckfest;
Schale trocken bis glatt;
Grundfarbe trüb gelb bis weißlich gelb; Deckfarbe markant trübrot bis bläulich rot gestreift, großflächig über der ganzen Frucht, teils auch punktförmig verdichtet, nicht deckend, die Grundfarbe scheint regelmäßig zwischen der Streifung durch;
Schalenpunkte auf der Grundfarbe punktförmig, schwach oliv gefärbt, ohne Hof, eher unauffällig, auf der Deckfarbe zwar nur vereinzelt, aber punktförmig berostet mit hellem Hof und dadurch auffälliger;
Berostung nur in der Stielgrube, dann schwach schuppig, fein und strahlenförmig, bei fehlendem Rost mit grünlichem Farbenspiel und mehr oder weniger ausgeprägter, punktförmiger Bereifung;
Stielgrube mittelweit, teils durch Wülste enger, mitteltief bis sehr flach; Stiel meist kurz bis höchstens mittellang, mitteldick bis dick, auch markant fleischig;
Kelchgrube mittelweit, durch flache Wülste teils auch enger, mitteltief bis flach, teils leicht gerippt, auch mit Perlen und Falten; Kelch mittelgroß, schwächer bis deutlicher geöffnet; Kelchblätter breit, unterschiedlich lang;
Kelchhöhle variabel, meist mittelgroß, trichterförmig und immer wieder mit schmaler, mitteltief reichender Röhre;
Kernhaus klein bis mittelgroß, stielseits bis mittig, Wände glatt, Achse schwächer bis mittelweit geöffnet;
Kerne klein, eiförmig, teils rundlich, kurz gespitzt, kastanien- bis rehbraun;
Fleisch weich, saftig, weiß, am Schalenrand teils schwach gerötet;
(kräftig) säuerlich, kaum süß, gering aromatisch

Besondere Merkmale:
unregelmäßig geformt, oft intensiv bläulich rot gestreift (geflammt); geöffnete Achsenhöhle, kleine, teils gerundete Kerne; (markant) säuerlich




Baum
wächst stark, ausgeprägt langtriebig und kräftig überhängend; Triebenden der hängenden Äste biegen sich markant nach oben (wie gelockt); blüht sehr spät
Verwechsler
Luikenapfel (kleinere, flachere und ebenmäßigere Früchte; deutlich weniger Säure, länglich-eiförmige Kerne)

Muskatellerluiken (Schale fettend, frühere Reife, weniger Säure)

Gewürzluiken (regelmäßiger, weitere Kelchgrube, Kelchhöhle klein und ohne Röhre, Baum ohne Luikenhabitus)
Anbaueignung
früher stark verbreitet in raueren Lagen (Kuppenalb, Ostalb), auch auf schweren, kalten Böden nur gering anfällig für Obstbaumkrebs und wüchsig; insgesamt gering anfällig
Originalname
Ginger Luiken
Fruchtfotos
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Studioaufnahme
Früchte am Baum
Früchte im Gras
Baum im Laub
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Baum im Winter
Triebe
Trieb
Laub
Laub
Literatur
Mayer (1926): Ginger Luiken. Der Obstbau. Monatsschrift für Pomologie und Obstkultur. Stuttgart. S. 4f.

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