
Gefährungsgrad
gefährdet
Synonyme
Comice, Fondante de Comice, Doyenne de Comice
Reifezeit
Pflückreife: Mitte Oktober, Genussreife: Ende Oktober bis Ende November
Herkunft
Wurde vor 1849 in den Gärten der Gartenbaugesellschaft von Maine-et-Loire gezogen und erstmals von deren Präsidenten M. Milliet 1853 beschrieben.
Frucht
Mittelgroß bis groß, breit birnenförmig oder leicht kreiselförmig, im Querschnitt schwach kantig. Zum Stiel hin immer etwas eingeschnürt und abgeplattet mit deutlicher Stielgrube und Rostkappe, die Frucht steht. Stiel kräftig 10-20 mm lang, meistens mit Knospen. Kelchgrube typisch tief bis sehr tief, eng bis mittelweit, oft mit kräftigen Falten und typischem Ringrost in der Grube, Kelch geschlossen, klein. Grundfarbe grünlichgelb, in der Regel keine Deckfarbe, auffällig ist die netzartige oder punktierte Berostung. Es gibt eine rote Farbmutante: Rode Doyenne van Doorn und eine gestreifte Form, die auch Deckfarbe ausbildet. Achse geschlossen, Kammern mit Nase, Kerne mit Nasenansatz 8,5 : 4,5 mm. Fleisch vollschmelzend, süß, würzig, eine der Geschmacklich besten Birnen.
Baum
Wuchs mittelstark. Blatt mittelgroß, Basis gerade oder zugespitzt, Blattrand gesägt, Seiten hochgeschlagen, gebogen. Wenig anfällig für Schorf, stark für Sonnenbrand und Blattverbräunung, etwas für Weißfleckenkrankheit. Blüte: spät, 8 Blüten pro Blütenstand. Die Sorte ist diploid. Vereinsdechantbirne ist ein ausgesprochen launischer Träger! Hohe Erträge kommen nicht vor, dafür hängen die Früchte einzeln und sind oft sehr gut ausgebildet.
Verwechsler
Jeanne d`Arc hat nicht die tiefe Kelchgrube und große breite Kerne 10:6; Herzogin von Angouleme ist stielseits stärker abgeplattet und hat keinen Ringrost in der Kelchgrube.
Anbaueignung
Streuobsttauglich, für den Hausgarten und Liebhaber geschmacklich ausgezeichneter Birnensorten. Eine der besten Birnen für den Rohgenuss, die Qualität der Früchte entschädigt für die geringe Erntemenge.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Wilermoz, C. F.(1863) Pomologie de la France, Lyon, Frankreich. Band 1 Tafel 93
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1866): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 5. Birnen. Ravensburg, Deutschland; Dornsche Buchhandlung. Nr. 408
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung 5, Nr. 53
Krümmel, H.; W. Groh; G. Friedrich (1956-1964): Deutsche Obstsorten. Birnen. Berlin, Deutschland; Deutscher Landwirtschaftsverlag.
Petzold, H. (1982): Birnensorten. 3. Auflage. Leipzig, Radebeul, Deutschland; Neumann. S. 182
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende der Stiftung Streuobst aus Leidenschaft