
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
ja
Synonyme
Winterrosenapfel, Wilder Rosenapfel
Reifezeit
pflückreif ab Ende September, lagerfähig bis Februar/März
Herkunft
In der Literatur taucht der Sortenname 'Rosenapfel vom Schönbuch' erstmalig 1923 in einer Auflistung ausgestellter Sorten auf (Schaal 1923). In derselben Zeitschrift von 1926 ("Der Obstbau", herausgegeben vom Württembergischen Obstbauverein) wird die Sorte dann als Schwäbische Lokalsorte näher beschrieben und auch farbig abgebildet. Darin wird vermutet, dass der Mutterbaum als Sämling aus dem Schönbuch stammt, einem südwestlich von Stuttgart gelegenen Waldgebiet.
Hartmann (2019) ergänzt dazu, dass die Sorte von einem Lehrer namens Mack verbreitet wurde.
1923 wird die Sorte in einer Lokalsortenausstellung in Ravensburg ausgestellt und als Winterrosenapfel bestimmt. Als Synonym wird dabei "Wilder Rosenapfel" angegeben (Schaal 1923).
Winterrosenapfel ist ein Synonym von Danziger Kantapfel, der eine eigenständige Sorte bildet, was 1926 auch bekannt war. Die Literatur verweist noch auf ein entspechendes Synonym der US-amerikanischen Sorte Nickajack (Whealy 2016). Zwar weist die dortige Abbildung eine gewisse Ähnlichkeit mit Rosenapfel vom Schönbuch auf, doch weichen verschiedene Frucht- und Baummerkmale ab. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass die beiden Sorten identisch sind. Es bleibt also offen, welchen Winterrosenapfel die Sortenbestimmer von 1923 vorliegen hatten.
Molekulargenetische Analysen zeigen ein direktes Verwandtschaftsverhältnis zum Luikenapfel. Wie in den meisten Fällen, in denen sich zum Luikenapfel ein Eltern-Kind-Verhältnis zeigt, ist anzunehmen, dass aufgrund der bis ins 18. Jahrhundert dokumentierten Geschichte des Luikenapfels, der Rosenapfel aus dem Schönbuch dessen Nachkomme ist und nicht umgekehrt.
Hartmann (2019) ergänzt dazu, dass die Sorte von einem Lehrer namens Mack verbreitet wurde.
1923 wird die Sorte in einer Lokalsortenausstellung in Ravensburg ausgestellt und als Winterrosenapfel bestimmt. Als Synonym wird dabei "Wilder Rosenapfel" angegeben (Schaal 1923).
Winterrosenapfel ist ein Synonym von Danziger Kantapfel, der eine eigenständige Sorte bildet, was 1926 auch bekannt war. Die Literatur verweist noch auf ein entspechendes Synonym der US-amerikanischen Sorte Nickajack (Whealy 2016). Zwar weist die dortige Abbildung eine gewisse Ähnlichkeit mit Rosenapfel vom Schönbuch auf, doch weichen verschiedene Frucht- und Baummerkmale ab. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass die beiden Sorten identisch sind. Es bleibt also offen, welchen Winterrosenapfel die Sortenbestimmer von 1923 vorliegen hatten.
Molekulargenetische Analysen zeigen ein direktes Verwandtschaftsverhältnis zum Luikenapfel. Wie in den meisten Fällen, in denen sich zum Luikenapfel ein Eltern-Kind-Verhältnis zeigt, ist anzunehmen, dass aufgrund der bis ins 18. Jahrhundert dokumentierten Geschichte des Luikenapfels, der Rosenapfel aus dem Schönbuch dessen Nachkomme ist und nicht umgekehrt.
Verbreitung
Laut der oben genannten Ausgabe von "Der Obstbau" aus dem Jahr 1926 war Rosenapfel vom Schönbuch im Herrenberger, Böblinger und Kirchheimer Raum verbreitet. Diese Regionen schließen räumlich auch eng an den Schönbuch an.
Vereinzelte Standorte der Sorte sind derzeit aus dem Landkreis Lindau, aus Allgäuer Landkreisen und aus Oberschwaben bekannt.
Vereinzelte Standorte der Sorte sind derzeit aus dem Landkreis Lindau, aus Allgäuer Landkreisen und aus Oberschwaben bekannt.
Frucht
kleiner bis mittelgroßer Apfel, mittelbauchig flach bis flach kegelförmig, im Längsschnitt etwas ungleichhäftig, mit durch schwache Wülste etwas unregelmäßigem Relief;
Schale glatt bis schwach fettend;
Grundfarbe trübgelb bis weißlich gelb, Deckfarbe mattrot bis bläulich rot, ausgedehnt, selten vollständig bedeckend; Lentizellen auf Grundfarbe kräftig rötlich umflossen, groß, zahlreich, auf Deckfarbe punktiert weißlich, teils verkorkt;
Stielgrube teils enger, teils weiter, mitteltief, mit schwächeren Wülsten; teils strahlig berostet, teils konzentrisch, dann etwas grobschuppig eingerissen; Stiel variabel, meist mittellang, auch lang oder fleischig kurz;
Kelchgrube eher flach, mäßig weit bis weit, mit feinen Rippen und kräftigeren Fleischperlen, selten mit Rostspuren; Kelch klein bis mittelgroß, geschlossen;
Kelchhöhle klein bis mittelgroß, trichterförmig mit meist mehr oder weniger ausgeprägter, mäßig tief gehender Röhre;
Kernhaus mittelgroß, mittig; Gefäßbündellinie breit oval; Wände meist glatt; Achse mäßig geöffnet;
Kerne mittelgroß, teils groß, länglich, kastanienbraun, schwach gestrichelt, gut ausgebildet;
Fleisch mattweiß; mild säuerlich-süß; gering bis mäßig aromatisch; eher Wirtschaftsapfelqualität
Besondere Merkmale:
Farbenspiel aus rötlicher Deckfarbe und großen, intensiv rot umhöften Schalenpunkten auf der Grundfarbe; markante Fältelungen und perlförmige Einschnürungen in Kelchgrube; Kelchhöhle meist röhrenförmig verlängert
Schale glatt bis schwach fettend;
Grundfarbe trübgelb bis weißlich gelb, Deckfarbe mattrot bis bläulich rot, ausgedehnt, selten vollständig bedeckend; Lentizellen auf Grundfarbe kräftig rötlich umflossen, groß, zahlreich, auf Deckfarbe punktiert weißlich, teils verkorkt;
Stielgrube teils enger, teils weiter, mitteltief, mit schwächeren Wülsten; teils strahlig berostet, teils konzentrisch, dann etwas grobschuppig eingerissen; Stiel variabel, meist mittellang, auch lang oder fleischig kurz;
Kelchgrube eher flach, mäßig weit bis weit, mit feinen Rippen und kräftigeren Fleischperlen, selten mit Rostspuren; Kelch klein bis mittelgroß, geschlossen;
Kelchhöhle klein bis mittelgroß, trichterförmig mit meist mehr oder weniger ausgeprägter, mäßig tief gehender Röhre;
Kernhaus mittelgroß, mittig; Gefäßbündellinie breit oval; Wände meist glatt; Achse mäßig geöffnet;
Kerne mittelgroß, teils groß, länglich, kastanienbraun, schwach gestrichelt, gut ausgebildet;
Fleisch mattweiß; mild säuerlich-süß; gering bis mäßig aromatisch; eher Wirtschaftsapfelqualität
Besondere Merkmale:
Farbenspiel aus rötlicher Deckfarbe und großen, intensiv rot umhöften Schalenpunkten auf der Grundfarbe; markante Fältelungen und perlförmige Einschnürungen in Kelchgrube; Kelchhöhle meist röhrenförmig verlängert
Baum
diploid; starkwüchsig; nach Schaal (1930-1933) ausgeprägt langtriebig bei nur endständigen Verzweigungen; späte Blüte
Verwechsler
Danziger Kantapfel (großfrüchtiger, ohne die ausgeprägten rötlich umhöften Lentizellen, ohne Fleischperlen im Kelch, deutlich aromatischer)
Anbaueignung
geeignet für extensiven Hochstammanbau auch in höheren Lagen; in ausgesprochen rauen Lagen sind bisher keine Standorte bekannt; die in der Literatur meist erwähnte Anfälligkeit für Schorf spricht für eine Eignung auf nur mäßig feuchten Standorten
Fruchtfotos
Baum im Laub
Literatur
Schaal, G. (1923): Die Lokalobstsortenschau in Ravensburg. Der Obstbau. Monatsschrift für Pomologie und Obstkultur. Stuttgart. S. 12ff.
Württembergischer Obstbauverein (Hrsg.), 1926: Rosenapfel vom Schönbuch. Der Obstbau. Monatsschrift für Pomologie und Obstkultur. Stuttgart. S. 90.
Schaal, G. (1930-1933): Die wertvollsten Apfel- und Birnensorten. Nachdruck. Recklinghausen 1997. Bd. 2, S. 120.
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. 6. Auflage. Stuttgart. S. 155.
Whealy, K. (Hrsg.), 2016: The Illustrated History of Apples in the Unites States and Canada. Band IV. Onalasca (Wisconsin). S. 455 (Abb. S.493).