
Gefährungsgrad
gefährdet
Synonyme
Frühe Weinbirne, Elsässer, Frühe Frankfurter, Röthelbirne
Reifezeit
Anfang bis Mitte September erntereif, dann aber nur kurz nutzbar.
Herkunft
Manger hat diese Sorte in seiner ,,Systematischen Pomologie" 1783 zuerst erwähnt und kurz beschrieben. Leider konnte er keine weiteren Angaben über die Herkunft der Sorte machen, wie auch später Lucas 1854 in seinen Kernobstsorten nicht. Erstaunlich ist auch, dass die Baumschule Schröder in Hamburg die Sorte schon 1829 in ihrem beschreibenden Baumschulkatalog führt, bevor Metzer sie 1847 für Süddeutschland beschrieb.
Verbreitung
Hauptsächlich in Süddeutschland noch in Altbeständen als verbreitet Wirtschaftsbirne vorhanden, wenn auch die Bestände überaltert sind. In Sammlung wie dem Erhalternetzwerk und der DGO gesichert und in Baumschulen noch gehandelt.
Frucht
Kleine bis mittelgroße, kegelförmige, regelmäßig verjüngte Frucht, zum Stiel mit stumpfer Spitze endend. Frucht zum Kelch abgerundet, steht, im Querschnitt rund. Die Stielgrube ist ganz schwach eingesenkt, etwas abgeschrägt, ohne Berostung. Der Stiel ist bis 2,5 cm lang, 2 mm dick, am Ende etwas kräftiger, am Anfang grün, dann braun werdend, meist steht der Stiel schief. Die Kelchgrube ist ganz schwach eingesenkt, sodass der Kelch darüber hinausragt. Er ist offen, groß, hochstehend, nicht wirklich verwachsen, um den Kelch finden sich feine Falten in der Schale. Die Schale ist grasgrün und hellt ins Weißlichgelbe auf, dann ist aber die Frucht meist schon von innen durch. Die Deckfarbe geht ins Karminrote, streifig und kann ein Drittel der Frucht überziehen. Lentizellen zahlreich, in Deckfarbe deutlicher grün, ohne Berostung. Die Kernhausachse ist geschlossen, Kammern anliegend, Kerne meist taub, 7,5 : 3,5 mm. Das Fruchtfleisch ist gelblich, saftig, süß mit etwas Gerbsäure.
Baum
Der Baum wächst stark, bildet große, schlanke, gut verzweigte Kronen. In den letzten Jahre scheinen die Blätter unter der starken Sonneneinstrahlung zu leiden, was weiter beobachtet werden muss. Die Blüte erscheint mittelfrüh bis mittelspät mit 9 einzelnen Blüten je Knospe.
Verwechsler
Lange grüne Herbstbirne ist sehr ähnlich, etwas später reif, hat im Gegensatz einen sternförmigen Kelch und ist eher eiförmig als kegelförmig.
Anbaueignung
Eine reichtragende, gesunde Wirtschaftsbirne zum Dörren, aber auch zur Mostgewinnung. Im Hausgarten nur bei viel Platz geeignet, besser auf der Obstwiese aufgehoben. Nachteilig ist das kurze Verarbeitungszeitfenster.
Fruchtfotos
Baum in Blüte/Winter
Laub
Literatur
Manger, H. L. (1783): Anleitung zu einer vollständigen Systematischen Pomologie. Leipzig. S.20
Schröder, M. (1829): Die Obstsorten meiner Baumschule vor Hamburg. Band 2. Birnen. Hamburg, Deutschland. S. 127
Lucas, E. (1854): Die Kernobstsorten Württembergs. Stuttgart, Deutschland; Franz Köhler. S. 219
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1866): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 5. Birnen. Ravensburg, Deutschland; Dornsche Buchhandlung. Nr. 454
Löschnig, J. (1913): Die Mostbirnen. Wien. Nr. 19
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. 6. Auflage, Stuttgart, Deutschland; Ulmer. S. 269
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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