
Synonyme
Jules d`Airoles (Leon LeClerc)
Reifezeit
Pflückreife ab Mitte Oktober, Genussreife von Ende Oktober bis Mitte November.
Herkunft
Die Sorte wurde von Leon LeClerc in Laval (Frankreich) 1836 aus Samen gezogen, 1852 gab es die ersten Früchte. Aus dessen Nachlass erwarb F. Hutin, ein Baumschuler aus Laval, die Sorte und brachte sie 1863 unter dem Namen Jules d`Airoles auf den Markt. Korrekt müsste eigentlich in Klammern ein Leclerc dahinter gesetzt werden. Der pomologisch sehr aktive Jules Airoles hatte eine zweite Namenswidmung einer Birnensorte akzeptiert, die dann Jules d`Airoles (Gregoire) nach dem Züchter benannt wurde. Diese Sorte unterscheidet sich deutlich von der beschriebenen Sorte. Da sie verschollen ist, verzichten wir hier auf das (Laval) im Sortennamen.
Verbreitung
In Deutschland ist die Sorte nie verbreitet gewesen und wird auch in keiner Pomologie genannt. In Frankreich wird die Sorte in allen wichtigen Pomologien bis zum Ende der 1940er Jahre beschrieben und empfohlen.
Frucht
Klein bis mittelgroß, birnen- bis kegelförmig, meist länglich, im Querschnitt leicht kantig, schwach beulig. Teilweise zum Kelch etwas zugespitzt, es stehen nur die etwas dickbauchigen Früchte. Der Stiel kann von kurz und fleischig (dann 6-8 mm dick und maximal 12 mm lang) bis fleischig-holzig und 25 mm lang und nur 4 mm dick variieren. Er geht meist mit einem Fleischwulst, der ihn auch stark zu Seite drängen kann, in die Frucht über. Kelchseits abgerundet oder auch leicht zugespitzt, dann nur wenig abgeplattet. Kelchgrube mitteltief bis tief, mit Ringrost in der Grube, Blätter hornartig, oft fehlend, Kelch klein. Grundfarbe ist ein helles Orangegelb, eine verwaschene, dünne rötliche Deckfarbe kann vorkommen, neben der Rostkappe am Stiel kann es auch eine sehr dünne Berostung auf den Fruchtseiten geben, die Frucht fühlt sich glatt an. Achse offen, Kammern schmal, gut entwickelte Kerne enthaltend, Kerne 10 : 5 mm, mit Nasenansatz. Fleisch körnig bis halbschmelzend, etwas würzig, süß mit feiner Säure, eine gute Tafelbirne.
Baum
Wuchs mittelstark, Blatt mittelgroß, Blattrand gesägt und gewellt, Basis gerade. Insgesamt wenig anfällig, nur leicht für Sonnenbrand und Weißfleckenkrankheit. Blüte spät, 7 Blüten pro Blütenstand. Die Sorte ist triploid.
Verwechsler
Williams Christ reift sechs Wochen früher.
Anbaueignung
Aufgrund des Wuchses gerade noch streuobsttauglich, als gute Tafelbirne auf schwächerer Unterlage (Pyrodwarf) auch für den Hausgarten interessant.
Fruchtfotos
Laub
Literatur
Leroy, A. (1869): Dictionnaire de Pomologie. Tome II - Poires. Paris, Frankreich. Nr. 604
Mas, A. (1880): Pomologie Generale Volume V Poires IV. Villefranche. Nr. 364
Societe Pomologique de France ( Hrsg.) ( 1927): Catalogue Descriptif des Fruits Adoptes. Villefranch. Frankreich. S.288
Pynaert, E. (1882): Poire Jules d`Airoles. Bullentins d’Arboriculture de Belgique.
Societe Pomologique de France ( Hrsg.) ( 1947): Le Verger Francaise Tome I. Lyon. Frankreich. S.313
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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